Streit überschattet Neugestaltung

Riviera in Miesbach: Stadtrat zofft sich wegen Streetball-Anlage

Riviera in Miesbach
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Anregungen aus der Bürgerbeteiligung wurden in die Planungen für die Miesbacher Riviera eingearbeitet. Sie soll Aufenthaltsbereich für Jung und Alt werden.
  • vonMartina Fischer
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Miesbach – Die Riviera in Miesbach soll neu gestaltet werden. An den Plänen scheiden sich jedoch die Geister. Knackpunkt im Stadtrat ist der Streetball-Platz.

Auf dem Riviera-Gelände in Miesbach soll ein schöner Aufenthaltsbereich für Jung und Alt entstehen, für sportliche Aktivitäten ebenso wie für Entspannung. Zweieinhalb Monate konnten die Bürger ihre Ideen einbringen. Die wurden jüngst in der Sitzung des Stadtrats vorgestellt.

Was aus der Riviera werden soll, sorgte im Folgenden für viel, teils emotionale Diskussion. Der Grund: Der Streetball-Platz ist vom Tisch. Für diesen brachten die Freien Wähler den Waitzinger Park ins Spiel. Und als Überraschung kam auch noch eine mögliche Entwicklung des Abenteuerspielplatzes am Nordgraben aufs Tableau.

Wegfall des Streetball-Platzes

Spiel-, Fitness- und Entspannungsbereich sollen in der Riviera Platz finden, wie Planerin Elisabeth Niggl aufzeigte. Einen Rundweg hätten die Bürger gerne, ebenso Lampions als Beleuchtung. Ein gewünschter Wasserspielplatz könnte sich als schwer zu realisieren erweisen, da der Bachlauf dort bei Regen schnell ansteigt. Vom Streetball-Platz, für den es vier Zuschriften gab, wurde Abstand genommen. Anwohner fürchteten Lärm, und er würde eine Versiegelung bedeuten. Stattdessen ist ein Ballspielareal mit Netz vorgesehen.

Am Wegfall des Streetball-Platzes entzündeten sich die Gemüter: Eingangs schlug Bürgermeister Gerhard Braunmiller die Suche nach einem Alternativstandort vor. Dazu lag ein Antrag der Freien Wähler vor. Der Waitzinger Park solle zusammen mit der Riviera überplant und dort der Ballbereich für Jugendliche geschaffen werden, erklärte Markus Seemüller (FW). In der Riviera stünden sich die Angst der Anwohner vor Lärm und die Bedürfnisse der Jugendlichen gegenüber.

Konstruktive Zusammenarbeit angemahnt

Dabei sah sich Seemüller mit dem Vorwurf Christian Mittermaiers (CSU) konfrontiert, er würde Anwohner und Jugendliche gegeneinander ausspielen und suche statt konstruktiver Zusammenarbeit nur die mediale Öffentlichkeit. Auch Verena Assum (CSU) wünschte sich mehr einvernehmliche Teamwork. Paul Fertl (SPD) mahnte weniger persönliche Angriffe in der Sitzung an. Der Vorschlag Waitzinger Park gefiel ihm. Man solle prüfen, ob nicht eine Leader-Förderung für Riviera und Waitzinger Park möglich sei.

Zur momentanen Planung meinte Fertl: „Die Verlierer sind beim derzeitigen Stand die Jungen.“ Das seien sie nicht, fand Manfred Burger (Grüne). Man könne nur eine gewisse Menge an Nutzungen auf einem Areal unterbringen. Auch wenn es in der Riviera keinen Streetball-Platz geben werde, sei man dennoch am Suchen, wandte sich Assum gegen eine Benachteiligung der Jugend. „Alles, was jetzt passiert, ist eine Aufwertung der Riviera. Könnten wir das mal nach außen tragen?“, mahnte sie an.

Jugendbereich am Nordgraben

„Die Leute haben uns gewählt, dass wir die Zukunft dieser Stadt gestalten und nicht, um uns gegenseitig Sachen an den Kopf zu werfen“, reichte es Florian Ruml (FW). Er fürchtet jedoch, dass der Streetball-Platz immer wieder scheibchenweise weggestimmt werde und es dann heißt: „Jetzt ist kein Platz mehr da.“. Eine standortübergreifende Prüfung sei vorgesehen, versicherte Braunmiller dazu.

Eine völlig neue Möglichkeit brachte Erhard Pohl (CSU) zur Sprache. Gespräche seien mit dem Förderkreis des Abenteuerspielplatzes am Nordgraben geführt worden. Dort könnte zusätzlich zur Kinderspielfläche ein Platz für die Jugendlichen entstehen.

Mehrheit im Miesbacher Stadtrat

Das rund 1.000 Quadratmeter große Areal biete die Möglichkeit, sei zentrumsnah und nicht so auf dem Präsentierteller wie der Waitzinger Park. Ein Vorschlag, der bei Fertl Verwunderung auslöste: „Der Bürgermeister hat erst vor Kurzem gesagt, dass er favorisiert, dass das Obdachlosenheim dort hinkommt.“

Am Ende entschieden sich die Stadträte mit 19:7 Stimmen gegen eine gemeinsame Überplanung von Riviera und Waitzinger Park. 21 Räte sprachen sich für, drei gegen die weiteren Planungsschritte in der Riviera aus. Einstimmigkeit herrschte in einem anderen Punkt: Die beiden Spielgeräte, die von Miesbacher Bürgern über Spenden finanziert wurden, sollen angeschafft werden. maf

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