Unter der Lupe

„Sauber unterwegs in Holzkirchen“: Das sind die Ergebnisse der Umfrage

Holzkirchen_Sauber-unterwegs_Onlinepräsentation
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Die Ergebnisse der Bürgerumfrage „Sauber unterwegs in Holzkirchen“ wurden per Youtube vom Planungsbüro Mobilitätswerk GmbH live veröffentlicht.

Holzkirchen – Bessere Bus- sowie Sharing-Angebote und mehr sind laut einer digitalen Bürgerveranstaltung zu Mobilität in Holzkirchen gefragt.

Die Holzkirchner waren im Frühsommer aufgerufen, sich als Experten vor der eigenen Haustüre in das Förderprojekt „Sauber unterwegs in Holzkirchen“ einzubringen sowie ihre Wünsche und Vorschläge dazu mitzuteilen. Die Umfrage wurde anschließend vom Dresdner Planungsbüro Mobilitätswerk GmbH im Rahmen eines Förderprogramms ausgewertet. Die Ergebnisse stellten die Experten kürzlich online per Youtube-Chat vor. Betrachtet wurden dabei das Ortsbusangebot, Sharing-Modelle sowie der Rad- und Fußverkehr.

Ziel der Umfrage war es, neben Einblicken in das tägliche Verkehrsverhalten der Bürger vor allem auch Informationen zu ihren Wünschen zu erhalten und mehr über die Herausforderungen an aktuelle sowie künftige Mobilitätsangebote zu erfahren. Die Ergebnisse haben René Pessier und Heike Schleussner von der Mobilitätswerk GmbH vorgestellt. Insgesamt 98 Aufrufe zählte Youtube während der eineinhalbstündigen Veranstaltung, rund 30 Nutzer verfolgten sie permanent, 15 stellten dem Gremium Fragen oder machten weitere Vorschläge.

Als Erstes sprach Schleussner darüber, wie die Ortsbuslinien optimiert werden könnten. Gewünscht wurden kurze Fahrzeiten und direkte Fahrwege. Dem standen der Anspruch an viele Haltestellen und der Anschluss aller Ortsteile gegenüber. Die Expertin schlug vor, drei Linien zu installieren. Eine Expresslinie solle in wenigen Minuten vom Bahnhof ins Gewerbegebiet fahren, eine Schleifenlinie permanent und mit höherem Takt unterwegs sein und auch Roggersdorf sowie die Maitz bedarfsgerecht einbinden. Lösungen dafür gäbe es bereits, wie Pessier auf Nachfrage eines Chatteilnehmers erklärte. Die sogenannte Orange-Linie sollte schließlich in einem Takt von etwa 60 Minuten fahren und über Sufferloh, Thann und Hartpenning verkehren. Wichtig sei es, so Schleussner, den Zubringerverkehr tariflich zu integrieren und dazu auch die Unternehmen im Gewerbegebiet mit ins Boot zu holen.

Außerdem sollte, um die Ortsbusse zu unterstützen, das Sharing-Angebot für Autos und Fahrräder überdacht werden. Dazu wären nach Meinung Schleussners und Pessiers Standorte am Bahnhof und den Gewerbegebieten, aber auch in Wohngebieten notwendig. Davon, viele Rückgabestandorte einzurichten, riet Pessier ab, weil die Fahrzeuge dann auch wieder zurückgebracht werden müssen. Zum Bike-Sharing gab Pessier zu bedenken, dass dies für die Marktgemeinde langfristig ohne Unterstützung der Unternehmen vor Ort kaum wirtschaftlich sein werde. Zum Betrieb der Lastenräder schlug er vor, einen Kümmerer oder örtlichen Verein zu beschäftigen und mit ins Boot zu holen. Der Vorschlag eines Chatteilnehmers, Leihautos mit einer gewissen Ladekapazität zur Verfügung zu stellen, wurde von den Experten positiv aufgenommen.

Zum Rad- und Fußverkehr, mit dem sich auch die parallel laufende Modal-Split-Studie der Marktgemeinde beschäftigt, schlug Schleussner unter anderem vor, mehr Tempo-30-Zonen einzuführen. Zudem sollten das Nebenstraßennetz freundlicher gestaltet werden und Alternativrouten ausgeschildert werden. Des Weiteren könnten an Schulen und Kindergärten verkehrsberuhigte Zonen sowie Hol- und Bring-Bereiche an Schulen eingerichtet werden.

Bürgermeister Christoph Schmid, der live zugeschaltet wurde, meinte zu den Vorschlägen: „Mir gefällt der Ansatz, das neue Mobilitätskonzept auch wirtschaftlich zu betrachten. Natürlich müssen wir als Kommune Anschubfinanzierung leisten, aber auf Dauer muss es auch angenommen werden und sich rechnen.“ Zum Ortsbusnetz meinte er: „Die Idee finde ich außerordentlich gut und die werden wir auch weiter verfolgen.“

Die Auswertung der Mobilitätsumfrage ist online unter www.holzkirchen.de/aktuelles abrufbar. hac

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