Mit über 200 km/h abgehauen

Verfolgungsjagd auf A8: Tölzer (46) durchbricht Corona-Kontrolle mit 600-PS-Wagen

Verfolgungsjagd auf Autobahn
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Eine Corona-Grenzkontrolle auf der A93 bei Kiefersfelden führte zu einer wilden Verfolgungsjagd auf der A8.
  • vonKatja Schlenker
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Rosenheim/A93/A8 – Nach einer filmreifen Verfolgungsjagd auf der A8 haben Bundespolizisten einen Tölzer am Irschenberg gestoppt. Er wollte ohne Corona-Test über die Grenze.

Statt sich der Grenzkontrolle auf der Autobahn A93 bei Kiefersfelden zu unterziehen, beschleunigte ein deutscher Autofahrer am Wochenende seinen 600-PS-Wagen, um sich offenkundig der grenzpolizeilichen Überprüfung zu entziehen, berichtet Sprecher Rainer Scharf von der Bundespolizeiinspektion Rosenheim.

Die Flucht mit zeitweise über 200 Kilometer pro Stunde endete am Samstagnachmittag (13. März) nach einer kilometerlangen Verfolgungsfahrt auf der A8 nahe Irschenberg. „Nachdem der 46-Jährige von der Bundespolizei gestoppt werden konnte, gab er sich völlig ahnungslos“, erklärt der Sprecher.

Nicht zu leugnen sei jedoch, dass er und seine 30-jährige Begleiterin auf dem Beifahrersitz nach der Einreise aus dem Virusvariantengebiet Tirol weder über einen negativen Corona-Test verfügten noch eine Einreiseanmeldung nachweisen konnten.

Tölzer Autofahrer flüchtet vor Corona-Grenzkontrolle

Alles begann eher harmlos: Als er das erste Mal von den Grenzpolizisten an der Inntalautobahn vor dem Kontrollzelt der Bundespolizei befragt wurde, verneinten der Fahrer und seine Begleiterin, sich für die Einreise registriert und einen Corona-Test durchgeführt zu haben.

„Als der Fahrzeugführer daher aufgefordert wurde, in die Kontrollstelle einzufahren, erweckte er zunächst den Anschein, sich der eingehenden Überprüfung unterziehen zu wollen“, erklärt Rainer Scharf. „Nach mehreren Metern Schrittgeschwindigkeit gab der Fahrer des hoch motorisierten Autos mit Tölzer Kennzeichen allerdings abrupt Gas und fuhr an der Ausleitung vorbei.“

Mann (46) und Begleiterin (30) ohne Corona-Test an Grenze

Ein für solche Fälle bereitstehendes Fahrzeug der Bundespolizei verfolgte sogleich mit Blaulicht und Martinshorn die Flüchtenden. Zudem wurden weitere, auf der A93 und der A8 eingesetzte Streifenfahrzeuge verständigt, um das Fahrzeug bei geeigneter Gelegenheit zu stoppen. „Augenscheinlich überschritt der Fahrer vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzungen erheblich und unterschritt den Mindestabstand zu anderen Fahrzeugen deutlich“, resümiert die Polizei.

Nach rund 40 Kilometern gelang es den Bundespolizisten, den flüchtenden Raser auf Höhe Irschenberg zu stoppen, ohne dass andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden. „Der Mann gab an, dass er beim Grenzübertritt davon ausgegangen sei, seine Fahrt ohne eingehende Kontrolle fortsetzen zu dürfen“, erläutert Bundespolizei-Sprecher Rainer Scharf. „Außerdem hätte er nicht gewusst, dass man einen negativen Corona-Test bei der Einreise benötigen würde.“

Anzeigen nach wilder Verfolgungsjagd auf A8

Er und seine Mitfahrerin wurden aufgrund der fehlenden Tests und Einreiseanmeldungen nach der Coronavirus-Einreiseverordnung angezeigt. Die Bundespolizei hat die Personalien dem für die Bußgeldverfahren zuständigen Landratsamt in Rosenheim weitergeleitet.

Doch dabei bleibt es nicht: Ebenso haben die Beamten gegen den Fahrer ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, weil er sich der Polizeikontrolle nach dem Passgesetz entzogen hat. „Darüber hinaus wird er sich wohl auch noch mit einer Strafanzeige auseinanderzusetzen haben“, heißt es weiter. Die eingeschaltete Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim ermittelt, weil der Fahrer während seiner Flucht den Straßenverkehr gefährdet hat.

Nachdem die beiden Personen den corona-bedingten Nachweispflichten nachträglich entsprechen konnten, durften sie nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen die Autofahrt in Richtung München fortsetzen. ksl

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