Voller Erfolg

Rettung von Rehkitzen: Bayerischer Jagdverband zieht positive Bilanz

Mit viel Engagement werden Rehkitze vor dem Mähtod gerettet. Der BJV appelliert, diese Aufgabe jedoch Profis zu überlassen.
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Mit viel Engagement werden Rehkitze vor dem Mähtod gerettet. Der BJV appelliert, diese Aufgabe jedoch Profis zu überlassen.

Landkreis – Als voller Erfolg entpuppen sich zahlreiche Initiativen, um Rehkitze vor dem Mähtod zu retten. Der bayerische Jagdverband zieht positive Bilanz und hat eine große Bitte.

Der Bayerische Jagdverband (BJV) zieht für das Jahr 2020 eine positive Bilanz in Sachen Kitzrettung. Die Botschaft sei angekommen und das Engagement groß. Ein Forschungsprojekt der Staatsregierung soll noch mehr Sicherheit für Jungtiere bringen. Kitzrettung bleibt allerdings Sache der Profis.

Landauf und landab waren die Jäger in den vergangenen Wochen unterwegs, um Kitze aus den Wiesen vor dem Mähwerk zu retten. Mit Erfolg, erklärt Thomas Schreder, Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes und Biologe: „Es ist uns wieder gelungen, viele von den kleinen Kitzen vor dem Tod oder vor schlimmen Verstümmelungen zu bewahren. Herzlichen Dank an alle Kitzretter aus der Jägerschaft, den Bauernfamilien und den vielen Tierfreunden aus der Bevölkerung für ihren Einsatz. Sie haben mit großem Engagement viel Tierleid verhindert.“

Landwirte und Jäger stünden gemeinsam in der Verantwortung, etwas gegen den Mähtod zu tun, erläutert Thomas Schreder. Die einen aus jagdethischer Verpflichtung heraus, die anderen von Gesetzes wegen. Entscheidend sei, dass Bauern und Jäger miteinander an einem Strang ziehen, die Landwirte ihre Jäger rechtzeitig über den Erntetermin informieren und dann zusammengearbeitet werde. Die Botschaft sei vielerorts angekommen. Das Bewusstsein für die Kitzrettung war noch nie so groß wie dieses Jahr, lautet das Fazit. Überall in Bayern bilden sich neue Kitzretter-Gruppen aus Jägern, Bauern und Ortsansässigen, um gemeinsam eine Drohne anzuschaffen, Scheuchen oder akustische Kitzretter an den Wiesen aufzustellen und mit neuen Ideen und viel Engagement nach Kitzen zu suchen.

Weil Rehkitze sich bei Gefahr ducken statt wegzulaufen, werden sie oft Opfer von Mähwerkzeugen.

In der Grünlandregion im Allgäu beispielsweise haben gerade die jungen Bauern die Kitzrettung vor der Mahd auch zu ihrem Anliegen gemacht, berichtet Isabel Koch, Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe Füssen: „Den Mähtod bei Kitzen zu vermeiden, liegt Landwirten und Jägern gleichermaßen am Herzen. Durch gute Absprachen und großen Einsatz konnten viele Kitze, Junghasen und Bodenbrüter aus den Flächen entfernt werden. Wir ziehen eine erste erfreulich positive Bilanz und sind in Sachen Kitzrettung auf dem richtigen Weg.“ Auch in den sozialen Medien ist die Kitzrettung ein großes Thema. Viele schöne Bilder und bewegende Geschichten berichten darüber, wie wieder ein Kitz aus der Gefahrenzone herausgetragen werden konnte, oder ein Landwirt es kaum fassen kann, dass gleich fünf Kitze auf seiner Wiese versteckt waren.

Besonders gefährdet sind Wiesen und Futterflächen, die am Waldrand liegen. Denn die Rehgeißen setzen ihre Kitze besonders gerne in die Wiese. Dort sind sie besser vor ihren Fressfeinden geschützt und Geiß sowie Kitz finden einen besonders üppig gedeckten Tisch. Das frische eiweißreiche Gras fördert die Milchbildung beim Muttertier und liefert erste saftige Nahrung für die Kitze. Um die Jungtiere zur Mahd­zeit in Zukunft noch besser zu schützen, soll nun ein Forschungsprojekt der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Wildtierrettungsstrategien entwickeln. Thomas Schreder: „Wir danken der bayerischen Staatsregierung für diese Initiative und freuen uns über die gute Zusammenarbeit. Gerne bringen wir unser Wissen und unsere Erfahrung zum Schutz der Jungtiere ein.“

Tierleid verhindern heiße aber auch, die Kitzrettung Profis zu überlassen. Falsch verstandene Tierliebe könne das Leben der Kitze kosten. Die dringende Bitte an alle Spaziergänger: „Fassen Sie ein scheinbar verlassenes Kitz nicht an, lassen Sie es liegen und informieren Sie den Jäger vor Ort oder den Landwirt.“ Sonst kann es passieren, dass das Muttertier das Kitz verstößt. In der Regel steht die Rehgeiß nur einen Sprung entfernt und kümmert sich um ihr Junges, wenn wieder genügend Ruhe eingekehrt ist. ksl

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