Pläne für die „Gute Stube“ der Gemeinde

Präsentation des Konzepts zur Neugestaltung von Gmunder Bahnhofsareal und Wiesseer Straße

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Professor Lothar Zettler von LARS Consult präsentierte das städte­bauliche Konzept.

Gmund – Das Areal rund um den Gmunder Bahnhof ist nicht gerade eine Augenweide. Grau und trist präsentiert sich auch die Wiesseer Straße. Doch das soll sich ändern. Die Gemeinde will Gmunds „Gute Stube“ auf Vordermann bringen und ihr ein neues Gesicht verleihen. Bei einem Info-Abend präsentierte die Kommune vor kurzem das städtebauliche Konzept erstmals der Öffentlichkeit und lud die Bürger zur Diskussion ein.

Rund 100 Zuhörer waren in den Neureuthersaal gekommen, um zu erfahren, wie die Verschönerungspläne für die obengenannten Bereiche aussehen. In einem kurzen Rückblick rief Bürgermeister Alfons Besel in Erinnerung, dass man bereits vor 20 Jahren das Bahnhofsareal samt Umfeld „im Blick“ gehabt habe. „Damals hat sich das zu überplanende Gebiet nach Westen erstreckt“, erläuterte der Rathauschef und merkte an, dass dieses Vorhaben an Eigentumsverhältnissen gescheitert sei. Ende 2012 habe die Gemeinde dann das Bahnhofsareal mit sämtlichen Liegenschaften erwerben können. Besel sprach bei der Informations-Veranstaltung von einem „großartigen Schachzug“. Im weiteren Überblick zeigte der Bürgermeister auf, dass sich der Gemeinderat bei einer Klausurtagung im März 2015 intensiv mit der Entwicklung des Bahnhofviertels auseinandergesetzt und ein städtebauliches Konzept erarbeitet habe. Allerdings sei das ursprünglich geplante Hotelprojekt wegen schwieriger Bodenverhältnisse und ungeklärter Erschließungssituation gestoppt worden. „An der Problematik hat sich nichts geändert“, machte Besel deutlich und wies darauf hin, dass man sich deshalb nur auf das nördliche Areal beschränken könne.

Was sich dort ästhetisch-gestalterisch und funktional verbessern lässt, stellte Lothar Zettler vom Memminger Planungsbüro LARS Consult vor. Laut Planung soll der bisherige Park-and-Ride-Platz an der Oberfläche verkleinert und unterirdisch durch eine Tiefgarage – ein Aufzug gewährleistet barrierefreien Zugang – wieder erweitert werden. Ähnlich der derzeitigen Stellplatzanzahl (60) würden auf diese Weise insgesamt 64 Parkplätze – davon 34 oberirdisch – entstehen. Eine Baumreihe zur Straße hin soll für optische Auflockerung sorgen. „Das Ganze soll eine homogene Einheit bilden“, sagte Zettler.

Wegen des begrenzten Raumes als „wesentlich schwieriger und problematischer“ sah der verantwortliche Planer den Busbahnhof. Dieser soll von der Ost- auf die Westseite des Bahnhofs verlegt werden. „Wir haben hier die klare Vorgabe, dass sechs Busse Platz haben müssen“, erklärte Zettler. In der Mitte des neuen Busbahnhofs entstehe ein Bussteig mit einer niedrigen, 30 Meter langen, transparenten Überdachung, die Fahrgäste vor Regen schützen soll. „Ein Pult- oder Satteldach würde das Alleinstellungsmerkmal des Bahnhofgebäudes zerstören“, stellte Zettler fest. Wie der Planer weiter erläuterte, seien am Rande des Busbahnhofs noch Parkplätze für Touristenbusse vorgesehen. „Somit haben wir eine multifunktionale Lösung, die alle Erfordernisse erfüllt.“

Auf der Ostseite direkt neben dem Bahnhofgebäude sieht die Entwurfsplanung einen mit Bäumen gesäumten kleinen Platz mit Sitzgelegenheiten und einem Kiosk vor. Als zusätzlichen Hingucker könnte sich hier Zettler gut einen Brunnen oder ein Kunstwerk vorstellen. Die restliche Fläche des großen Bahnhofplatzes stünde als Parkraum zur Verfügung, eigne sich aber auch für Festivitäten. Selbstverständlich wurde auch an Fahrradständer sowie Ladestationen für E-Bikes und E-Autos gedacht. Entlang der Wiesseer Straße sollen Bäume zur Verschönerung der Ortszufahrt beitragen. „Sie gestalten hier die Eingangszone. Das ist die Haustür“, machte Zettler deutlich, der sich von der Allee-Wirkung auch ein langsameres Fahren verspricht.

„Es ist ein gut durchdachtes Konzept“, lobte Bürgermeister Besel am Ende der Präsentation und hob hervor, dass es gerade in Sachen Busbahnhof „Millimeterarbeit“ gewesen sei.

In der anschließenden Diskussion gab ein Pendler aus Kreuth zu bedenken, dass die 64 Pendler-Parkplätze nicht ausreichen würden. Man müsse „in die Zukunft blicken“. Schon heute seien an bestimmten Tagen die vorhandenen Plätze mehr als ausgeschöpft. Einige Gmunder fanden die Anzahl der an der Ostseite des Bahnhofgebäudes geplanten Kurzzeitplätze überdimensioniert. Ihrer Meinung nach wäre es besser, dem Café Wagner eine Terrasse auf der Sonnenseite zu ermöglichen. Bezweifelt wurde hingegen die Notwendigkeit eines Kiosks. Als sinnvoll erachtete eine Bürgerin, die Fahrradstellplätze zu überdachen. Zudem kam ein Vorschlag, für Fahrräder Plätze in der Tiefgarage zu schaffen.

„Herzlichen Dank für die guten Anregungen und Vorschläge. Begleiten Sie den Prozess weiterhin und bringen Sie sich ein. Es wird eine spannende Geschichte“, sagte Bürgermeister Alfons Besel am Ende des Abends und verwies auf die auf der Homepage der Gemeinde veröffentlichte Planung. rei

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