Das Parkdeck punktet

Pläne für Gmunder Bahnhofsareal vorgestellt – mit einem Haken

Visualisierung für ein Parkdeck am Gmunder Bahnhof
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So könnte das Parkdeck am Gmunder Bahnhof aus der Vogelperspektive von Nordosten her aussehen. Es wäre die deutlich günstigere Variante.

Gmund – Eine Tiefgarage oder ein Parkdeck soll am Gmunder Bahnhof entstehen. Im Gemeinderat wurden nun erste Ideen vorgestellt.

Das Gmunder Bahnhofsareal soll ein neues Gesicht bekommen. Auf dem Platz nordöstlich des Bahnhofsgebäudes soll ein Aufenthaltsbereich mit Sitzbänken und Begrünung entstehen, auf der Südwestseite der neue Busbahnhof und Parkraum. Bei den Parkplätzen stellt sich nun die Frage, ob Tiefgarage oder Parkdeck. Eine dazu in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie wurde nun im Gemeinderat vorgestellt.

Karl Schütz vom Planungsbüro Schütz in Kempten stellte die beiden Varianten unter den Aspekten Finanzen, Ortsbild und Mobilität gegenüber. Der Entwurf einer Tiefgarage mit zwei Ebenen würde Platz für 53 Autos bieten. Die Zufahrt soll auf der Südwestseite des Areals bei den bestehenden Gemeindehäusern liegen, auf der Nordostseite (Richtung ZOB) wäre ein Aufzug mit Abgang vorgesehen. Im unteren Geschoss würden durch zusätzliche fünf Parkplätze unter der Abfahrtrampe 29 Autos Platz finden.

Auch Ladestationen für E-Autos sieht der Plan vor. Hätte diese Option einen klaren optischen Vorteil – sie würde einfach im Boden verschwinden – wies Schütz zugleich auf ein altbekanntes Problem hin: den instabilen Untergrund aus Seeton. „Eine Tiefgründung wäre extrem teuer und hier ausgeschlossen“, machte der Ingenieur deutlich. Allenfalls eine schwimmende Gründung wäre denkbar, bei der eine dicke Bodenplatte auf dem lockeren Untergrund liegen würde.

Auch die Verbauung der Baugrube wäre entsprechend aufwendig. Das schlägt sich in der Kostenrechnung nieder: Etwa 1,98 Millionen Euro wären der Preis für diese Variante, davon allein 660.000 Euro Mehrkosten infolge des ungünstigen Baugrundes. 1 Million Euro kostete die Garage an sich, 270.000 Euro die Erschließung der oberen, ebenerdigen Parkebene. 50.000 Euro müssten für die Ladestationen aufgewendet werden. Ein Parkplatz kostet die Gemeinde damit etwa 37.300 Euro.

In fast jeder Hinsicht günstiger schnitt ein mögliches Parkdeck ab. Dort könnten 61 Autos parken, acht mehr als in der unterirdischen Variante. Die Gründung würde mittels Beton-Rammpfählen erfolgen. Eventuell müsste ein Teilbereich zur Wiesseer Straße mittels Spundwandverbau stabilisiert werden. Der Entwurf sieht zwei Abgänge vor, einen auf der Straßenseite, den zweiten Richtung Busbahnhof. Schütz wies auf die Notwendigkeit eines barrierefreien Ausgangs hin. Außerdem könnten die zwischen der fraglichen Parkfläche und dem ZOB geplanten Fahrradstellplätze wettergeschützt unter dem Dach des Parkdecks untergebracht werden.

Diese zweite Option würde – ebenfalls mit Ladestationen – mit etwa 1,16 Millionen Euro zu Buche schlagen, wovon der Bau des Parkdecks an sich 630.000 Euro ausmachen würde, die Baugrube 215.000 Euro. Neben Optik und Kosten sprächen auch Bauzeit, Unterhaltskosten und bequemere Nutzbarkeit durch mehr Raum bei der Einfahrt für diesen Entwurf.

Dass als Minuspunkt die Sichtbarkeit gegenübersteht, räumte Schütz ein. Zwar würde das Deck Richtung Südwesten immer mehr in die Landschaft eintauchen, von der Straße aus bliebe immer die Betonbrüstung sichtbar. Als Alternative schlug er ein Geländer mit Glasfüllung vor. Auch andere Veränderungen seien durchaus möglich, etwa eine Verkürzung des Parkdecks. „Wir haben hier nur einen Vorentwurf unter maximaler Nutzung des Baufensters vorgelegt“, schloss er seine Präsentation.

Das Gremium favorisiert zum Großteil ein Parkdeck, sieht aber in einigen Details noch Veränderungsbedarf. In der nächsten Sitzung soll der Beschluss gefasst werden. Die Pläne sind auch auf der Homepage der Gemeinde einsehbar. Bürgermeister Alfons Besel richtete einen Appell an alle Bürger, sich den Vorentwurf anzusehen und ihre Meinung dazu zu schreiben. ger

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