Anlage im Hofoldinger Forst geplant

Rückenwind aus Otterfing: Gemeinderat gibt grünes Licht für Windkraft

Windkraftanlagen im Nebel
+
Ein Windkraftprojekt soll im Hofoldinger Forst entstehen. Otterfing ist dafür.

Otterfing – Die Zeichen für ein Windkraftprojekt im Hofoldinger Forst stehen gut: Die Gemeinderäte in Otterfing haben zugestimmt, die nächste Stufe zu zünden.

Die seit Kurzem vorliegenden Gutachten zu Windstärke, erfüllbaren Forderungen des Arten- und Naturschutzes sowie der möglichen Rendite des Windkraftprojekts im Hofoldiger Forst haben die Gemeinderäte in Otterfing überzeugt. Mit nur einer Gegenstimme hat das Gremium sein Einverständnis gegeben, um die nächste Stufe zu zünden. Dabei werden die Zahlen durch unabhängige staatliche Stellen geprüft.

Bekanntlich möchte die Arge Hofoldinger Forst als Zusammenschluss der Gemeinden Otterfing, Sauerlach, Aying und Brunnthal entlang der Autobahn A8 vier Windräder aufstellen. Diese sollen als Bürgerwindanlage gemeinsam betrieben werden und die Renditen in den Gemeinden bleiben.

Mit der ersten Untersuchung dazu wurde das Ingenieurbüro Sing aus Landsberg am Lech beauftragt. Wie Bürgermeister Michael Falkenhahn berichtete, hatte Geschäftsführer Robert Sing dem Gemeinderat das Ergebnis kürzlich in nichtöffentlicher Sitzung vorgetragen.

Jährlich bis zu 11.300 Megawattstunden Strom pro Windrad

Die Präsentation zeigte, dass der Wind mit durchschnittlich 5,7 Metern pro Sekunde auf 166 Meter Nabenhöhe weht und somit jedes Windrad jährlich zwischen 10.300 und 11.300 Megawattstunden Strom produzieren könnte. Wobei die Zeit von November bis Mitte März am ertragreichsten wäre.

Sing kam nach konservativer Berechnung auf Basis der aktuellen Situation und langjähriger Erfahrung zu dem Ergebnis, dass die Windräder ausreichend Rendite erwirtschaften würden. Wichtig sei zudem, dass nach Einschätzung eines Fachgutachterbüros dem Projekt aus natur- und artenschutzfachlicher Sicht keine entscheidenden Belange entgegenstehen.

Geforderte Rohdaten der Windmessung fehlen

„Wir beschließen heute nicht, dass die Windräder gebaut werden, sondern nur, dass die Zahlen unabhängig geprüft werden“, stellte der Bürgermeister zu Beginn der folgenden Debatte klar. Josef Killer (FWG) überzeugte die Präsentation nicht. Ihm fehlten die von ihm geforderten Rohdaten der Windmessung: „Ich will nicht als Windkraftgegner hingestellt werden, aber soweit ich mich erinnern kann, wurde der Hofoldigner Forst schon mal als Schwachwindgebiet ausgewiesen.“

Bei den geplanten Standorten (rot markiert) im Hofoldinger Forst wird die 10H-Regel aus der bayerischen Bauordnung eingehalten. Die ersten Berechnungen fanden unter Interpretation des Anlagetyps Nordex N163 statt und zeigten sich wirtschaftlich rentabel sowie für die Umwelt verträglich.

Diese Messung sei aber, wie Falkenhahn anmerkte, über 15 Jahre alt und daher obsolet: „Die Technik hat sich seither deutlich verbessert.“ Außerdem heiße es nicht, dass, wenn Otterfing aussteige, auf der vorgesehenen Flur kein Windrad gebaut werde. „Dann werden sich Investoren nicht lange bitten lassen einzusteigen“, warnte Falkenhahn.

Technischer Fortschritt bei Windkraft überzeugt

„Wir sollten auf jeden Fall weitermachen und, wenn es passt, wäre es mir wichtig, die Anlage mit Bürgerbeteiligung umzusetzen“, sagte FWO-Fraktionssprecher Stefan Burgmayr. Ähnlich äußerte sich Vize-Bürgermeister Gerhard Heimerer (CSU): „Wenn wir jetzt nicht weitermachen, wären vier Jahre umsonst gewesen.“

Zustimmung kam auch von Andreas Eichhorn (SPD), der ebenfalls auf den technischen Fortschritt verwies und in Richtung Killer meinte: „Ich vertraue den Fachleuten, die das jetzt prüfen sollen und maße mir nicht an, klüger zu sein.“ Mit den Worten „ich fühle mich ausreichend informiert, jetzt dagegen zu stimmen, wäre fahrlässig“, traf Thomas Hogger (Grüne) die überwiegende Meinung des Gremiums ziemlich genau. Mit einer Gegenstimme von Killer gab es schließlich grünes Licht, das Windkraftprojekt fortzuführen. hac

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gmunds Gemeinderäte beschließen strenge Regeln an Uferanlage Seeglas
Gmunds Gemeinderäte beschließen strenge Regeln an Uferanlage Seeglas
Ringen um Krankenanstalt Dr. May in Kreuth: Etappensieg für Gemeinde
Ringen um Krankenanstalt Dr. May in Kreuth: Etappensieg für Gemeinde
Abstriche in Rottach: Corona-Testzentrum im früheren Postamt startet
Abstriche in Rottach: Corona-Testzentrum im früheren Postamt startet
Nach Sperre des beliebten Spazierwegs: Neubau des Mangfallstegs beginnt
Nach Sperre des beliebten Spazierwegs: Neubau des Mangfallstegs beginnt

Kommentare