Wie der Glaube befördert

Pfarrerehepaar Huber seit September in Neuhaus – das sind die ersten Pläne

Pfarrerehepaar Ilka und Andreas Huber mit seinen zwei Kindern
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Das neue Pfarrerehepaar Ilka und Andreas Huber hat zwei Kinder und ist zuständig für die evangelische Gemeinde in Schliersee, Neuhaus, Fischbachau und Bayrischzell.

Schliersee – In Schliersee-Neuhaus ist das Pfarrerehepaar Ilka und Andreas Huber seit September im Dienst. Sie freuen sich auf eine lebendige Gemeinde.

Weite und Freiheit, da sind sich Ilka und Andreas Huber einig, ist das, was ihr Glaube ihnen schenkt. Um diesen lebensbejahenden, positiven Ansatz an einer neuen Stelle zu verwirklichen, hatte sich das Pfarrerehepaar nach Schliersee-Neuhaus beworben.

Seit dem 1. September sind sie nun offiziell in Amt und Würden und haben mit ihrem lebendigen Einführungsgottesdienst schon Zeichen gesetzt. „Die Corona-Zeit ist natürlich eine besondere Zeit, um neu anzufangen“, überlegt Andreas Huber. „Aber sie bietet gerade für uns Seelsorger auch viele schöne Aufgaben. Wie gehe ich mit meiner Angst um, wohin lenke ich sie – das sind Themen, die viele Gläubige jetzt mehr beschäftigen als sonst. Da heißt es, aufmerksam sein und ein Gespür für die Befindlichkeiten zu entwickeln. Jeder reagiert auch anders.“ Immerhin sind es 1.500 Gläubige, für die Ilka und Andreas Huber da sein wollen.

Dass sich die Gemeinde auf Schliersee, Neuhaus, Fischbachau und Bayrischzell verteilt, war Andreas Huber, der im Chiemgau aufgewachsen ist, bekannt. Für Ilka Huber, die aus Bamberg stammt, ist es interessant, das Individuelle der einzelnen Orte zu erkunden. Beide wünschen sich, dass zwischen ihnen und den Gemeindemitgliedern Vertrauen entsteht und Vertrautheit wächst. „Ich werde versuchen, diese vier Gemeinden stärker zusammenzubinden – dass wir eine Einheit werden, das wünsche ich mir“, hofft Ilka Huber auf eine harmonische Zeit des Miteinanders.

Intern haben sie ihre Aufgaben verteilt: Andreas Huber fühlt sich in der Jugendarbeit wohl. „Konfirmationsunterricht und Freizeiten sind elementare Bausteine eines Erwachsenwerdens im Glauben – so habe ich es jedenfalls erlebt und so möchte ich es weitergeben“, sagt er. Ilka Huber, die wie ihr Mann in Neuendettelsau und Marburg Theologie studiert hat, übernimmt die Verwaltung, betreut schwerpunktmäßig Kinder und begleitet die jungen Familien. Die Seniorenarbeit mit Geburtstagsbesuchen und vielen Gesprächen ist beiden ein persönliches Anliegen.

Beide sind überzeugt, dass sie mit dem Dasein als Pfarrer ihren Idealberuf gefunden haben: „Wir begegnen so unterschiedlichen Menschen und Weltbildern – das ist eine ungeheure Vielfalt, die wir erleben dürfen.“ Kein Wunder, dass der Seelsorge daher eine besondere Rolle in ihrem beruflichen Dasein zukommt. „Wir sind beide so, dass wir meistens Menschen annehmen können, wie sie sind“, erzählt Andreas Huber. Und seine Frau ergänzt: „Wir sind oft überwältigt von dem, was wir tun können, indem wir einfach nur zuhören und aushalten, was jemand zu erzählen hat. Das Vertrauen, das Menschen uns für diesen Moment entgegenbringen, ist etwas, für das wir äußerst dankbar sind.“

Unvoreingenommenheit und Akzeptanz anderer Menschen ziehen sich wie ein roter Faden durch ihre Ausbildung und bisherige Berufsarbeit. Andreas Huber hat ein Studienjahr in Indien verbracht. „Das Land hat mich begeistert“, erinnert er sich. „In Indien treffen so viele Kulturen und Religionen aufeinander – da habe ich ungeheuer viel gelernt.“ Mit dieser inneren Bereitschaft, sich auf neue Situationen einzustellen, sind sie bisher auch gut durch den Lockdown und überhaupt durch die Corona-Zeit gekommen. „Als wir keinen Gottesdienst halten durften, haben wir viele Gemeindemitglieder für ein persönliches Gespräch angerufen und kreative Andachten im Internet angeboten. Dabei haben wir gemerkt, dass es oft besser ist, sich kurz zu fassen und geistliche Gedanken mit einem schönen Bild zu verknüpfen. Vielleicht muss man in Zukunft solche Ansätze ausbauen.“

Trotzdem ist ihnen ein attraktives Gottesdienstangebot mit echter Gemeinschaft ganz wichtig. „Dass man wenigstens einen Tag in der Woche hat, in dem Innehalten und sich selbst und anderen begegnen möglich ist, halten wir beide für die seelische Balance wichtig.“ Und noch ein weiteres liegt den Eltern zweier Kinder am Herzen: Der Dialog zwischen den Generationen – miteinander reden, sich respektieren, aufeinander zugehen, voneinander lernen – das ist für alle bereichernd. Dass der sonntägliche Gottesdienst ansprechend ist, ist beiden ein Anliegen: „Wenn die Menschen erleben, dass der Glaube das Leben befördert, dann haben wir viel erreicht.“ vwo

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