Thema im Gemeinderat

Wie fahrradfreundlich ist Rottach-Egern? Arbeitsgruppe stellt Ergebnisse vor

Mutter fährt mit Kindern Fahrrad.
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Wenn Eltern aktiv sind, überträgt sich das auf die Kinder.

Rottach-Egern – Rottach-Egern will fahrradfreundlicher werden. Um das zu erreichen und Mitglied im AGFK zu werden, wurde nun eine Radbeauftragte ernannt.

Rottach-Egern will zur fahrradfreundlichen Kommune werden. Der Weg dorthin wird lang. Wo die Kommune aktuell steht, hat Christian Stadler von der Arbeitsgruppe „Rottach radelt“ in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erläutert.

Ziel der Bemühungen ist es, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) zu werden. Um das zu schaffen, hat Anfang Oktober eine sogenannte Erstberadelung stattgefunden, um den Ist-Stand zu ermitteln. Dafür sind Routen von Schülern, Alltagsradlern und Touristen in der Gemeinde festgelegt worden, die dann die Grundlage für die Route der Erstberadelung gebildet haben. „Dabei hat sich gezeigt, unser Weg ist momentan nicht schlecht“, sagte Christian Stadler während der Präsentation. „Wir haben nun bis zu vier Jahre Zeit, um die Situation zu verbessern.“ Wenn das erledigt ist, würde eine sogenannte Hauptbereisung erfolgen. Ginge diese positiv aus, würde Rottach-Egern für sieben Jahre als fahrradfreundliche Kommune ausgezeichnet.

Nach der Erstberadelung hat das Komittee der AGFK das gut verzweigte Straßennetz, die radlerfreundlichen Zugänge zum Tegernsee, die Radführung durch die Überfahrtstraße, die touristische Beschilderung, den Verkehrsübungsplatz in Birkenmoos, das starke Engagement der Bürger und die enge Verknüpfung mit anderen Institutionen wie Landratsamt und Polizei gelobt.

Ausbaufähig sei hingegen, dass Rottach-Egern ins Bayernnetzwerk integriert wird, das Radfahren beim Internetauftritt eine Rolle spielt, der motorisierte Verkehr nicht mehr so stark im Fokus steht und eine durchgehende Beschilderung sowie zusätzliche Fahrradparkplätze und -ständer installiert werden. Zudem wurde kritisiert, dass es keinen Radverkehrsbeauftragten in der Gemeinde gibt. Dieser Punkt auf der Liste wurde sofort gestrichen, indem Bauamtsleiterin Christine Obermüller noch in der Sitzung einstimmig von den Gemeinderäten ernannt wurde, diese Aufgabe zu übernehmen.

Bürgermeister Christian Köck, der ebenfalls an der Ersteberadelung teilgenommen hatte, lobte anschließend das Engagement der Arbeitsgruppe. „Es hat sich absolut gelohnt, wir konnten uns gut präsentieren“, sagte er. Auch aus dem Gemeinderat kamen wohlwollende Kommentare. „Es ist toll, was schon passiert ist“, sagte Thomas Tomaschek von den Grünen, die vor Kurzem ein gemeinsames Radverkehrskonzept für das gesamte Tegernseer Tal beantragt haben. „Da haben wir Hausaufgaben für die nächsten vier Jahre.“ Er wollte zudem wissen, ob externe Dienstleister nötig seien, um die anstehenden Aufgaben zu lösen. Die Antwort auf diese Frage wurde in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verschoben.

Bürgermeister Christian Köck verriet jedoch vorab, dass die Gemeinde auf Fachleute zurückgreifen werde, wenn professionelle Hilfe erforderlich sei. Aber: „Wir werden nicht ein fertiges Konzept einkaufen, sondern bei Bedarf Hilfe holen“, sagte er. Ziel sei es, gemeinsam im Tegernseer Tal an der Radfreundlichkeit zu arbeiten. Zwar haben die fünf Gemeinden derzeit alle unterschiedliche Ist-Stände, was den Prozess angeht. Aber der Radverkehr endet nicht an der Gemeindegrenze. Folglich gehe es nur miteinander und dürfe es keine Insellösungen geben, so der Tenor in der Sitzung. ksl

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