Gemeinderat berät Vorgehen

Unbekannte zerstören Wahlplakate in Otterfing und Weyarn

Bevor es zur Wahlurne geht, versuchen die Kandidaten mittels Plakaten Wähler für sich zu gewinnen.
+
Bevor es zur Wahlurne geht, versuchen die Kandidaten mittels Plakaten Wähler für sich zu gewinnen.

Otterfing/Landkreis – Immer wieder werden Wahlplakate zerstört – zuletzt auch in Otterfing. Empfindliche Strafen drohen bei diesem Vandalismus.

Update, 2. März: Wahlplakate in Weyarn beschädigt

Nun wurden in der Nacht von Freitag (28. Februar) auf Samstag auch in Weyarn mehrere Wahlplakate der Freien Wählergemeinschaft durch einen unbekannten Täter beschädigt, berichtet die Polizei Holzkirchen. Zeugen, die Angaben zum Tathergang machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 08024/90740 an die Polizei Holzkirchen zu wenden.

Vorbericht

Vandalismus an Wahlplakaten gibt es seit jeher. In Otterfing hat das Zerstören aber erneut einen Umfang angenommen, der bedenklich stimmt. Nun hat auch der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung darüber kurz diskutiert – aus aktuellem Anlass.

Darauf, dass dies kein Kavaliersdelikt oder ein Streich, sondern ein Straftatbestand ist, haben in der jüngsten Sitzung mehrere Gemeinderäte und Bürgermeister Jakob Eglseder hingewiesen. Vor allem dann, wenn es sich wie in Otterfing um eindeutig rechtsradikale Symbole handelt.

Thomas Hogger (Grüne) machte seinem Ärger Luft: „In Otterfing sind schon wieder Wahlplakate beschädigt und mit rechtsradikalem Hintergrund beschmiert worden.“ Ein Umstand, der nicht nur auf Otterfing beschränkt ist. Fakt ist auch, dass die Zerstörungswut praktisch vor Plakaten keiner Partei Halt macht. Hogger schlug seinen Kollegen vor, für Hinweise, wer die Plakate zerreißt, überklebt, klaut oder vollschmiert eine Belohnung auszusetzen. Davon wurde aber dann im Rahmen der Sitzung wieder Abstand genommen.

Wie Geschäftsleiter Markus Stark sagte, sollte es den dafür zuständigen Institutionen überlassen werden, solche Delikte zu verfolgen. Bürgermeister Jakob Eglseder bat aber die Bevölkerung um Mithilfe, um die Schmierfinken zu ergreifen: „Das ist wirklich ein Saustall und hat nichts mehr mit einem Jugendstreich zu tun.“ Werden Plakatzerstörer erwischt, drohen ihnen Geldstrafen oder sogar Haft wegen Sachbeschädigung, hieß es ebenfalls in der Sitzung.

„Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert“, heißt es im Strafgesetzbuch. Eine besondere gerichtliche Würdigung erfährt außerdem das Anbringen von demokratiefeindlichen und verbotenen nationalsozialistischen Sprüchen und Zeichen. hac

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Elferratssitzung abgesagt, aber Crachia Hausham dennoch aktiv
Elferratssitzung abgesagt, aber Crachia Hausham dennoch aktiv
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Wendelsteinbahn macht zu
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Wendelsteinbahn macht zu
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Personal und Material werden knapp
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Personal und Material werden knapp

Kommentare