Ruhe an der Fütterung

Für den Wildschutz: Rundweg nach Siebenhütten nur vier Stunden offen

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Das Betreten des Wildschutzgebiets in Kreuth kann teuer werden: Es drohen 5000 Euro Geldbuße.

Kreuth – Das Wildschutzgebiet Hohlenstein in Kreuth gibt es seit Oktober vergangenen Jahres, im Dezember ist die entsprechende Verordnung in Kraft getreten. Damit darf dieses Gebiet nun in den Wintermonaten nur noch am Vormittag betreten werden. Der Rundweg nach Siebenhütten ist damit ab Mittag gesperrt, Hunde sollen dort gar nicht mehr ausgeführt werden. Uneingeschränkt offen ist der Weg über die Fischzucht.

Das Landratsamt Miesbach hat das Wildschutzgebiet in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Herzoglichen Verwaltung ausgewiesen. Es darf nun von Anfang Dezember bis Ende März nachmittags, abends und nachts nicht mehr betreten werden. Darauf weist eine entsprechende Beschilderung an den wichtigsten Zutrittspunkten in Wildbad Kreuth hin. Das Gebiet gehört zu den Flächen des Herzoglichen Jagdreviers. Herzogin Helene in Bayern betreibt dort eine Rotwildfütterung für die Tiere, die in den Wintermonaten bei harter Witterung in der Natur nicht ausreichend Nahrung finden. „Problematisch ist, dass sich der bewährte Fütterungsstandort in dem frequentierten Wandergebiet nach Siebenhütten befindet“, erklärt das Landratsamt. Zahlreiche Sportler und Spaziergänger nutzen die Wanderwege nahe der Rotwildfütterung, auch Hunde werden gerne auf der Strecke ausgeführt. Durch die starke Freizeitnutzung zieht sich das Rotwild jedoch zurück und nimmt die Fütterung nicht mehr an. „Das Bedürfnis des Wildes nach Ruhe macht die Ausweisung des Wildschutzgebietes deshalb erforderlich“, teilt Birger Nemitz, Sprecher des Landratsamtes, mit. Das Betretungsverbot beginnt an der Abzweigung zur Fischzucht und umfasst den Kiem-Pauli-Weg bis zur Fußgängerbrücke nach Siebenhütten. Der Rundweg nach Siebenhütten wird damit zum Teil eingeschränkt. Den Weg über die Fischzucht nach Siebenhütten beinhaltet die Wildschutzverordnung nicht – dieser Weg kann wie bisher genutzt werden.

Die Einschränkungen der Freizeitnutzung sie für den Schutz des Rotwildes unumgänglich, ebenso das generelle Hundeverbot im Winter zur Beruhigung der Fläche. Herzogin Helene in Bayern bezeichne sich selbst als „Hundebesitzerin mit Herz und Seele“, heißt es in der Behördenmitteilung. Die Herzogin berichte aber „aus eigener Erfahrung von der enormen Beunruhigung für das Wild, welche selbst von angeleinten Hunden ausgeht“.

Das zeitweise Betretungsverbot gilt nun bis Ende März. Von 8 bis 12 Uhr ist der Weg für Spaziergänger und Wanderer ohne Hunde freigegeben. Darüber hinaus weisen die Schilder darauf hin, was denjenigen droht, die sich nicht an die Regelung halten: eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro.

ft

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