20. Tegernseer Fachtage

Appell des Bundespräsidenten a.D. Joachim Gauck in Rottach-Egern

Bei den 20. Tegernseer Fachtagen: Bundespräsident a.D. Joachim Gauck (2.v.r.) mahnt zu mehr Mut und Toleranz. Zudem appelliert der 80-Jährige, zum Wählen zu gehen.
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Bei den 20. Tegernseer Fachtagen: Bundespräsident a.D. Joachim Gauck (2.v.r.) mahnt zu mehr Mut und Toleranz. Zudem appelliert der 80-Jährige, zum Wählen zu gehen.

Rottach-Egern – Bundespräsident a.D. Joachim Gauck ruft bei den 20. Tegernseer Fachtagen in Rottach-Egern mit Bundespräsident a.D. Joachim Gauck zu mehr Mut und mehr Menschsein auf.

Sie reisten aus ganz Deutschland an, um an zwei Tagen im Hotel Überfahrt in Rottach-Egern Bergluft und Zukunftsduft zu schnuppern: Fast 80 Experten aus der Bankenbranche und von Start-ups. Und dieses Mal gab es auch etwas zu feiern: Die Tegernseer Fachtage des Banken-IT-Experten Macros gibt es seit genau 20 Jahren.

Eckhard Häusler gründete 1998 das Unternehmen Macros Consult GmbH in Ottobrunn und veranstaltete auch in diesem Jahr mit seinem Partner Wolfgang Botschatzke das jährlich stattfindende Management-Symposium. Botschatzke verkündete im Rahmen der Tagung auch die Neuerung der Firma zur Macros Consulting Group.

Experten aus der Finanz- und Versicherungsbranche, hochkarätige Referenten und ein ausgesuchtes Fachpublikum machten die Veranstaltung zu einem Kongresshöhepunkt für die europäische Finanzbranche. Diplom-Journalist Stefan Scheider moderierte die dreitägigen Fachtage mit dem Leitthema „New Banking Economy – Disruption in der Finanzbranche oder Change auf Raten?“. In über zehn Fachvorträgen lieferten hochkarätige Redner Antworten auf die Frage und stießen dabei wiederum neue Debatten an.

Fazit: Die gute alte Filiale und ihr Traditionshaus müssen kämpfen, sind aber noch nicht verloren. Wer sich bewegt, näher an die Kunden heranrückt und stark in der digitalen Welt auftritt, hat eine Chance. Und wo die Megatrends in der Gesellschaft mit einfließen, entstehen auch begehrte Produkte. Wenn immer mehr Menschen nach Umweltschutz und Nachhaltigkeit rufen, könnte daraus zum Beispiel eine Kreditkarte aus Holz entstehen, mit der alle 50 Euro ein Baum gepflanzt wird.

Sehr gemenschelt hat es beim Besuch des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck bei den Tegernseer Fachtagen. Der Staatsmann sprach über die Zukunft einer offenen Gesellschaft und fesselte die Runde mit Geschichten aus der Politik sowie einem Plädoyer für mehr Mut und Toleranz in diesen Tagen.

Gauck, der selbst einst als evangelischer Pfarrer den Fall der Mauer mit angestoßen hatte, erinnere sich noch gut an seinen ersten Wahlgang in einer freien Demokratie. „Ich durfte mit 50 Jahren zum ersten Mal frei wählen“, erzählte Gauck, „und bin mit Tränen in den Augen aus dem Wahllokal gekommen“. Daher könne er nur allen Menschen zurufen: „Nicht wählen ist keine Alternative – nutzen Sie Ihr Stimmrecht!“

Angesichts der Verunsicherung vieler Bürger in der globalen und unruhigen Welt mahnte der Bundespräsident zu mehr Mut und Toleranz. „Angst und Panik sind ein denkbar schlechter Ratgeber und Begleiter“, rief der 80-jährige Gauck eindrücklich auf und fügte hinzu: „Wir sollten mehr Mut entwickeln, zu unserem Land zu stehen.“ ksl

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