Hilfe für hilflose Tierkinder

Rehkitz-Rettung per Drohne: Dieses Projekt am Tegernsee macht es möglich

Drohnenpilot Markus Stigler (l.) und Fairfleet-Mitgründer Alexander Engelfried helfen Rehkitzen mit der Drohne.
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Drohnenpilot Markus Stigler (l.) und Fairfleet-Mitgründer Alexander Engelfried helfen Rehkitzen mit der Drohne.

Rottach-Egern – Hilfe statt Mähtod für Rehkitze und andere Tierkinder: Der Tierschutzverein Tegernseer Tal sucht nun mit Drohne nach versteckten Wesen.

Jedes Jahr werden neben Rehkitzen auch Junghasen sowie Jungvögel von Bodenbrütern und weitere Tiere in der Mähzeit schwer oder sogar tödlich verletzt. Kein Landwirt möchte dies erleben.

"Jedoch ist der Zeitdruck für unsere Landwirte in dieser Zeit enorm: Das Wetter muss passen, Maschinen sind im Verbund angeschafft, kurzfristig muss über das Mähen einer Fläche entschieden werden", berichtet Johanna Ecker-Schotte vom Tierschutzverein Tegernseer Tal.

Alleine in Deutschland sind es jährlich rund 100.000 Tiere, die beim Mähen getötet werden, berichtet der Bundesverband Copter-Piloten, der ebenfalls beim Retten von Rehkitzen hilft. Das Problem ist der angeborene Drückinstinkt. Dadurch bleiben die Kitze regungslos auf ihrem Platz im hohen Gras, wodurch sie zwar für Fressfeinde kaum zu finden, jedoch auch für Menschen nahezu unsichtbar sind.

Neben bewährten Methoden wie dem Absuchen der Fläche von Förster oder Jäger mit ausgebildetem Hund, einer veränderten Schnitthöhe und weiteren Mähempfehlungen ist seit längerer Zeit auch die Drohne erfolgreich im Einsatz, um Tierkinder zu retten. "Da uns auch der Schutz unserer Wildtiere am Herzen liegt, konnten wir das Unternehmen Fairfleet als geeigneten Partner für unseren Landkreis gewinnen", erklärt Johanna Ecker-Schotte.

Das Miteinander – besonders im Landkreis Miesbach – sei dem Tierschutzverein Tegernseer Tal ein großes Anliegen. "Es freut uns deshalb sehr, dass wir gemeinsam mit dem Kreisverband Miesbach im bayerischen Bauernverband und Kreisobmann Johann Hacklinger das Projekt Rehkitzrettung mit Drohne ins Leben rufen konnten", heißt es weiter.

"In diesem Zusammenhang bitten wir nochmals alle Spaziergänger, Hundebesitzer und auch Sportler, auf den Wegen zu bleiben sowie Wald und Wiesen nicht zu betreten", appelliert Johanna Ecker-Schotte. ksl

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