Hartl berichtet

Ruhige Bürgerversammlung in Waakirchen

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Bei der Bürgerversammlung trug Waakirchens Rathauschef Sepp Hartl seinen Rechenschaftsbericht vor.

Waakirchen – Wer gedacht hatte, dass sich bei der diesjährigen Bürgerversammlung mächtig was rühren würde, irrte gewaltig. Die Veranstaltung am Montag in der Turnhalle lief außerordentlich ruhig ab. Offenbar schien den Bürgern nichts auf den Nägeln zu brennen, denn es wurde keine einzige Frage an Rathauschef Sepp Hartl gestellt. Dabei fehlt es in Waakirchen keineswegs an großen Themen.

Erweiterung des Gewerbegebietes am Brunnenweg, Ortsmitte-Projekt, Umgehungsstraße, Tunnel – zu alledem gab es vonseiten der Bürger keine mündlichen Nachfragen. Hartl, der seinen umfassenden Rechenschaftsbericht vortrug, erläuterte ausführlich den stattlichen Etat von Waakirchen, blickte mit Stolz auf die Finanzlage der Kommune und stellte zufrieden fest: „Was unsere Gemeinde so stark macht, ist, dass wir alles aus dem Haushalt stemmen können.“ Möglich sei dies in erster Linie dank der Einnahmen bei der Einkommensteuerbeteiligung und bei der Gewerbesteuer. Ohne Steuereinnahmen wären viele Investitionen nicht möglich, gab Hartl zu bedenken. In diesem Zusammenhang machte der Bürgermeister einmal mehr deutlich, wie wichtig die Erweiterung des Gewerbegebietes am Brunnenweg für Waakirchen sei.

Den rechtskräftigen Bebauungsplan aufzuheben, wie von Kritikern gefordert, kam für den Gemeinderat nicht in Frage. Das Bürgerbegehren gegen die Gewerbegebiets-Erweiterung wurde vom Ratsgremium nicht zugelassen (wir berichteten, Weiteres hier). Hartl zeigte nun am Versammlungsabend erneut auf, dass sich im besagten Gewerbegebiet ausschließlich produzierendes Gewerbe ansiedeln dürfe, das wiederum Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffe. Bewerber gebe es bereits, „es sind aber noch keine Verträge geschlossen worden“, informierte der Rathauschef über den Stand der Dinge. Dabei versäumte er es auch nicht, den Brunnenweg anzusprechen, der saniert und umgestaltet werden soll. „Dazu wird es einen Runden Tisch geben“, signalisierte das Gemeindeoberhaupt Dialogbereitschaft.

Was das Bürgerbegehren zum Wohnprojekt in der Ortsmitte angeht, so wurde dies am Tag vor der Bürgerversammlung vom Gemeinderat einstimmig für zulässig erklärt. Gleichzeitig beschloss das Gremium einmütig, ein Ratsbegehren auf den Weg zu bringen. Am 7. Juli werden also die Bürger über die Zukunft der Fläche zwischen der Sparkassenfiliale und dem Bäckervoitl-Anwesen abstimmen. Zum Ratsbegehren kündigte Hartl an: „Am 30. April findet eine Auftaktveranstaltung in der Waakirchner Turnhalle statt. Beginn ist um 19.30 Uhr.“ Tags darauf werde dann im Anschluss an die traditionelle Maibaum-Aufstellung das in Auftrag gegebene Dorfmitte-Modell im Eingangsbereich der Sparkasse präsentiert. Laut Rücksprache meinte der Bürgermeister, dass eine erste Vorstellung des Modells auch schon am Vorabend bei besagter Auftaktveranstaltung denkbar wäre.

In schriftlichen Anfragen machten sich sowohl die Bürgerinitiative Verkehr als auch die Bürgerbewegung „Entlastung der B 472“ über den aktuellen Sachstand kundig und wollten wissen, wie beim Gemeinderat der Prozess der Meinungsbildung aussehe. Hartl hielt sich dahingehend bedeckt. Er erklärte, dass das Ergebnis der Analyse des von der Gemeinde beauftragten Fachbüros noch ausstehe. „Ich hoffe, dass wir es Anfang Juli vorstellen können“, sagte der Waakirchner Bürgermeister. Er sicherte Transparenz sowie Mitsprache zu und hob abschließend hervor: „Es geht um uns alle.“ rei

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