Einsatz nahe Holzkirchen

Viel zu schwer und ohne Führerschein: Polizei stoppt Kleintransporter auf A8

Digitale Anzeige „Bitte folgen“
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„Bitte folgen“ zeigte die Polizei dem Fahrer des Kleintransporters an. Zunächst ohne Erfolg.
  • vonKatja Schlenker
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Holzkirchen – Einen Kleintransporter haben Beamte der Autobahnpolizeistation Holzkirchen auf der A8 aus dem Verkehr gezogen. Der Fahrer machte mehr falsch als richtig.

Bereits am Dienstag (23. Februar), gegen 9.30 Uhr, wurde auf der Autobahn A8 in Richtung Salzburg ein auffälliger polnischer Kleintransporter festgestellt. Durch eine Streife konnte augenscheinlich eine erhebliche Schieflage und Überladung erkannt werden. Zudem schienen dem Fahrer Blinker und deren Zweck im öffentlichen Straßenverkehr fremd zu sein, berichtet die Autobahnpolizeistation Holzkirchen.

Vor der Anschlussstelle Holzkirchen wurde dem 39-jährigen georgischen Berufskraftfahrer im uniformierten Streifenwagen das Signal „Bitte folgen – Follow me“ gegeben. „Der Fahrer jedoch zeigte keine Reaktion“, teilt die Polizei mit. „Das zugeschaltete Blaulicht bewegte den Fahrer dann doch zum Folgen. Jedoch überlegte er es sich dann kurz vor der Ausfahrt Holzkirchen anders und fuhr weiter in Richtung Salzburg.“

Die Streife musste dann zunächst wenden, konnte den Lkw aber vor Weyarn auf der Autobahn einholen. Nach kurzer mündlicher Schelte wurde dem Fahrer dann erklärt, dass er nun folgen und an der Anschlussstelle Weyarn wenden muss, um zur Autobahnpolizeistation Holzkirchen zu gelangen.

Etwa 1,5 Tonnen zu schwer beladen

Dort angekommen wurde der Kleintransporter zunächst mit der Brückenwaage gewogen. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm konnte der Iveco des Georgiers satte 5.060 Kilogramm vorweisen. „Dies muss dem Fahrer bewusst gewesen sein, da in seinen Ladepapieren die Gewichte vermerkt waren“, resümiert die Polizei.

Daraufhin folgte eine ganzheitliche Kontrolle des Fahrzeugs und des Fahrzeugführers. Die Schieflage des Lkw erklärte sich schnell durch einen Defekt an der Luftfederung auf der rechten Seite. Dieser Mangel konnte jedoch mithilfe eines technisch versierten Kollegen noch während der Kontrolle behoben werden.

Handybild einer verwaschenen Kopie eines Führerscheins

Der Fahrer selbst wies sich nur mit einem georgischen Reisepass aus. Einen Führerschein konnte er nicht vorweisen und zeigte lediglich ein Handybild von einer verwaschenen Kopie eines Führerscheins vor. Beim Überprüfen des Reisepasses wurde festgestellt, dass er das erforderliche Visum, welches er zur Erwerbstätigkeit im EU-Raum benötigt, nicht hat.

Daraufhin wurde die Staatsanwaltschaft informiert, welche nun die im Raum stehenden Vergehen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und des illegalen Aufenthalts prüft. Der Georgier hinterließ für die zu erwartende Geldbuße eine Sicherheitsleistung in erheblicher Höhe und konnte seine Heimreise erst am Nachmittag antreten, als ein Kollege aus Polen eintraf. ksl

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