Heiße Phase startet

"Rettet die Bienen": Volksbegehren startet / Bündnis trifft sich in Miesbach

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Teil des Aktionsbündnisses sind unter anderem (v.l.) Hans Hartwich (Bezirks-Imkerverein), Hannes Gräbner (SPD), Dorothea Deutsch (Grüne), Georg Ramgraber (Bienenfreunde Oberland), Peter Limmer (ödp) sowie Manfred und Evi Burger (Bund Naturschutz).

Landkreis/Miesbach – Weniger Fleisch essen, mehr Sport treiben, weniger Medienkonsum – alles gute Vorsätze für 2019. Doch wie wäre es damit: Bienen retten! Dafür muss man gar nicht viel tun, außer vom 31. Januar bis 13. Februar ins Rathaus gehen und für das entsprechende Volksbegehren unterschreiben. Auch aktive Unterstützer werden noch gebraucht. Ein neu gegründetes, lokales Aktionsbündnis trifft sich am Mittwoch, 9. Januar, wieder in Miesbach.

„In Bayern verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten, das ist wissenschaftlich belegt. 54 Prozent aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben, 73 Prozent aller Tagfalter sind verschwunden, nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren leben in Bayern“, berichtet der Landesbund für Vogelschutz. Bedrohliche Zahlen, die jeden sofort aufhorchen lassen und zum Handeln zwingen müssten. Zum Beispiel durch Unterstützung des Volksbegehrens „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen!“ Zu den Kernforderungen gehören unter anderem die bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere, die Erhaltung von Hecken, Bäumen und kleinen Gewässern in der Landwirtschaft und der Erhalt und die Schaffung blühender Randstreifen an allen Bächen und Gräben. Ursprünglich initiiert von der bayerischen ÖDP wird der Gesetzentwurf inzwischen auch von einem breiten Bündnis getragen. Mitte November wurde das Volksbegehren vom Innenministerium zugelassen. Knapp 100.000 freie Unterschriften wurden dafür gesammelt, fast dreimal mehr als notwendig. Doch die Hürde zum Volksentscheid ist ungleich höher: Mindestens zehn Prozent der bayerischen Wahlberechtigten müssen vom 31. Januar bis 13. Februar ins Rathaus ihrer Gemeinde gehen und dort ihre Unterschrift leisten. Gut eine Million Unterschriften sind also nötig, damit aus dem Volksbegehren ein Volksentscheid wird, mit dem Ziel, das wirksamste Naturschutzgesetz Deutschlands zu erreichen. „Zehn Prozent, das ist viel“, weiß Peter Limmer (ödp). Er fungiert als Sprecher des überparteilichen Aktionskreises, der sich Mitte Dezember in Miesbach gebildet hat. „Es sind fast alle dafür. Aber das Problem ist, alle auch ins Rathaus zu bringen“. Um die bayerischen Wahlberechtigten innerhalb dieser 14-tägigen Frist tatsächlich in die Amtsstuben zu lotsen, braucht es freilich Vorbereitung. Flyer, Plakate, Postkarten, all das gibt es bereits. Um diese zu verteilen, sind viele Freiwillige gefragt. Man kann sich auch als so genannter „Rathauslotse“ einmalig für zwei Stunden zur Verfügung stellen. Nähere Infos dazu, zum Volksbegehren, zum konkreten Gesetzestext und zu Spendenmöglichkeiten gibt's hier. Oder am kommenden Mittwoch, 9. Januar, wenn sich das lokale Aktionsbündnis wieder um 20 Uhr im Nebenraum des Bräuwirts in Miesbach zur Organisationsplanung trifft. Interessierte und potentielle Unterstützer sind willkommen. sko

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