Beitritt zu AGFK

Wie Rottach-Egern fahrradfreundlicher werden will

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Die Gemeinde Rottach-Egern möchte fahrradfreundlicher werden. Dafür wird nun ein Konzept erarbeitet.

Rottach-Egern - Die Gemeinde Rottach-Egern soll fahrradfreundlicher werden. Diesen Vorschlag machte Gemeinderat Georg Höß (FWG) in der jüngsten Sitzung.

Die Freie Wählergemeinschaft stellte im Gemeinderat auch direkt den Antrag, eine Mitgliedschaft bei der AGFK Bayern anzustreben. Das Kürzel steht für Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern. Es handelt sich um ein Netzwerk von Kommunen, die ihre Erfahrungen austauschen. In Rottach-Egern sieht man den Vorschlag jedoch zunächst skeptisch.

„Es kommt uns vernünftig vor, diesen Weg zu beschreiten“, sagte Höß im Namen der Fraktion. „Uns ist auch wichtig, dass es keine Alleingänge gibt.“ Denn auch die Gemeinden Gmund und Bad Wiessee streben eine Mitgliedschaft an. Um zur fahrradfreundlichen Kommune zu werden, braucht es zunächst einen Beschluss im Gemeinderat. Danach kann die Aufnahme beantragt werden. Anschließend wird es einen eintägigen Termin vor Ort geben, bei dem eine unabhängige Kommission den Stand der Dinge einschätzt und eventuell Maßnahmen empfiehlt. Ist das geschehen, muss die AGKF einen Beschluss fassen, um die Kommune aufzunehmen.

Ist auch das geschafft, muss innerhalb der nächsten vier Jahre ein weiterer Termin stattfinden, bei der eine Bewertungskommission final feststellt, ob die Kommune den Aufnahmekriterien der AGFK Bayern gerecht wird. Wenn auch diese Hürde gemeistert ist, schlägt der Vorstand des Vereins dem bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr vor, die jeweilige Gemeinde als „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ auszuzeichnen. Der Titel darf dann zunächst für sieben Jahre getragen werden. Danach muss neu zertifiziert werden.

„Prinzipiell habe ich nichts gegen eine Mitgliedschaft“, sagte Bürgermeister Christian Köck. „Jedoch bekomme ich jede Woche drei bis vier Beschwerden, weil rücksichtslos auf Gehwegen gefahren oder keine Rücksicht auf Fußgänger genommen wird.“ Folglich könne man nicht alles den Radfahrern unterordnen. Zudem gab der Bürgermeister zu bedenken, dass es in jedem Ort die Bundesstraße gebe und hochwertige Grundstücke am See. Daher werde es eher schwierig, jemanden zu überreden, etwas davon abzugeben, um einen Radweg zu bauen. „Ich glaube nicht, dass wir da bald große Sprünge machen werden“, sagte er.

Im Gros waren sich die in der Sitzung anwesenden Gemeinderäte einig, dass es nur mit einem ausgewogenen Miteinander aller Verkehrsteilnehmer geht und man die Möglichkeit nutzen sollte, den Ist-Stand zu analysieren und dann einige Missstände zu beheben, die zum Vorschein kommen, wie unter anderem die Dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) und Gemeinderat Thomas Forche (CSU) resümierten. Folglich beschloss der Gemeinderat am Ende einstimmig, eine Mitgliedschaft bei der AGFK anzustreben. ksl

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