Hilfe für Landwirte per Drohne

Wie der Tierschutzverein Tegernseer Tal Rehkitze rettet

Rettung von Rehkitzen mit Drohne im Tegernseer Tal
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Gut versteckt sind die Rehkitze in Wiesen und Feldern. Eine Drohne hilft dabei, sie zu finden, bevor die Flächen von Landwirten abgeerntet werden.

Rottach-Egern – Versteckt und geduckt in hohem Gras werden Rehkitze immer wieder durch Erntemaschinen verletzt oder getötet. Im Tegernseer Tal kommen nun Drohnen zum Einsatz.

Während der Setzzeit verstecken Rehmütter ihre Kitze gerne im hohen Gras. Doch die waldnahen Wiesen und Felder, die eigentlich vor Feinden schützen sollen, können den Jungtieren auch schnell zum Verhängnis werden. Gerade die erste Mahd bedeutet für die Rehkitze eine große Gefahr. Um die Bambis rechtzeitig aufzuspüren und zu sichern, kommt vermehrt Hightech zum Einsatz.

Auch heuer ermöglichen Vertreter des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, der Holzkirchner Geschäftsstelle des bayerischen Bauernverbandes und des Wolfratshausener Drohnenflugdienstleisters Air-Bavarian GmbH wieder die Rettung von Kitzen mit Drohne.

2020 am Tegernsee 15 Rehkitze gerettet

„2020 konnten wir im Tegernseer Tal 15 Rehkitze aufspüren und retten“, erinnert sich Air-Bavarian-Geschäftsführer Marinus Vogl und hebt hervor: „Wir sind mit der besten Technik ausgestattet und freuen uns, diese auch bei der Kitzrettung einzusetzen.“ Das Befliegen der Wiesen auf der Suche nach den Jungtieren finde in den frühen Morgenstunden statt.

„Der soziale Gedanke spielt bei der Aktion eine große Rolle“, betont Vogl, dessen Drohnen sich eigentlich im Auftrag von Filmproduktionsfirmen, Gewerbe- und Industriebetrieben in die Lüfte begeben.

Jäger unterstützen Suche

„Die Drohnenrettung eignet sich vor allem für größere Flächen“, erklärt Georg von Preysing, der mit fünf weiteren Jägern das Revier „Gmund Bergjagd“ in Eigenbewirtschaftung betreibt. Die Jäger würden von den Landwirten darüber informiert, wann eine Mahd anstehe und leisteten vor dem Anrücken der Landmaschinen Hilfe beim Absuchen der Flächen.

Dank der mit Wärmebildkameras ausgestatteten Drohnen sei es möglich, Rehkitze effektiv aufzuspüren. Um ihre Jungen vor Füchsen und anderen Raubtieren zu schützen, suchten Rehmütter in der Setzzeit – diese liegt zwischen Ende April und Mitte Juni – Verstecke in dichter Vegetation.

Finanzierung durch Spenden

Zumal der Rehnachwuchs keinen Eigengeruch habe, könne er von natürlichen Feinden auch nicht gewittert werden. Mehrmals am Tag suche die Geiß ihr tief ins Gras geducktes Kitz auf, um es zu säugen. Danach begebe sie sich wieder auf Nahrungssuche. Die größte Gefahr drohe den auf die Rückkehr der Mutter wartenden Rehkitzen, wenn man sie bei der Frühjahrsmahd übersehe.

„Wird ein Kitz schwer verletzt oder kommt es gar zu Tode, geht das den Landwirten und Jägern sehr nahe“, weiß Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, aus Erfahrung. Ihr Verein finanziert die Drohnenrettung der Rehkitze mithilfe von gezielten Spenden. „Den Landwirten entstehen keine Kosten“, gibt Ecker-Schotte bekannt und ist glücklich darüber, dergleichen Angebot bereitstellen zu können.

Nicht mit bloßen Händen anfassen

Hat die Drohne ein Kitz aufgespürt, dürfe es nicht mit bloßen Händen angefasst werden, damit es keinen menschlichen Geruch annimmt, macht von Preysing deutlich und rät: „Am besten ist es, das Jungtier mit Grasbüscheln hochzuheben und zum Waldrand zu bringen. Die Geiß beobachtet die Rettungsaktion aus sicherer Entfernung und findet später ihr Kitz wieder.“

Die Drohne kann unter folgender E-Mail-Adresse angefordert werden: Vorstand@tierheim-rottach.de. Weitere Infos gibt es auch unter air-bavarian.com. rei

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