Für Senioren und junge Familien

Otterfing plant Wohnprojekt mit sozialverträglichen Mieten auf der Thomawiese

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Die Thoma-Wiese gilt als Filetstück der Gemeinde. Trotzdem fand bei allen Fraktionen der CSU-Vorschlag Gefallen, Teile davon für ein Wohnprojekt mit sozialverträglichen Mieten zu nutzen.

Otterfing – Breite Unterstützung erntete in der jüngsten Otterfinger Gemeinderatssitzung ein Antrag der CSU auf den Bau eines Seniorenwohnheims. Die Anlage soll auch für junge Familien und Alleinerziehende offen stehen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dafür einen Teil der Thomawiese zu überplanen.

Die Idee für ein Seniorenwohnheim ist in Otterfing nicht neu. Bereits 2012 gab es dazu erste Überlegungen am gleichen Ort, 2016 scheiterte das Projekt daran, ein geeignetes Grundstück zu finden. Zuletzt brachte Bürgermeister Jakob Eglseder den Gedanken bei der Bürgerversammlung im April dieses Jahres nochmals ins Spiel.

Susanne Weitl (CSU) trug den Antrag vor und definierte als Ziel: „Wir sollten unseren Senioren möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in häuslicher Gemeinschaft ermöglichen.“ Bezüglich der Planung, Finanzierung, Betrieb und der sozialverträglichen Vermietung soll die Verwaltung dafür jetzt in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen mögliche Partner eruieren. Dies könnte laut Antrag auch eine Genossenschaft oder Stiftung sein. Weiter meinte Weitl, dass die Fördertöpfe derzeit für solche Projekte voll seien und daher auch von dieser Seite finanzielle Unterstützung zu erwarten sei. Keinesfalls soll der Wohnkomplex aber die Gemeindekasse belasten. „Um aber trotzdem ein Mitspracherecht bei der Wohnungsvergabe zu haben, könnten wir den Baugrund in Erb-

pacht zur Verfügung stellen und dies dann als Gegenleistung einfordern“, schlug Weitl vor.

Die SPD-Fraktion begrüßte den Vorschlag durchweg. So meinte deren Sprecher Andreas Eichhorn: „Die Thomawiese liegt zentral und so können unsere Senioren das Zentrum gut erreichen.“ Roberto Sottanelli ergänzte: „Wir haben um die Thomawiese schon ewig rumdiskutiert, und auch der Arbeitskreis Soziales hat sich daran schon abgearbeitet. Jetzt ist die Gelegenheit da, etwas Vernünftiges auf die Beine zu stellen.“ Auch, dass der Antrag vorsieht, nicht nur für Senioren, sondern auch für jungen Familien oder Alleinerziehenden sozialverträgliche, kleine Wohnungen zu schaffen, gefiel Michael Falkenhahn (SPD) ausgesprochen. Unterstützung kam auch von Thomas Hogger (Grüne). Er warnte jedoch davor, das Projekt privaten Investoren zu überlassen: „Da hier nach einer bestimmten Zeit unser Belegungsrecht wegfällt, sehe ich darin keine langfristige Lösung.“ Von einer „guten Entwicklung für Otterfing“ sprach Stefan Burgmayr (FW) und ging noch einen Schritt weiter. Er schlug vor, doch gleich die ganze Thomawiese zu überplanen und vielleicht sogar noch ein Einheimischen-Modell mit auf den Weg zu bringen. „So war das nicht gedacht, ein bisschen was soll von dieser grünen Lunge im Ort schon noch erkennbar bleiben. Aber schauen wir mal, was für gemeindliche Belange möglich ist“, bremste der Rathauschef erst einmal etwas. Worauf hin Falkenhahn meinte: „Überplanen muss ja nicht automatisch zupflastern heißen.“ hac

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