Ausgebremst

Diese neue Regel stoppt die Buslinie zwischen Monialm und Spitzingsee

Zwischen 50 und 100 Fahrgäste pro Tag nutzen bei schönem Wetter zwischen Monialm und Spitzingsee den Bus, wenn sie einen Ausflug machen.
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Zwischen 50 und 100 Fahrgäste pro Tag nutzen bei schönem Wetter zwischen Monialm und Spitzingsee den Bus, wenn sie einen Ausflug machen.

Rottach-Egern – Eine neue Regel beim Überholen sorgt dafür, dass die Buslinie zwischen Monialm und Spitzingsee ausgebremst wird. Der Busbetrieb zum Achensee startet hingegen am 15. Juni.

Ab Samstag (30. Mai) fahren die Busse der Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) nach dem Sommerfahrplan. Doch auf der Linie 9560 wird der Abschnitt von der Monialm zum Spitzingsee vorerst nicht bedient. Grund dafür sind neue Regeln im Straßenverkehr.

Seit Ende April gilt, dass innerorts mindestens 1,5 Meter und außerorts sogar 2 Meter Abstand beim Überholen von Radfahrern und Fußgängern eingehalten werden müssen. Ziel dieser neuen Regel ist es, sichere, klimafreundliche und moderne Mobilität zu fördern und das Radfahren sicherer zu machen. Jedoch ist der geforderte Abstand auf zahlreichen Straßen in der Region absolut nicht praktizierbar.

Die Straße zwischen Monialm und Spitzingsee zum Beispiel habe eine Breite von drei Metern, erklärt Andreas Päschel, RVO-Niederlassungsleiter in Tegernsee. Die Busse sind aber 2,38 Metern breit. Folglich ist es aus rechtlicher Sicht unmöglich, dort zu überholen. Da Radfahrer in der Regel aber wesentlich langsamer unterwegs sind als die Busse, können diese ihren Fahrplan nicht mehr einhalten.

Ein weiteres Problem: Für die Busfahrer ist die Tour enorm stressig. Die Zahl der Radfahrer hat in den vergangenen Jahren rapide zugenommen, bis zu 300 sind bereits an einem Tag auf der engen Trasse gezählt worden, berichtet RVO-Betriebsrat Isidor Klarer, selbst Busfahrer. „Die Radfahrer kommen einem bergab zum Teil mit einer Geschwindigkeit entgegen, dass man kaum noch reagieren kann“, erklärt er. „Wir müssen bei jeder Kurve aufpassen, dass kein Radler entgegen kommt.“ Dabei fährt der Bus auf der kurvigen Strecke schon vorsichtiges Tempo.

Im vergangenen Jahr habe es dennoch zwei Unfälle gegeben, was für die Busfahrer sehr belastend ist. „Die Fahrer sind mittlerweile immer angespannt“, erklärt Isidor Klarer. „Zum Teil kommen die Radfahrer einem in Gruppen von acht bis zehn Personen entgegen.“ Wenn der Bus umgekehrt dann auch nicht vorbeikommt, sorgt das bei den Fahrern zusätzlich für Stress, weil sie den Fahrplan nicht einhalten können, die Fahrgäste ihre Anschlüsse zum Beispiel am Bahnhof in Neuhaus nicht schaffen und sich darüber beschweren. Mittlerweile mag keiner der Fahrer mehr die Strecke bedienen, erklärt Isidor Klarer.

Um das Problem zu lösen, soll es zeitnah Gespräche mit den betroffenen Gemeinden und dem Landratsamt geben. „Der Gesetzgeber hat sich dabei mit kleineren Straßen, wie wir sie vor Ort haben, nicht auseinandergesetzt. Das müssen wir zunächst hinnehmen“, erklärte Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, als er einen Brief des RVO an die Verwaltung vorlas. Derzeit laufen auch Gespräche mit dem Verkehrsministerium, wie Andreas Päschel erklärt. Bisher jedoch ohne Ergebnis.

Busbetrieb zum Achensee startet

Unterdessen starten die grenzüberschreitenden Linien 9569 und 9550 ab Lenggries in die Eng beziehungsweise ab Tegernsee zum Achensee am Montag, 15. Juni, in die Sommersaison, wenn die Grenze zu Österreich wieder geöffnet ist. Dies wurde gemeinsam mit dem verantwortlichen Aufgabenträger entschieden, wie die Regionalverkehr Oberbayern GmbH mitteilt. Aktuelle Fahrpläne gibt es unter www.rvo-bus.de. ksl

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