Schwerer Unfall am Dienstag

BOB-Zug kracht bei Lochham frontal in Auto – drei Schwerverletzte und demoliertes Schalthaus

Die Polizei ermittelt, warum der 29-Jährige auf den Bahnübergang fuhr.
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Die Polizei ermittelt, warum der 29-Jährige auf den Bahnübergang fuhr.

Warngau – Ein Zug der BRB hat am Dienstag ein Auto am unbeschrankten Bahnübergang bei Lochham erfasst. Die drei Insassen des Peugeot wurden schwer verletzt.

Update, 18. September, 17.25 Uhr: Bahnübergänge gesichert

Bei dem Unfall am Bahnübergang bei Thann wurde auch Eisenbahninfrastruktur schwer beschädigt. Aktuell stehen Sicherungsposten der DB Netz AG bereits an zwei der Bahnübergänge zwischen Holzkirchen und Warngau. Dies führt zu Verspätungen der BRB-Züge, da diese in Richtung Holzkirchen noch an zwei weiteren Bahnübergängen anhalten müssen. Eine Umstellung der Überwachungssystematik ab Montag (21. September) bedeutet einen Rückgang der Verspätungen.

Bei dem Unfall am Bahnübergang zwischen Holzkirchen und Schaftlach wurde am 8. September die Eisenbahninfrastruktur, die der Sicherung der Strecke dient, stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Unfall brachte mit sich, dass die Bahnübergänge zwischen Holzkirchen und Warngau nicht mehr vollständig funktionstüchtig waren. Verspätungen der BRB-Züge waren die Folge, da die Züge vor den Bahnübergängen anhalten mussten.

Die DB Netz AG konnte jetzt weiteres Personal bereitstellen, sodass nun alle betroffenen Bahnübergänge in Thann und Lochham sowie an Tegernseer und Miesbacher Straße in Holzkirchen gesichert werden können. „Damit können die Züge die Strecke ab Montag wieder mit Fahrplangeschwindigkeit befahren“, teilt die BRB mit. „Allerdings bedeutet die Sicherung der weiteren Bahnübergänge auch, dass Autofahrer aus Gründen der Verkehrssicherheit etwas länger an Bahnübergängen warten müssen, bis diese durch die Bahnübergangsposten freigegeben sind.“

Update, 9. September, 11.25 Uhr: BRB meldet Schäden 

Bei dem Unfall am Bahnübergang bei Thann am Dienstag (8. September) ist auch die Eisenbahninfrastruktur schwer beschädigt worden, teilt die Bayerische Oberlandbahn GmbH mit. Aktuell kommt es daher zu erheblichen Verspätungen im gesamten Netz Oberland.

Bei dem Unfall am Bahnübergang zwischen Holzkirchen und Schaftlach wurde die Eisenbahninfrastruktur, die der Sicherung der Strecke dient, in Mitleidenschaft gezogen: Das Schalthaus in Thann wurde schwer beschädigt und ist nicht mehr funktionsfähig. Dies bedeutet, dass derzeit Bahnübergänge südlich von Holzkirchen mit verminderter Geschwindigkeit angefahren und von Mitarbeitern der BRB manuell gesichert werden müssen. Dies führt bei jeder Zugfahrt zu Verspätungen von 10 bis 15 Minuten.

„Die DB Netz AG als Eigentümerin der Infrastruktur arbeitet derzeit unter Hochdruck an einer Übergangslösung, da die Reparatur der schweren Infrastrukturschäden lange Zeit beanspruchen wird“, heißt es in einer Mitteilung der BRB. „Diese wird voraussichtlich im Laufe des Donnerstags (10. September) umgesetzt.“

Infos zu den Fahrplanänderungen stehen auf www.brb.de bereit, werden sukzessive aktualisiert und auch in die digitalen Auskunftssysteme übertragen.

Vorbericht

Wie die Polizeiinspektion Holzkirchen berichtet, fuhr ein 29-Jähriger aus Baden-Württemberg gegen 12.30 Uhr von Lochham in Richtung Thann. Auf dem Beifahrersitz saß eine 22-Jährige und auf dem Rücksitz sein vier Monate alter Sohn. Der 29-Jährige überfuhr den unbeschrankten Bahnübergang nach Thann ausgerechnet, als ein Zug der BRB von Lenggries in Richtung Holzkirchen kam. „Der Zug rammte den Peugeot frontal und schleuderte diesen gegen ein Schalthäuschen neben den Bahngleisen", teilt die Polizei mit. Der Zug kam kurz vor dem nächsten Bahnübergang zum Stehen.

Die 22-jährige Beifahrerin war zunächst im Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr aus dem Auto geholt werden. Sie wie auch der Fahrer des Autos und das Baby kamen schwer verletzt in Krankenhäuser in Miesbach und München. Die 46 Menschen aus dem Zug blieben unverletzt. Ein Bus brachte sie zum Bahnhof nach Holzkirchen.

Durch den Unfall entstand ein Sachschaden in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro. Nachdem der Zug notdürftig ertüchtigt wurde, konnte er weiterfahren. Die Zugstrecke blieb etwa für drei Stunden gesperrt.

Gegen den 29-jährigen Fahrer hat die Polizeiinspektion Holzkirchen ein Strafverfahren eingeleitet. Warum er trotz des herannahenden Zugs auf den Bahnübergang aufgefahren ist, ist unklar und wird ermittelt.

An der Unfallstelle waren etwa 50 Einsatzkräfte der Feuerwehren Holzkirchen und Warngau sowie mehrere Rettungswagen und zwei Hubschrauber im Einsatz. ft; ksl

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