Das Sahnehäubchen: Kober gewinnt Heimweltcup

Siegerehrung: (v.l.) Marion Kreiner, Amelie Kober und Ekaterina Tudegesheva.

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FRIDOLIN THANNER, Bayrischzell – Ein bisschen „holprig“, gab sie selber zu, ist Amelie Kober in die Rennen gestartet. Doch der Patzer in der Quali war am Ende vergessen. Da stand sie in der neu gestalteten Zielarena am Waldkopflift, ließ sich von ihren Fans feiern und legte spontan ein Tänzchen auf die Piste. Gerade hatte sie im großen Finale der Österreicherin Marion Kreiner keine Chance gelassen, beide Läufe klar dominiert und war souverän zum zweiten Sieg am Sudelfeld in Folge gecarvt. Bei den Herren gewann der Österreicher Siegfried Grabner. An der Strecke und im Zielbereich feuerten gut 500 Zuschauer die Sportler an – und besonders laut wurde es natürlich, wenn die Lokalmatadorin an den Start ging. Die Fischbachauerin bereitete ihren Fans allerdings bange Sekunden. Im zweiten Qualifikationslauf stürzte sie beinahe und verlor viel Zeit. Obwohl da der Hang im oberen Teil von Nebel verhüllt war, war für die Besucher das Rennen vom Start weg genau zu verfolgen. Im Zielbereich war eine Großleinwand aufgebaut, die ebenso gut ankam wie die Darstellung der Startreihenfolge, Zeiten und Plätze auf einer Anzeigentafel daneben. „Wir haben uns von Jahr zu Jahr gesteigert“, freut sich Josef Lechner. Für den Chef des Organisationskomitees gibt es „fast nichts mehr, was wir noch besser machen können“. Sein Dank galt dem gesamten Team, das mitarbeitete, um diese Veranstaltung durchführen zu können. Allein für die Pistenpräparierung waren rund 100 Helfer des Skiverbands Oberland im Einsatz. Und sie haben eine sehr gute Arbeit gemacht, wie auch die Sportler bestätigten. „Das hat super gehalten, vielen Dank“, sagte etwa Gewinner Siegfried Grabner, „man hat bis zum Schluss voll auf Risiko von oben bis unten fahren können“. Auch für ihn war es ein besonderer Sieg, er war zwei Jahre verletzt. Kurz vor seinem 37. Geburtstag hat er es zurück an die Weltspitze geschafft und seinen ersten Sieg seit drei Jahren eingefahren. Für die 24-jährige Kober war es der zehnte Weltcuperfolg ihrer Karriere, der zweite am Sudelfeld und der erste nach der Babypause. Söhnchen Lorenz war zusammen mit Oma und Opa natürlich auch dabei – unter den Fans. Die machten richtig Stimmung, teils mit Kuhglocken und Hupen. Durch die Verlegung entstand ein arenaartiger Raum mit deutlich erhöhter Lautstärke. „Ich habe das Publikum schon oben am Start gehört. Im Ziel war es dann extrem. Das hat mich sehr motiviert“, sagte Kober. Am Ende war es für sie „einfach ein schöner Tag“. So wie für OK-Chef Lechner: „Das war eine perfekte Darstellung unserer Region“, freut er sich, „und dass die Amelie gewonnen hat, das ist natürlich das Sahnehäubchen“. Durch den Sieg hat sich die einzige Mutter im Starterfeld von Platz sechs auf Platz zwei in der Parallel Weltcup-Wertung verbessert. Mit 3680 Punkten liegt Kober nur noch 160 Punkte hinter Patrizia Kummer aus der Schweiz, die am Sudelfeld im Achtelfinale scheiterte. Da war auch für Kobers Teamkollegin Isabella Laböck (Prien) Schluss. Besser lief es hingegen für Selina Jörg (Sonthofen), die mit Platz vier – im kleinen Finale unterlag sie der Russin Ekaterina Tudegesheva – zwar knapp das Siegerpodest verpasste, sich aber dennoch über ihr bestes Saisonergebnis freute: „Ich bin erleichtert, dass ich endlich mal wieder das Achtelfinale überstanden habe.“ Ihrem Mannschaftskameraden Patrick Bussler wurde das aber zum Verhängnis. In der Qualifikation noch Schnellster, musste er ausgerechnet gegen den späteren Dritten und zweimaligen Sudelfeld-Sieger Andreas Prommegger (Österreich) ran und unterlag. „Ich hatte heute die Chance alles zu gewinnen. Aber jetzt ist mit einem Schlag wieder alles weg. Da fühlt man sich schon sehr schlecht“, sagte Bussler. Für ihn stand am Ende Platz neun zu Buche. Feiern durften drei Österreicher: Zwischen Grabner und Prommegger platzierte sich Teamkollege Lukas Mathies.

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