Richtfest fürs Heilwasser

Rohbau des neuen Jodschwefelbads in Bad Wiessee steht / Eröffnung Anfang 2020

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Vor rund 70 Festgästen stellte Zimmermann Franz Eder das Richtbäumchen auf, verbunden mit seinem kernigen Richtspruch.

Bad Wiessee – Wegen des sehr kurzfristig angesetzten Richtfestes für das neue Jodschwefelbad durch die Gemeinde Bad Wiessee als Bauherr, konnten zahlreiche der geladenen Gäste daran nicht teilnehmen. „Bei der Eröffnung im ersten Quartal 2020 werden dann umso mehr dabei sein“, kommentierte Bürgermeister Peter Höß die Abwesenheit trocken.

Höß erinnerte in seiner Begrüßungsrede daran, dass am 27. Mai 1909 der Holländer Adrian Stoop die erste Jodschwefelquelle in Bad Wiessee erbohrt hatte. Nun, rund 110 Jahre später, könne die Gemeinde das Richtfest für das neue Badehaus feiern – ein Jahr nach dem Spatenstich am 17. Mai 2018. „Mit diesem Gebäude geben wir dem Heilwasser den Rahmen, den es verdient“, ist der Gemeindechef überzeugt.

Rund zehn Millionen Euro lässt sich Bad Wiessee den von Star-Architekt Matteo Thun geplanten Bau inklusive Quellensanierung kosten. Der Freistaat ist mit knapp 3,2 Millionen Euro an Zuschuss für Quellensanierung und Neubau des Badehauses dabei. Angesichts des nun fertigen Rohbaus sprach Höß von einem „architektonisch gelungenen und technisch ausgefeilten Werk“. Er lobte, dass sowohl der Zeitplan als auch der Finanzrahmen eingehalten wurden.

Dass während der Planungen und Bauphase so viel und kritisch über die Kosten fürs neue Badehauses gestritten worden sei, kann Höß nicht verstehen: „Andere Projekte im Tal, so etwa der Neubau der Schule in Rottach-Egern oder das Feuerwehrhaus in Tegernsee, werden schließlich ähnliche Beträge verschlingen.“ Zimmermeister Franz Eder hievte eine hübsch geschmückte Tanne auf das flache Gebäude und brachte traditionsgemäß seinen Richtspruch vor. Matthias Marschner vom Architekturbüro Hirner und Riehl in München erklärte seine Verantwortung für die Umsetzung des Thun’schen Entwurfs in Bad Wiessee. Nicht nur die schwierigen Bodenverhältnisse, sondern auch die Arbeit mit dem aggressiven Wasser seien eine Herausforderung gewesen, denn „das Heilwasser hat nicht nur heilende Wirkung, sondern auch Auswirkungen auf Metalle“. Teils sei es auch sehr schwer gewesen, Firmen zu finden, die hier am Tegernsee arbeiten wollten.

Damit die Bauarbeiten auch weiterhin so gut laufen wie bisher, wurde auch auf den kirchlichen Segen nicht verzichtet. Diesen erbat Pfarrerin Ute Kopp-von-Freymann mit ihrem katholischen Amtsbruder Karl Hofherr. Danach versammelten sich die rund 70 Gäste, darunter Vertreter der beteiligten Firmen, der Gemeinde und des Tourismus, im Innenraum des Rohbaus zu einer gemeinsamen Brotzeit.

Am 17. Dezember soll das Badehaus bezugsfertig sein, verbunden mit beginnenden Probeläufen. Dann stehen ebenerdig 14 Wannen für die Badenden zur Verfügung . Im Untergeschoss entstehen Räume für die Physiotherapie, Verwaltung und Technik. Die offizielle Eröffnung des Bades ist im ersten Quartal 2020 vorgesehen. iv

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