Polizei berichtet

Schwerer Unfall in Gmund und gerettetes Rehkitz in Schliersee

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Landkreis – Mehrere Fälle haben die Polizeibeamten in Landkreis in den vergangenen Tagen beschäftigt, darunter ein schwerer Unfall in Gmund und ein gerettetes Rehkitz in Schliersee.

Am Donnerstagnachmittag (21. Mai) etwa 15.15 Uhr befuhr ein 72-jähriger Fischbachauer mit seinem Honda die Staatsstraße von Ostin in Richtung Seeglas. Ihm entgegen kam eine 35-Jährige aus Reichersbeuern mit ihrem Hyundai. Mit im Fahrzeug saß ihre 64-jährige Mutter.

Zirka 300 Meter vor dem Kreisverkehr überholte der Fischbachauer bergab einen Roller, obwohl Gegenverkehr kam, berichtet die Polizeiinspektion Bad Wiessee. Die Dame aus Reichersbeuern versuchte noch, dem Honda nach rechts auszuweichen. Dabei touchierte sie die Leitplanke. Es kam aber trotzdem zum Frontalzusammenstoß beider Fahrzeuge.

Der 72-Jährige wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt und von der Freiwilligen Feuerwehr Gmund, die mit drei Fahrzeugen und zehn Mann anrückte, nach kurzer Zeit befreit. Die Staatsstraße war für etwa 1,5 Stunden total gesperrt. Die Feuerwehr leitete den Verkehr um. Aufgrund ausgelaufener Betriebsstoffe musste die Fahrbahn nach dem Abschleppen der Fahrzeuge gereinigt werden.

Der Unfallverursacher war aufgrund einer Unterzuckerung während der Unfallaufnahme nicht mehr ansprechbar und kam mit einem stumpfen Bauchtrauma ins Krankenhaus Bad Tölz. Die beiden Frauen aus Reichersbeuern erlitten einen Schock und kamen zur weiteren Abklärung nach Agatharied ins Krankenhaus – besonders, da die Fahrerin in der 25. Woche schwanger ist.

An der Unfallstelle waren drei Rettungswagen und ein Notarzt. Beide Fahrzeuge erlitten nach ersten Erkenntnissen Totalschaden. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 25.000 Euro.

Große Rettungskette für Rehkitz

Unterdessen berichtet die Polizeiinspektion Miesbach von einer Rehkitzrettung. Am Mittwochabend (20. Mai) gegen 21 Uhr wählte ein 34-jähriger Wanderer aus dem Nachbarlandkreis den Notruf der Polizei. Er sei beim Wandern in Schliersee und hätte beim Hennerer ein verwaistes Rehkitz am Wegesrand gefunden. Er und seine Freundin hätten es eingepackt und mit Jacken warm umwickelt.

Die Beamten der Polizei Miesbach machten schon im Telefonat und später vor Ort deutlich, dass Rehkitze grundsätzlich nicht angefasst werden sollten. Um dem 1.300 Gramm leichten Kitz zu helfen, wurde es zunächst im Stall bei einem der eingesetzten Beamten untergebracht. Anschließend fuhren die Beamten nach Fischbachau und organisierten einen Liter Ziegenmilch vom Leitzacher Ziegenhof der Familie Haase, um die Erstversorgung sicherzustellen.

"Das Rehkitz, frisch mit 38 Grad warmer Ziegenmilch gestärkt, wurde um 23 Uhr am Bahnhof in Gmund an Johanna Ecker-Schotte, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, übergeben, die sich bereiterklärte, den Transport zu übernehmen", heißt es vonseiten der Polizei. Die Beamten hoffen, dass das Tier überlebt und später wieder ausgewildert werden kann.

12-jähriger Schulsanitäter hilft Verunfalltem

Des Weiteren berichtet die Polizeiinspektion Miesbach von einem Unfall in einer Garage in Hausham am Freitagvormittag (22. Mai) gegen 8.40 Uhr. Dabei wollte ein 82-jähriger Haushamer eine Leiter aus seiner Garage holen. Seine 79-jährige Ehefrau befand sich auch in der Garage, um dort zu putzen. Ohne jegliche Fremdeinwirkung fiel ihm und seiner Frau plötzlich ein an der Garagendecke befestigtes Metallgestell auf den Kopf.

Ein 12-jähriger Junge und sein Vater bemerkten die Schreie des Ehepaares und eilten ihm zu Hilfe. Der Vater wählte den Notruf, während der Junge sich um das leicht verletzte Ehepaar kümmerte. Er ist Schulsanitäter und traf sofort die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen, indem er selbstständig die zuerst stark blutende Kopfplatzwunde des 82-Jährigen verband. Bei dessen Ehefrau stoppte er die Blutung der etwas kleineren Kopfplatzwunde mittels einer Kompresse, bis der Rettungswagen und die Polizei vor Ort waren.

"Dem jungen Ersthelfer ist ein außerordentlich großes Lob für seinen zivilcouragierten Einsatz auszusprechen", erklärt die Polizei. "Durch sein Handeln konnten schlimmere Folgen der Verletzungen verhindert werden." ksl

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