Platz für den Bach

Hochwasserschutz für Moosrain: „Ja“ zur Planung

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Dieser Überbau galt bislang als Nadelöhr.

Gmund – Seit vielen Jahren beschäftigt der geplante Ausbau des Moosbachs den Gmunder Gemeinderat. Ziel ist ein besserer Hochwasserschutz für Moosrain. Die endgültige Planung hat kürzlich der Gemeinderat abgesegnet. Somit ist der Startschuss für die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens gefallen. Allerdings fordert die Baumaßnahme ihren Tribut: Auf einem zwischen der Bahnhof- und Schaftlacher Straße gelegenen Privatgrundstück der Familie Kubitzek-Zacherl soll eine 850 Quadratmeter große Retentionsfläche entstehen.

Bereits fertiggestellt sind die Abschnitte A und C des Hochwasserschutzes. Am Abschnitt B – er wird mit gut 800.000 Euro zu Buche schlagen – hakte es aber bislang aufgrund Anrainer-Proteste. „Es haben zig Besichtigungen und viele Gespräche mit betroffenen Anliegern vor Ort stattgefunden“, hielt Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing Rückblick. Wegen des noch mangelnden Bachausbaus habe die Gemeinde eine bedingte Erlaubnis für einen gedrosselten Durchfluss im 2009 gebauten Hochwasserdamm erhalten. Die Frist für die bereits viermal verlängerte Sondergenehmigung laufe jedoch Ende 2017 ab. „Es ist viel Zeit vergangen“, machte von Preysing, der die besagte Baumaßnahme noch in seiner Amtszeit auf den Weg bringen möchte, deutlich.

Geht von nun an alles glatt über die Bühne, könnte der Hochwasserschutz für den Abschnitt B nach Durchführung des Genehmigungsverfahrens noch 2018 ausgeschrieben und schließlich in Angriff genommen werden. Die Maßnahme im Detail stellten Frank Kleist vom Münchner Ingenieurbüro SKI, Baudirektor Andreas Holderer vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim und Landschaftsökologe Hans Schmidt vom Büro Ökon vor. Vom Tisch sind die ursprünglich angedachten Schutzmauern oberhalb des Geländes. Der verlorengehende Retentionsraum wird durch ein Retentionsbecken bei Familie

Kubitzek-Zacherl geschaffen. Kleist sprach von einem „sehr weitgehenden Kompromiss“, den man hier gefunden habe. Die Sohle des Moosbachs soll um 70 bis 80 Zentimeter eingetieft werden. Eingefasst werde der Bach von einer Wand aus Wasserbausteinen. Dadurch entstünden wiederum Fischunterstände.

Der Verlust von Gehölzbeständen müsse ebenso in einem landschaftspflegerischen Begleitplan bewertet werden wie beispielsweise eine vorübergehende Beeinträchtigung der Wasserqualität während der Baumaßnahme, erklärte Schmidt. Der Öko-Experte wies in diesem Zusammenhang auch auf erforderliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen hin und kam zu dem Schluss, dass der Eingriff mehr als ausgeglichen sei und Gmund unter Umständen sogar Punkte ins Öko-Konto einspeisen könne.

Was den Überbau des ehemaligen Hotels Eder direkt an der Bundesstraße angeht, so wird dieser bestehen bleiben. Dass dadurch die Kosten des Bachausbaus in die Höhe getrieben werden, kritisierte Gemeinderätin Helga Wagner (Grüne) heftig: „Dass sich einer zum Schaden der Allgemeinheit wehren kann, verstehe ich nicht“, brachte sie ihre Verärgerung zum Ausdruck. Die Gemeinde habe dem Besitzer in puncto Abbruch ein „sehr großzügiges Angebot“ unterbreitet, worauf er jedoch nicht eingegangen sei, berichtete von Preysing.

Den naturnahen Ausbau des Baches bezeichnete Vizebürgermeister Georg Rabl (FWG) als „Riesenvorteil“ für den gesamten Ort und ließ verlauten: „Ich hoffe, dass das Verfahren zügig durchgeht.

Die Kosten für Abschnitt B des Hochwasserschutzes werden sich auf 805.000 Euro netto belaufen. „Die Maßnahme ist förderfähig. Der Freistaat Bayern wird sie mit 50 Prozent bezuschussen“, informierte Andreas Holderer. 

rei

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