Stimmung auch im Regen

Rosstag in Rottach-Egern: Besucher bewundern prächtige Pferdegespanne und Kutschen

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Ein besonderer Hingucker war der Haflinger-Zehnspänner von Herzogin Helene in Bayern.

Rottach-Egern – Beim 50. Rosstag in Rottach-Egern gab es auf der fünf Kilometer langen Strecke vom Ganghoferweg bis zur Festwiese in Enterrottach rund 150 Gespanne zu bewundern. Unter dem Motto „d’Fuhrleut kemman z’amm“ hatte der Pferdenarr Thomas Böck den Rosstag einst ins Leben gerufen, nachdem er beim Leonharditag in Kreuth mit seinem Haflinger-Einspänner abgewiesen worden war. Angeblich habe er „das Gesamtbild“gestört. Der leidenschaftliche Rosserer wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Nach seinem Tod am 25. Dezember 2007 veranstaltete die Gemeinde Rottach-Egern den Rosstag, der besonders zum Jubiläum zeigte, dass er an Besucheranziehungskraft nichts verloren hat.

Ob entlang der Rottacher-Seestraße, vorbei am Gsotthaberhof, an der Rosskapelle (wo die Geistlichkeit den Segen erteilte), bis zur Festwiese: Menschenmassen aus Nah und Fern wollten die prächtig geschmückten Pferdegespanne und Kutschen bestaunen. Unter den 150 Ehrengästen waren Landtagspräsidentin Ilse Aigner und der in Rottach beheimatete Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan. „Der Zuspruch ist absolut beeindruckend“, staunten die Rottacher Verantwortlichen. Pferdeexperte Bruno Six und Co-Moderator Florian Maier wussten auch die Stammbesucher mit immer neuen Geschichten rund ums Pferd zu überraschen, sodass die Spannung für Groß und Klein bis zum Schluss blieb. Six freute sich besonders, dass die nächste Rosserer-Generation bereits in den Startlöchern steht.

Eine besondere Ehrung von Rottachs Bürgermeister Christian Köck erhielt Georg Floßmann aus Kreuth: Er lenkte den Bierwagen des Brauhauses Tegernsee und war von Anfang an beim Rottacher Rosstag mit dabei. Eine Augenweide waren die zwei Haflinger-Zehnerzüge und der sensationelle Kaltblut-Elferzug, gefolgt vom kraftstrotzenden Kaltblut-Vierspänner samt Römerwagen. „So haben die Römer den Kelten das Fürchten gelehrt“, kommentierte Bruno Six die eindrucksvolle Szene.

Neben der Musikkapelle aus Rottach-Egern begleiteten vier Musikkapellen aus Südtirol, gemeinsam mit der Stadtmusikkapelle aus Schwaz/Tirol, den Festzug. Deren besondere Präsentation auf der Festwiese war leider nicht mehr möglich, da schwere Gewitter mit nahen Blitzeinschlägen aufzogen. Da reichten auch die Wirtshausschirme nicht mehr. Selbst die zahlreichen Dixie-Klos mussten als Unterschlupf bei den peitschenden Platzregen dienen. Die Nerven behielten aber die beiden Mannschaften des Oswald-von-Wolkenstein-Ritts in Südtirol, die trotz der Wassermassen ihre Kunststücke vorführten. Dann aber siegte der Wettergott und das Jubiläumsfest musste vorzeitig beendet werden.

Da blieb für die Uner­schrockenen dann nur noch der Fest- und Barbetrieb unter Dach mit der Showband „Die Goldrieder“ aus Osttirol, die den zumeist durchnässten Besuchern wieder mächtig anheizten. iv

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