Bürgermeister soll Druck machen

Rottach-Egern drängt auf baldigen Hochwasserausgleich am Tegernsee

Die Mangfall in Gmund ist der einzige Abfluss des Tegernsees und spielt daher eine Schlüsselrolle bei Hochwasser.
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Die Mangfall in Gmund ist der einzige Abfluss des Tegernsees und spielt daher eine Schlüsselrolle bei Hochwasser.

Rottach-Egern – Rottach-Egern fordert den Hochwasserausgleich am Tegernsee. Bürgermeister Christian Köck soll nun Druck machen.

Die Angst ist groß, dass das nächste Hochwasser am Tegernsee kommt und die Zeit bis dahin nicht genutzt worden ist. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in Rottach-Egern hat Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) auf ein nach ihrem Empfinden drängendes Problem aufmerksam gemacht: den Hochwasserausgleich am Tegernsee. Andernorts sieht man das Projekt eher kritisch.

Die Gemeinderätin, zugleich Dritte Bürgermeisterin der Gemeinde, fordert nun unmittelbares und talweites Handeln – auch aufgrund der ergiebigen Regenfälle in den vergangenen Wochen. Sie verweist dabei auch auf eine Arbeitsgruppe, deren letztes Treffen im Jahr 2017 stattgefunden habe. Seitdem habe es nur dreimal E-Mail-Kontakt mit dem Wasserwirtschaftsamt gegeben. Im Herbst 2003 hat eine Studie erste Aussagen zur Machbarkeit eines Hochwasserausgleichs geliefert, erläutert Gabriele Schultes-Jaskolla. 2004 hat das Umweltministerium dann entschieden, dass ein Raumordnungsverfahren durchzuführen ist. Parallel dazu ist auch die Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Fischerei, Anwohnern, Umweltschutz, Schifffahrt und vielen mehr gegründet worden. Seitdem ist viel Zeit vergangen und hat es bereits einige Hochwasser gegeben. Das letzte große vor sieben Jahren. „Es ist nicht gut, wenn wir die Erfahrung aus 2013 so lange vergessen, bis wir sie erneut machen müssen“, sagte Gabriele Schultes-Jaskolla.

Hintergrund des Projekts ist, dass der Wasserspiegel des Tegernsees etwa 24 Stunden vor einem drohenden Hochwasser um zirka 20 Zentimeter abgesenkt und der dann ansteigende Seespiegel länger niedrig gehalten werden soll, um so größere Schäden zu vermeiden. Dies soll über ein sogenanntes Einlaufbauwerk und eine etwa 600 Meter lange Druckrohrleitung geschehen, die am Abfluss des Sees nahe dem Mangfallsteg in Gmund installiert wird. Die Druckrohrleitung aus Stahlbeton – zirka vier­einhalb Meter breit und zweieinhalb Meter hoch –wird unter die Mangfallsohle gelegt und endet in einem Auslaufbauwerk, das ins Schuhmacherwehr integriert ist. So ist es auf der Internetseite des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim nachzulesen.

„Die Planungen für den Hochwasserausgleich am Tegernsee sind in einem relativ frühen Planungsstand, dem sogenannten Vorentwurf“, erklärt Paul Geisenhofer, leitender Baudirektor des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim, das auch für den Landkreis Miesbach zuständig ist. „Dieser wurde 2018 von unserer vorgesetzten Dienststelle, der Regierung von Oberbayern, geprüft. Aus dieser Prüfung ergaben sich aufgrund der Komplexität der Planung weitere notwendige Untersuchungen, die nicht auf die späteren Planungsphasen verschoben werden sollten.“ Die Ergebnisse liegen nun vor und sind der Regierung von Oberbayern erneut vorgelegt worden. Wenn die ergänzten Unterlagen geprüft und verwaltungsintern abgestimmt sind, sollen nach der Sommerpause zunächst die Tal-Bürgermeister, anschließend die Mitglieder der Arbeitsgruppe und die Öffentlichkeit über die Ergebnisse der Untersuchungen und das weitere Vorgehen im Projekt informiert werden.

Unterdessen ist Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck vom Gemeinderat per Beschluss beauftragt worden, Druck zu machen bei dem Thema, einen Zeitplan sowie eine Kosten-Nutzen-Analyse einzufordern. Doch es gibt auch Gegenstimmen für das Projekt Hochwasserausgleich am Tegernsee. So hat der Gemeinderat Gmund in seiner jüngsten Sitzung eine Resolution verabschiedet, die unter anderem fordert, dass die derzeitigen Planungen zum Hochwasserausgleich am Tegernsee eingestellt werden. ksl

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