Chaotische Verkehrssituationen verhindern

Polizeipräsidium Oberbayern-Süd bereitet sich auf Ausflugsverkehr vor

Polizeipräsident Robert Kopp
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Polizeipräsident Robert Kopp appelliert an Ausflügler und Anwohner, besonnen zu handeln.

Landkreis – Um den teils chaotischen Zuständen beim Ausflugsverkehr Herr zu werden, setzt das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd auf verstärkte Kontrollen im Oberland.

Das seit vielen Jahren immer stärker auftretende Phänomen des Ausflugsverkehrs rückte 2020 verstärkt in den Fokus von Politik, Medien und Bevölkerung. Die Berg- und Seeregionen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd ächzten an sonnigen Wochenenden, Feiertagen und während der Schulferien unter belastenden Verkehrsverhältnissen. Im Rahmen von Schwerpunkteinsätzen werden die betroffenen Dienststellen von März bis September 2021 intensivierte Maßnahmen durchführen, um den Verkehr zu überwachen und die Sicherheit auf den Straßen aufrecht zu erhalten.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd befinden sich zahlreiche touristische Hotspots. Die An- und Abfahrtswege sowie öffentlichen Parkplätze waren bereits vor der Corona-Pandemie regelmäßig durch den Ausflugsverkehr überfüllt und nicht mehr aufnahmefähig. 2020 kam es in den Regionen der oberbayerischen Berge und Seen zu neuen Belastungsspitzen. „Ausflugsparkplätze waren vielerorts schon am frühen Vormittag restlos überfüllt, sodass zahlreiche Fahrzeuge am Fahrbahnrand, auf Grünstreifen, in Wäldern oder auf Wiesen abgestellt wurden“, erklärt Sprecherin Carolin Englert vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd. „Diese Wildparkerei führte oftmals zu massiven Verkehrsproblemen, da auf schmalen Zufahrtsstraßen durch die am Fahrbahnrand geparkten Fahrzeuge erhebliche Behinderungen entstanden.“

Dass sich dieser negative Trend auch heuer fortsetzen wird, bewies bereits ein sonniges Wochenende Ende Februar. Weil die Zufahrtsstraße zu einem Wanderparkplatz am Samerberg im Landkreis Rosenheim zugeparkt worden war, sollten vier Fahrzeuge von der Polizei abgeschleppt werden. „Zwei Fahrzeugführer kamen gerade noch rechtzeitig zu ihren Fahrzeugen und konnten nach der Anzeigenaufnahme selbst wegfahren“, berichtet die Polizei. „Für zwei andere wurde der Ausflug teuer, da sie zusätzlich zu einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg auch die vollen Abschleppkosten tragen mussten und zunächst ohne Auto dastanden.“

Um die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten und insbesondere eklatante Parkverstöße zu verhindern, werden die vom Ausflugsverkehr betroffenen Dienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd ab Samstag, 27. März, bis zum Ende der bayerischen Sommerferien im September verstärkt überwachen, ob die Straßenverkehrsordnung eingehalten und Rettungswege in Ausflugsregionen freigehalten werden. „Dabei werden örtliche und zeitliche Schwerpunkte gebildet“, erklärt Carolin Englert. „Die Polizeiinspektionen werden dabei auch von den Operativen Ergänzungsdienststellen, der Verkehrspolizei, der Kontrollgruppe Motorrad und von Einsatzkräften der bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt.“ Festgestellte Verstöße werden konsequent geahndet. Dies kann von einem Verwarnungsgeld oder einer Ordnungswidrigkeitenanzeige bis hin zum Abschleppen des Fahrzeugs führen.

„Es ist der Polizei 2021 ein großes Anliegen beim Thema Ausflugsverkehr den Gemeinschaftssinn zu wecken. Gegenseitige Rücksichtnahme, wie sie auch in der Straßenverkehrsordnung eingefordert wird, erwarten wir deshalb in gleicher Weise von Anwohnern und Ausflüglern. Jeder einzelne ist aufgefordert, seinen individuellen Beitrag zu leisten“, sagt Polizeipräsident Robert Kopp. „Wir nehmen einerseits die Sorgen und Beschwerden von Anwohnern der Hotspot-Regionen ernst, akzeptieren jedoch auch keine Selbstjustiz wie das Beschädigen von geparkten Fahrzeugen mit auswärtigen Kennzeichen oder das Aufstellen von Schildern mit Beschimpfungen. Genauso wenig akzeptabel ist rücksichtloses und verkehrswidriges Verhalten im Rahmen des Ausflugsverkehrs und beim Abstellen des Fahrzeugs.“

Appell des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd:

  • Parken Sie nur auf ausgewiesenen Parkplätzen und -flächen.
  • Denken Sie an die Umwelt. In Wiesen und Wäldern, die nicht explizit als Parkplatz ausgewiesen wurden, ist das Abstellen eines Fahrzeugs verboten.
  • Halten Sie stets Rettungswege frei und achten Sie beim Parken am Straßenrand auf eine ausreichende Fahrbahnbreite für größere Einsatz- und Rettungsfahrzeuge.
  • Weichen Sie auf andere Parkplätze aus, auch wenn sich dadurch Ihr Fußweg verlängert.
  • Fahren Sie keine Ausflugsziele an, von denen Sie zum Beispiel aus dem Rundfunk wissen, dass es dort bereits zu Staus bei der Anfahrt kommt.
  • Nutzen Sie, wenn möglich, den öffentlichen Personennahverkehr.
  • Überlegen Sie sich vor Fahrtantritt einen Plan B, also ein alternatives Ausflugsziel. Die Internetseite www.oberbayern.de/ausflugs-ticker bietet dafür Tipps.

ksl

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