Die Marschrichtung steht

Otterfinger Sportbauten: Planer erklärt Eckpunkte – TSV ist in der Bringschuld

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Sollen für die neue Sporthalle am Skaterplatz Gelder vom BLSV fließen, muss der TSV Otterfing als Bauherr auftreten.

Otterfing – Mittels einer „Mind-Map“ stimmte Architekt Michael Zach bei der jüngsten Otterfinger Gemeinderatssitzung auf mögliche Abläufe des Gesamtprojekts „Sportbauten“ ein. Dabei erklärte er auch die Abhängigkeiten der drei Säulen – neue Sporthalle am Skaterplatz, Sanitärgebäude am Altstandort und Erhalt des Otterfinger Hofs – zueinander. Auf Wunsch der Delegation, die zusammen mit Bürgermeister Jakob Eglseder eine Fachmesse des Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) für Sportstättenbau in Ingolstadt besucht hatte, arbeitete Zach auch diese Erkenntnisse noch mit ein. Fakt ist demnach, dass der TSV, wenn Zuschüsse des BLSV fließen sollen, als Bauherr und die Gemeinde lediglich als Geldgeberin auftritt.

Wie Eglseder informierte, war eine wesentliche Erkenntnis der Messe, dass die BLSV-Experten dazu rieten, keine 2,5- oder Dreifach-Halle sondern eine „Ballsporthalle mit multifunktionalen Nebenräumen“ zu planen. Auf Nachfrage von Andreas Eichhorn (SPD) meinte Eglseder, dass auch eine solche auf dem Skater-Areal Platz habe. Wie der Rathauschef außerdem sagte, muss der TSV Otterfing als Bauherr auftreten, wenn vom BLSV Zuschüsse fließen sollen. Über die möglichen Fördermittel informierte Gerhard Heimerer (CSU) seine Ratskollegen: „Wie mir der BLSV bei der Messe erläuterte, ist von deren Seite umgerechnet mit einer Förderung von circa zehn Prozent der Gesamtkosten zu rechnen.“ Zudem könne die Gemeinde mit einem zinsverbilligten Darlehen von nochmals etwa zehn Prozent der Kosten seitens des Bundes rechnen. „Bei einem Finanzbedarf von geschätzt mindestens fünf Millionen Euro für die neue Halle können wir auf diese nicht unerheblichen Fördermittel nicht verzichten. Wichtig ist daher, dass wir den BLSV von Anfang an mit ins Boot holen, um nicht einen falschen Stein zu setzen“, sagte Gerhard Heimerer (CSU) auch in Richtung TSV gewandt. Dessen Vorsitzender Erwin Eigenstetter verfolgte die Sitzung und erklärte dem Gremium auf Anfrage Eglseders: „Wir sind uns bewusst, dass der TSV die Verantwortung als Bauherr übernehmen muss. Da kommen wir wohl nicht drumherum.“ In welcher Rechtsform sich der TSV dieser Auflage stellen möchte, ließ Eigenstetter noch offen.

Außerdem wurden der TSV und alle als Nutzer der neuen Halle in Frage kommenden Vereine aufgefordert, ihren Raumbedarf zu aktualisieren und vorzulegen. „Mit entscheidend ist dabei, ob in der Halle neben Breitensport auch Wettkampfsport betrieben werden soll“, sagte Hubert Baldauf (Grüne). Architekt Zach hofft, dass die Otterfinger bei der Bürgerversammlung am Donnerstag, 11. April, vielleicht noch die ein oder andere gute Idee vorbringen. Im Mai sollte nach seinen Empfehlungen mit der Stoffsammlung Schluss sein, um dann zügig in das Planungsverfahren starten zu können. Ob Zach die Halle letztlich auch baut, ist offen, weil der Auftrag auf Grund des Volumens europaweit ausgeschrieben werden muss. Allerdings soll der Otterfinger Architekt dann als Kopf eines Steuergremiums dafür sorgen, dass das Projekt nicht aus dem Ruder läuft.

Wie es mit dem Sanitärgebäude mit geschätzten Kosten von 800.000 Euro weitergeht, hängt von den Kosten für die neue Halle am Skaterplatz ab. Im Ungewissen bleibt das Schicksal des Otterfinger Hofs. Der hat aber auch nach der Mind-Map von Zach nicht höchste Priorität. „Wir müssen schauen, wie lange wir das Gebäude über Wasser halten können. Die Entscheidung, was mit dem Otterfinger Hof letztendlich passieren soll, muss im Gemeinderat in Abhängigkeit des Haushalts noch getroffen werden“, stellte Eglseder fest. Bis auf weiteres beschränkt sich die Gemeinde darauf, den Betrieb mit einem möglichst geringen Finanz­aufwand am Laufen zu halten.

Einstimmig segnete der Gemeinderat schließlich die von Zach skizzierten nächsten Schritte ab. Zach schätzte, dass die neue Halle im Jahr 2024 in Betrieb gehen könnte, wenn alles nach Plan läuft. hac

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