Gas runter am Nordring

Otterfinger Gemeinderat verschiebt Straßenbau und fordert Prioritätenliste

Straße am Nordring in Otterfing Thema im Gemeinderat
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Wie und wann am Nordring saniert wird, möchte der Otterfinger Gemeinderat von den Finanzen abhängig machen. Die Planungen dazu wurden vorerst zurückgestellt.

Otterfing – Aufgrund der Corona-Krise macht Otterfing vorerst Abstriche beim Straßenbau. Die Pläne am Nordring werden nun erst einmal zurückgestellt.

Im vor der Corona-Krise beschlossenen Haushalt wurden Mittel für Straßenbauarbeiten am Nordring in Otterfing eingestellt. Unter anderem sollte damit eine Wasserleitung von privaten auf gemeindlichen Grund verlegt werden. Nachdem sich die finanzielle Lage geändert hat, wurde der Gemeinderat vorsichtiger und hat im Juni, nachdem zwei mögliche Lösungen vorgestellt worden waren, beschlossen, erst eine Prioritätenliste zu erstellen und dann zu schauen, was finanziell machbar ist. Außerdem sollten betroffene Anwohner befragt werden. Dass in der Tagesordnung bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats just diese Maßnahme zur Sprache kam, verwunderte das Gremium fraktionsübergreifend. Daher wurde beschlossen, Befragung und Bauarbeiten erst einmal zu verschieben.

Den Themenkomplex leitete Bürgermeister Michael Falkenhahn damit ein, dass wie bekannt die Hauptwasserleitung verlegt werden soll, die beim Kreisverkehr beginnend im Straßenverlauf auf privatem Grund verläuft. Durch die Baumaßnahme könnte die Leitung bei fehlender Grunddienstbarkeit leichter repariert und könnten zugleich Gasanschlüsse ermöglicht werden. Um wie im Juni beschlossen, die Anwohner zu beteiligen, schlug der Rathauschef vor, die günstigere der beiden vom Otterfinger Ingenieurbüro Attila Kárpáty ausgearbeiteten Lösungen zur Diskussion zu stellen. Kostenpunkt: rund 210.000 Euro gegenüber 290.000 Euro für die teurere Lösung. Wie Falkenhahn ausdrücklich betonte, bedeute das aber nicht automatisch den Beginn der Baumaßnahme.

Dass das mit einer solchen Präzision daherkommt, wunderte Robert Schüßlbauer (CSU), der meinte: „Ich glaube, keiner von uns sieht die Straße so kritisch, als dass wir sie jetzt dringend anpacken müssen.“ Auch Georg Schlickenrieder (CSU) möchte da lieber einen Gang zurückschalten: „Unsere Wasserleitungen liegen in unzähligen privaten Grundstücken. Ich sehe die Notwendigkeit nicht, jetzt unbedingt etwas zu machen.“ Er schlug stattdessen vor, eine Prioritätenliste mit aktuellen Zahlen vorzulegen und neu zu diskutieren. „Das ist eine griabige Straße, mit der sich die Anwohner gut arrangiert haben. Da haben wir weitaus schlechtere“, meinte Schlickenrieder und gab zu bedenken, dass im Verlauf der Straße mit Wohnbebauung zu rechnen ist und dann die Straße erneut angegangen werden müsste.

Ähnlich äußerte sich Hubert Baldauf (Grüne): „Wir haben damals gesagt, wir prüfen erst, was finanziell geht. Daher sollten nicht jetzt schon Bedürfnisse geweckt werden.“ Den Druck herauszunehmen, empfahl auch Roberto Sottanelli (SPD): „Das bringt jetzt nichts, schauen wir zunächst, wo es am nötigsten ist.“ Für die Freien Wähler Otterfing meinte Ulrike Stockmeier: „Ich denke auch, dass die Anwohner mit der Straße nicht unzufrieden sind. Es hat doch dort alles seine schöne Ordnung, einschließlich Garagen und Parkplätzen.“

Zwar wurde, wie Bürgermeister Michael Falkenhahn sagte, bereits eine Prioritätenliste verschickt, aber ansonsten ging er mit den Meinungen absolut d‘accord. Er merkte an, dass mit der Bürgerbefragung lediglich ein Auftrag aus der Juni-Sitzung umgesetzt hätte werden sollen. „Im Prinzip sehe ich das wie ihr und wenn ihr der Meinung seid, dass wir die Planungen jetzt zurückstellen und nochmals eine Prioritätenliste für Straßenbaumaßnahmen in Abhängigkeit der finanziellen Grundlage aufstellen sollen, machen wir das.“ In diesem Wortlaut fiel dazu dann auch ein einstimmiger Beschluss. hac

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