Schulleiter teilt Erfahrungen 

Realschule Tegernseer Tal: Erstes Resümee zum digitalen Unterricht in der Corona-Krise

Offizieller Spatenstich an der Realschule Tegernseer Tal
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Auch der Erweiterungsbau verändert die Realschule Tegernseer Tal: (v.r.) Schulleiter Tobias Schreiner, Landrat Olaf von Löwis, Bürgermeister Alfons Besel und Kreiskämmerer Gerhard de Biasio.

Gmund – Die Realschule Tegernseer Tal in Gmund war gut vorbereitet auf digitalen Unterricht in der Corona-Pandemie. Ein Resümee zog Schulleiter Tobias Schreiner nun vor Landrat und Kreisräten.

„Schule in der Corona-Krise – digitale Wege eröffnen“ – unter diesem Titel stand eine Online- Informationsveranstaltung, zu der kürzlich die Realschule Tegernseer Tal eingeladen hatte. Die Videokonferenz stieß bei den gut 20 Teilnehmern – vertreten waren Kreisräte, Landrat und einige Tal-Bürgermeister – auf positive Resonanz. Bei dem virtuellen Treffen wurde einmal mehr deutlich, dass an der Referenzschule für Medienbildung schon lange vor der Pandemie das Wort Digitalisierung groß geschrieben wurde.

Elf Jahre nach ihrer Gründung werden heute in der Realschule Tegernseer Tal 671 Schüler in 27 Klassen von 51 Lehrern unterrichtet. Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte der Bildungseinrichtung berichtete Schulleiter Tobias Schreiner, wie die Monate seit Beginn der Corona-Pandemie von der Schulgemeinschaft erlebt wurden. Dabei versäumte er es nicht, die gute Ausstattung des 2014 eingeweihten, modernen Schulgebäudes entsprechend zu würdigen und dem Landratsamt als Sachaufwandsträger seinen Dank auszusprechen.

Erstmals digitaler Elternsprechtag der Realschule

Schreiner verwies beim Online-Spaziergang durchs Schulhaus auf die automatische Lüftungsanlage, die verfügbare Hard- und Software, die fortlaufenden digitalen Lehrerfortbildungen sowie die enge und schnelle Kommunikation mit den Eltern über den Schulmanager. Zudem legte Schreiner Ergebnisse von verschiedenen Schüler-, Lehrer- sowie Elternbefragungen vor und brachte dabei auch den ersten digitalen Elternsprechtag aufs Tapet: „Dieser ist sehr gut bei den Eltern angekommen“, zog der Schulleiter zufrieden Bilanz.

Im regen Austausch zeigten sich die Konferenzteilnehmer daran interessiert, wie es Schülern, Eltern und Lehrern in Zeiten von Corona ergeht. Die Belastung für die Schulfamilie sei pandemie-bedingt, vor allem aber durch ständig wechselnde Rahmenbedingungen, sehr hoch. „Bei manchen Lehrkräften besteht der Eindruck, dass die Gesundheitsfürsorge etwas hintenan steht“, gab Schreiner zu bedenken und wies darauf hin, dass jedem Lehrer vom Kultusministerium bisher gerade mal zwei Stück FFP2-Masken für die gesamte Pandemiezeit zugeteilt wurden.

Schulreform zur Organisation des Lernens

„Trotz aller Traurigkeit und Sorge, wie es weitergeht, soll unsere Schule auch künftig ein lebendiger, bunter und fröhlicher Ort sein“, ließ der Gmunder Realschuldirektor einen großen Wunsch laut werden. Er machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass die digitalen Möglichkeiten noch längst nicht alle ausgeschöpft seien. „Natürlich sind Online-Unterricht und Online-Veranstaltungen anders, aber durchaus hilfreich“, fasste Tobias Schreiner zusammen.

Bei der Diskussion kam unter anderem die Frage auf, ob in der Krise nicht auch eine Chance stecke und mit wie viel Mut diese wahrgenommen und genutzt werde. Zur Sprache gebracht wurde eine Schulreform, bei der es um die Organisation des Lernens geht. „Weniger auswendig lernen, dafür mehr selbst entdecken und anwenden“, empfahl der Leiter der Realschule Tegernseer Tal und merkte abschließend an: „Ich glaube, dass sich Schule in diese Richtung entwickeln muss.“ rei

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