Rettung des eigenen Lebenswerks

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ASSJA TERSEGLAV, Weyarn – Dass er nicht einfach kampflos aufgeben werde, hat sich schon im Oktober abgezeichnet, als die Vitalia Unternehmensgruppe Insolvenz anmelden musste (wir berichteten). Nun ist der Firmengründer Bernd Büttner zurück: Ab 1. Februar übernimmt er mit seiner neuen Firma, Vita-Sinn, die Vitalia Reformhaus GmbH, ebenso wie den Eigenmarkenhandel Dr. Groß. Weniger gut dagegen sieht es für die ÖkoNova Handelsgesellschaft aus. Ihr Betrieb wird eingestellt und die Mitarbeiter freigestellt. Auch wenn es für manche Mitarbeiter und Beteiligten schmerhaft war, so ist die Vitalia dennoch mit einem blauen Auge davon gekommen. Nachdem sich Büttner mit der Expansion des Unternehmens finanziell übernommen hatte, versprachen im vergangenen Jahr die Investoren Paul A. Vorsteher und Harald Christ die nötige Fünf-Millionen-Euro-Finanzspritze. Christ verschwand kurz danach bereits wieder von der Bildfläche. Zwischen Büttner und Vorsteher spitzte sich die Lage dagegen zunehmend zu – bis schließlich im Oktober die vorläufige Insolvenz angemeldet werden musste. Mit der Übernahme wesentlicher Teile der Unternehmensgruppe durch die Vita-Sinn wird es für die Vitalia jetzt weitergehen. Wie der Insolvenzverwalter Michael George mitteilt, können so 80 Reformhausfilialen sowie 531 Arbeitsplätze, etwa 70 Prozent, erhalten werden. „Die Vita-Sinn hat für die Reformhäuser, für Dr. Groß und die Mitarbeiter, die sie übernehmen werden, eine langfristige Perspektive entwickelt“, erklärt George. Mit ihrem Konzept hat Büttners Vita-Sinn also überzeugt und damit weitere Interessenten ausgestochen. „Wir sind von der Geschäftsidee der Reformhäuser überzeugt und sehen angesichts des zunehmenden Gesundheitsbewusstseins in der Bevökerung und der Wellness-Welle eine aussichtsreiche Zukunft“, sagt Ingrid Sonnleitner, Geschäftsführerin der Vita-Sinn GmbH und Büttners Lebensgefährtin. „Mit der Vitalia-Gruppe übernehmen wir starke Marken und qualifizierte und motivierte Mitarbeiter.“ Weniger gut sieht es dagegen für die ÖkoNova Handelsgesellschaft aus. Deren Insolvenzverwalter, Thomas Klöckner, konnte trotz intensiver Suche bisher nur Interessenten für die Tochtergesellschaft, Dangl GmbH, finden. Aus diesem Grund sehe er sich gezwungen, so Klöckner, den Geschäftsbetrieb der ÖkoNova einzustellen und ihre Mitarbeiter freizustellen. In den kommenden Monaten wird sich nun zeigen, was die Zukunft der Vitalia bringen wird. Denn noch ist auch nicht klar, ob es mit dem Unternehmen in Weyarn weitergeht. Das Logistikzentrum gehört nämlich zu weiten Teilen der Tiroler Bank, die den Bau finanziert hatte.

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