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Raiffeisenbank im Oberland zeigt sich nach Fusion erfreut über starkes Plus

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Über eine gute Bilanz freuen sich die Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank im Oberland, Hubert Stehr (l.) und Hansjörg Hegele (r.), sowie die Stellvertreter (ab 2.v.l.) Manfred Klaar, Josef Bernöcker und Manfred Gasteiger.

Miesbach – Knapp zwei Jahre liegt die Fusion der Raiffeisenbank im Oberland und der Raiffeisenbank Tölzer Land nun zurück. Daran, dass dieser Schritt für das Unternehmen der richtige war, lassen die Vorstandsmitglieder beim Pressegespräch am vergangenen Mittwoch in Miesbach keinen Zweifel. Mehr noch: „Wir haben unsere Möglichkeiten unterschätzt“, erklärte Vorstandsvorsitzender Hubert Stehr.

„Es war nicht selbstverständlich, dass das funktioniert“, sagte Stehr. „Doch es ist besser gelaufen als gedacht, das Wachstum war größer als geplant.“ Ein Plus von 6,6 Prozent zum Vorjahr ließ die Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2018 auf rund 1,25 Milliarden Euro ansteigen (2017: 1,17 Milliarden; 2016: 1,11 Milliarden). „Das ist schon eine ordentliche Hausnummer, wenn man sieht, wo wir 2016 waren. Das ist das zweite Jahr mit einer Steigerung“, zeigt sich Vorstandsvorsitzender Hansjörg Hegele begeistert. Dieses Wachstum habe einen weiteren positiven Effekt zur Folge: „Wir präsentieren uns als verlässlicher Partner, nur so legen die Kunden auch Gelder an. Wir sehen uns als der Motor der heimischen Wirtschaft, egal ob beim Traum vom Eigenheim oder bei der Modernisierung von Immobilien.“ Ein deutliches Plus zeigen entsprechend auch die Sparten Kundenkredite (plus 10,6 Prozent; 932 Millionen) und Kundeneinlagen (plus 8,9 Prozent; 966 Millionen) sowie das betreute Kundenvolumen (plus 7,4 Prozent; 2,66 Milliarden). Das Eigenkapital stieg um 8,2 Prozent auf rund 101,9 Millionen Euro an. „Wir sind stolz, wenn wir die 100 Millionen überschreiten“, sagt Gast­eiger. Erfreulich ist auch das florierende Warengeschäft (Warenumsatz plus 11,4 Prozent; Warenrohertrag plus 6,6 Prozent). Unterm Strich steht ein Jahresüberschuss von rund 3,89 Millionen, aus dem Bilanzgewinn von rund 1,18 Millionen gehen 388.000 als Dividende an die Mitglieder, der Rest fließt in Rücklagen.

„Der Kerngedanke der Fusion war, eine Stärke zu erreichen, mit der wir die Kunden besser beraten können“, erklärte Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Manfred Klaar. Vor allem beim Thema Altersvorsorge und Pflege müssen die Kunden direkt angesprochen und beraten werden. Genau diese persönliche Ansprache von bekannten Mitarbeitern vor Ort sei eine große Stärke der Raiffeisenbank. Um den Kunden den richtigen Ansprechpartner in der Nähe bieten zu können, wurde in die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert. So gebe es nun auch zwei Landwirtschaftsspezialisten im Haus. Vorstandsvorsitzender Hegele lobte den Einsatz, den die Mitarbeiter trotz der teilweise erweiterte Anforderungen gezeigt haben. „Das macht den Kern der Bank aus. Wir als Vorstand können unsere Kunden nicht allein betreuen, dafür brauchen wir unsere Mitarbeiter.“ 305 davon gibt es bei der Bank, davon 18 Auszubildende. Im Zuge der Fusion war die Zahl der Mitarbeiter zuletzt um sechs bis sieben Vollzeitstellen gesunken. „Wir haben interne Abläufe optimiert und ausscheidendes Personal nicht neu besetzt“, erklärt Hegele. Um jedoch die gewünschte Beratungsstärke nicht zu gefährden, soll sich dies nicht weiter fortsetzen. Das gilt auch für das Filialnetz: Vier Zweigstellen (Mitterdarching, Schaftlach, Ascholding/Dietramszell und Endlhausen/Egling) waren jüngst geschlossen worden. Dazu habe sich das Unternehmen nach einer Geschäftsanalyse entschieden. „Es ist nicht tragbar, Mitarbeiter für zehn Kunden am Tag zu beschäftigen“, sagte Stehr. Entsprechende Rückmeldungen habe es von den Mitarbeitern gegeben. Natürlich sei auch nachvollziehbar, dass die Kunden ihre Bankfiliale gern vor Ort haben. Ein Kompromiss musste also her, in Darching und Schaftlach entstanden SB-Automaten. Deutlich mehr Gegenwind gab‘s im Nachbarlandkreis, weil sich die Raiffeisenbank in Ascholding und Endlhausen zunächst komplett zurückziehen wollte. „Wir haben den Widerstand unterschätzt“, gesteht Hegele. Die Konsequenz: Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und jeweils ein Briefkasten bleiben bestehen. Dass die Filialen allgemein weniger Zulauf haben, liegt am geänderten Kundenverhalten: Immer mehr alltägliche Bankgeschäfte werden am Telefon oder gleich online abgewickelt. Auch das sonst so geliebte Bargeld zieht immer weniger Kunden in die Bank: „2018 war das erste Jahr, in dem mehr mit Karte gezahlt wurde als bar“, erklärte Stehr. Doch aus dieser Entwicklung ergeben sich auch Kosten: Für die Digitalisierungsoffensive werden pro Jahr 100.000 Euro fällig.

Gute Erfahrungen habe man mit gemeinsamen Standorten mit der Sparkasse wie in Miesbach und Sachsenkam gemacht: „Wir haben da keine Berührungsängste, das ist eine positive Sache“, bekräftigte Stehr. she

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