Untersuchungen starten

Was die Stadtwerke München in Otterfing und Sauerlach vorhaben

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Mitarbeiter der Stadtwerke München informierten kürzlich über die geplanten seismischen Messungen im Landkreis München, die auch die Gemeinden Otterfing und Sauerlach tangieren.

Otterfing – Um einen Blick in Otterfings Tiefe zu erhaschen, starten die Stadtwerke München mit seismischen Messungen. Auch die Nachbargemeinde Sauerlach ist betroffen.

In der nächsten Zeit führen die Stadtwerke München (SWM) südöstlich der Landeshauptstadt ein seismisches Erkundungsprogramm durch. Dessen Ziel ist, das Potenzial zur Erschließung umweltschonender Erdwärme – also Geothermie – aus tiefliegenden Schichten in der Region zu ermitteln und diese Ressource effizient und nachhaltig zu bewirtschaften. Das soll dazu beitragen, den Bedarf an Fernwärme in München bis 2040 CO2-neutral zu decken. Ein Teil des insgesamt 177 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebietes liegt im nördlichen Bereich der Gemeinde Otterfing. Die Ankündigung der Messungen im vergangenen Jahr führten im Gemeinderat zu etwas Bauchgrummen.

Zum Auftakt der Messungen, die neben Otterfing in den Gemeinden Neubiberg, Putzbrunn, Grasbrunn, Ottobrunn, Hohenbrunn, Taufkirchen, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Brunnthal, Sauerlach, Egmating, Aying, Unterhaching, Oberhaching und Grünwald stattfinden, hatten die SWM jüngst einen Infostand in Brunnthal eingerichtet. Dabei war auch eines der Messfahrzeuge zu besichtigen.

Wie die Verantwortlichen mitteilten, sollen die Messungen im Februar und März mit dem umweltschonenden Vibroseismik-Verfahren durchgeführt werden. Wo gemessen wird, ist auch an den bereits auf der Erdoberfläche vielerorts und unübersehbar installierten Erdmikrophonen erkennbar. Diese Messlinie werde von vier Vibro-Fahrzeuggruppen abgefahren, die an den Messpunkten eine zirka zweieinhalb Quadratmeter große Rüttelplatte auf den Boden absenken, dann für 60 Sekunden Schwingungen in den Untergrund senden und empfangen.

Mit den so gewonnenen Daten wird schließlich ein computergestütztes 3-D-Bild des Untergrunds erzeugt, aus dem der Verlauf sowie die Ausbildung von thermalwasserführenden Formationen ausgelesen werden können. Die Vibroseismik ist laut SWM ein schonendes Verfahren, das ohne invasive Eingriffe in den Boden auskommt. Um Flurschäden zu vermeiden, wurden die Messpunkte weitestgehend auf Wegen und Straßen gelegt. Allerdings kann es während der Messungen zu Geräuschentwicklungen und möglicherweise kurzfristigen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen.

Als die Ankündigung der Messungen im Mai vergangenen Jahres Thema im Gemeinderat war, blieb allerdings ein ungutes Gefühl. So recht traut man den SWM im Landkreis nicht mehr. „Wir bräuchten die berühmte Glaskugel, weil wir nicht wissen, was im Hintergrund läuft“, drückte Bürgermeister Jakob Eglseder es damals aus. Das Gremium hatte deswegen die Ankündigung auch lediglich erst einmal zur Kenntnis genommen.

Weitere Infos zu der Messkampagne gibt es unter www.swm.de/seismik. hac

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