Kein Luxus, aber gute Qualität

Hier entsteht in der Marktgemeinde Holzkirchen ein neues Wohnquartier

Winklbauerhöfe in Holzkirchen
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Erschlossen werden würde das neue Wohnquartier Winklbauerhöfe in Holzkirchen über den mit einem Bahnübergang bewehrten Valleyer Weg.

Holzkirchen – Am Valleyer Weg in Holzkirchen soll ein neues Wohnquartier entstehen. Die Quest AG will dort 60 bis 70 Wohnungen bauen.

Das Kolbermoorer Familienunternehmen Quest AG, das auch die Wohnanlage „Am Klosteranger“ in Weyarn gebaut hat, hat sich am Valleyer Weg in Holzkirchen ein rund 7.350 Quadratmeter großes Grundstück gesichert und möchte dort 60 bis 70 Wohnungen bauen. Daran möchte die Marktgemeinde partizipieren und zehn Wohnungen kaufen. Als problematisch stellt sich die Verkehrsanbindung über den Valleyer Weg dar.

Aus diesem Grund gab es kürzlich beim Aufstellen des dazu nötigen Bebauungsplans bei der Sitzung des Marktgemeinderats zwei Gegenstimmen. Lösen soll das Problem ein Verkehr reduzierendes Konzept. Die überwiegende Mehrheit der Marktgemeinderäte stufte das Projekt als positiv ein. Dieses und die Gesamtkonzeption des „Winklbauerhöfe“ getauften Vorhabens haben kürzlich Bürgermeister Christoph Schmid und Quest-Geschäftsführer Max von Bredow bei einem Pressegespräch vorgestellt.

Natürlich habe er Verständnis für die Sorgen der Nachbarn, sagte Schmid, redete aber dann nicht lange um den heißen Brei herum: „Wir brauchen dringend Wohnraum und diese Fläche ist seit Jahren dafür vorgesehen.“ Allerdings habe eine Untersuchung des Stadt- und Verkehrs­planungsbüros Kaulen vom Dezember 2019 bestätigt, dass es beim Erschließen zu verkehrstechnischen Problemen kommen könne.

Verzicht auf Autos in neuem Wohnquartier

Diese Bedenken teilte Josef Sappl sen. (CSU) bei der Sitzung. Außerdem gab er zu bedenken, dass der Bahnübergang am Valleyer Weg vermutlich noch länger geschlossen sein werde, wenn der Takt – wie angedacht – verdichtet werde. Er verweigerte dem Beschluss daher seine Zustimmung.

Damit dieser Kollaps gar nicht erst entsteht, soll mehr als die Hälfte der künftigen Wohnungsbesitzer eine Erklärung unterschreiben, wonach sie auf ein Auto verzichten. „Das ist in Städten gang und gäbe“, erklärte von Bredow und fügte an, dass die Lage so günstig sei, dass auf ein Auto verzichtet werden könne: „Ich kenne kaum ein Wohngebiet, das in unmittelbarer Nähe ein so gutes Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, ärztlicher Versorgung, Kinderbetreuungsplätzen und Schulen sowie Bushaltestellen bietet.“

60 bis 70 größtenteils barrierefreie Wohnungen

Damit die Bewohner des Quartiers auch über weite Strecken mobil bleiben, soll ebenso vorgeschrieben werden, dass eine Mobilitätsstation mit Bike- und Carsharing eingerichtet wird. „Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es Menschen gibt, die gerne in einer solchen verkehrsreduzierten Wohnanlage leben“, erklärte Bürgermeister Schmid.

Wie von Bredow sagte, plane die Quest AG fünf Häuser mit insgesamt 60 bis 70 größtenteils barrierefreien Wohnungen und einer maximalen Wandhöhe von neun Metern. Vor allem sollen kleinere Einheiten entstehen, die dem Wohnen im Sinne des Mehrgenerationengedankens Rechnung tragen.

Zehn Wohnungen gehen an Gemeinde Holzkirchen

Für zehn Wohnungen hat sich die Marktgemeinde den Kauf zum Herstellungspreis zusichern lassen. Diese sollen dann günstig vermietet werden. Die restlichen Wohnungen sollen laut von Bredow etwas unter dem markt­üblichen Preis angeboten werden, wobei den Holzkirchnern ein vierwöchiges Vorkaufsrecht eingeräumt wird.

„Wir setzen auf gute Qualität und lokale Handwerksbetriebe. Das ist nicht billig, aber garantiert ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“, meinte er und ergänzte, dass verstärkt der Baustoff Holz zum Einsatz kommen solle. Außerdem werde angestrebt, die Wohnanlage an das Holzkirchner Fernwärmenetz anzuschließen. Das, sagte Schmid, sollte nach aktuellen Berechnungen möglich sein.

Bürgerbeteiligung für „Winklbauerhöfe“

Bevor es aber ans Bauen geht, setzt die Quest AG auf eine umfassende Bürgerbeteiligung. Damit wurde das Büro Nonconform aus Rosenheim beauftragt. Wie dessen Leiter Korbinian Kroiß erklärte, müsse diese corona-bedingt überwiegend digital stattfinden. Los geht es, indem am Montag, 1. März, eine Internetseite mit Details zum Projekt freigeschaltet wird. Sollte es möglich sein, werde es aber auch Vor-Ort-Termine geben.

Mit den unmittelbaren Nachbarn werden direkte Gespräche geführt. Überhaupt sollen möglichst auch die Nachbarn von schönen und intelligenten Räumen der neuen Wohnanlage profitieren können. „Unser Ziel ist es, mit unseren Projekten Menschen glücklich zu machen. Dazu gehört es, niemandem etwas überzustülpen“, versprach Geschäftsführer von Bredow. hac

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