Kommunalwahl 2020

Diese drei Kandidaten treten gegen Sauerlachs Bürgermeisterin an

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Neben Amtsinhaberin Barbara Bogner (UBV, v.l.) wollen Hubert Zellner (CSU), Babak Afshar (SPD) und Ursula Gresser (FDP) Bürgermeister der Gemeinde Sauerlach werden.

Sauerlach – Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV), Hubert Zellner (CSU), Babak Afshar (SPD) und Ursula Gresser (FDP) treten bei der Wahl am 15. März um den höchsten Posten in Sauerlach an.

Seit zwölf Jahren ist Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) in Sauerlach im Amt. Sie will nach der Kommunalwahl am 15. März weitermachen. Drei Kontrahenten wollen dies verhindern und selbst den obersten Posten im Rathaus besetzen: Hubert Zellner (CSU), Babak Afshar (SPD) und Ursula Gresser (FDP).

UBV: Barbara Bogner

Was zeichnet Sie aus, um erneut Bürgermeisterin zu werden?

Barbara Bogner (59) ist seit 2008 Bürgermeisterin von Sauerlach. Zuvor war sie mit Erwachsenenbildung, Nachhilfe und als Gymnasiallehrerin selbstständig.

Erstens ist das natürlich meine schon zwölfjährige Amtszeit, in der Sauerlach vor allem im sozialen und Betreuungsbereich große Fortschritte gemacht hat. Zweitens meine Bürgernähe und Transparenz im stets offenen Rathaus und mein unbedingter Wille, die Gemeinde als wirklich lebenswerten Ort zwischen Großstadt und Alpen zu erhalten.

Wie sehen Ihre Hauptziele aus, die Sie erreichen wollen, sollten Sie wieder gewählt werden?

Gesicherte Kinderbetreuung für alle von ein bis zehn Jahren – auch in den Ferien; Schaffung von weiterem bezahlbarem Wohnraum; Erweiterung der Kurzzeit- und Tagespflege; Umsetzung eines Sportkonzepts für mehr Möglichkeiten in den Vereinen; ein Gymnasium am Ort; 20-Minuten-Takt bei Bahn und Bus.

Sauerlach liegt im Speckgürtel von München. Wie kann die Gemeinde das nutzen?

Durch die interessante Lage für Arbeit und Freizeit können sich durchaus lukrative Firmen in der Gemeinde ansiedeln, die die Einnahmen erhöhen und Arbeits- sowie Ausbildungsplätze schaffen. Die Mehreinnahmen können in Infrastruktur, Sport, Kunst und Kultur investiert werden, wodurch sich die Lebensqualität vor Ort weiter erhöht.

Die Stadtwerke München führen derzeit seismische Messungen für Geothermie in Sauerlach durch. Wie stehen Sie dazu?

Die Geothermie ist die sauberste Wärme. Wir nutzen diese bereits auch über unser gemeindliches Heizwerk. Ich sehe die Nutzung durchaus positiv, da diese Energieform in hohem Maße zur Energieautarkie im Landkreis und in der gesamten Stadtregion beitragen wird.

CSU: Hubert Zellner

Was zeichnet Sie aus, um Bürgermeister zu werden?

Ich handle mit Herz und Verstand ausschließlich für unsere Bürger als deren Vertreter. Mein Motto: Lebe für die Sache. Wir wollen eine moderne Gemeinde mit ländlichen Strukturen in den Ortsteilen. Wir wollen 2030 und darüber hinaus noch attraktiv und handlungsfähig sein. Ob Jung oder Alt, keiner soll aus Sauerlach wegziehen müssen.

Wie sehen Ihre Hauptziele aus, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Ein langfristig definiertes Ortsentwicklungskonzept hat oberste Priorität. Wichtig sind mir zudem moderne Einheimischenwohnprojekte, günstiges Wohnen für Geringverdiener und Senioren, intelligente Gewerbeansiedlung, Energieprojekte mit Bürgerbeteiligung sowie Umsetzung des Sportkonzeptes für Sauerlach und Arget.

Sauerlach liegt im Speckgürtel von München. Wie kann die Gemeinde das nutzen?

Hubert Zellner (50, verheiratet) ist Bauamtsleiter der Gemeinde Sauerlach. Der Vater zweier Kinder ist im Trachten- und im Schützenverein aktiv.

Beste Standortvoraussetzungen bieten alle Möglichkeiten, unseren Ort stabil und hochwertig zu entwickeln. Wir wollen Kapital am Ort halten. Durch eine intelligente Gewerbeansiedlung können wir die Zahl der Auspendler reduzieren und zusätzliche Einnahmen generieren. Angebote für Bildung, Kultur, Freizeit, Gesundheitswesen sind interkommunal nutzbar.

Die Stadtwerke München führen derzeit seismische Messungen für Geothermie in Sauerlach durch. Wie stehen Sie dazu?

Im Süden Münchens sind die geologischen Voraussetzungen für die Nutzung der Erdwärme ideal. Das Wärmenetz der gemeindlichen ZES GmbH wird zusätzlich über Geothermie gespeist. Die Versorgungssicherheit dadurch ermöglicht eine Erweiterung und den Ausbau des gemeindlichen Wärmenetzes. Die Zukunft ist eine energieautarke Gemeinde.

SPD: Babak Afshar

Was zeichnet Sie aus, um Bürgermeister zu werden?

Ich habe die vergangenen 20 Jahre Unternehmen geleitet, Mitarbeiter geführt, Kunden akquiriert und auf die Finanzen geachtet. Dies ist in einer Gemeinde nicht anders. Man muss den Menschen zuhören können und Projekte umsetzen. Hier zeichnet mich aus, dass ich zudem im Projektmanagement tätig war.

Wie sehen Ihre Hauptziele aus, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Ich möchte die Gemeinde auf stabile finanzielle Füße stellen, die Einnahmen erhöhen und bedacht die vorhandenen Mittel einsetzen. Bezahlbare Wohnungen, gute Unterstützung der Vereine und Investitionen im Senioren-, Jugend- und Kinderbereich sowie ein Naturbad liegen mir besonders am Herzen.

Sauerlach liegt im Speckgürtel von München. Wie kann die Gemeinde das nutzen?

Babak Afshar (47, verheiratet) arbeitet als selbstständiger Fußballmanager. Gemeinsam mit seiner Frau hat der Sauerlacher ein 16 Monate altes Kind.

Sauerlach wird wachsen. Der öffentliche Personennahverkehr muss sich daher noch verbessern und das Breitbandnetz muss flächendeckend ausgebaut werden. Zudem wollen wir hier proaktiv Gewerbe ansiedeln, die für uns steuerlich interessant sind. Am besten in einem Mischgebiet, wo neben Büros auch Wohnungen entstehen.

Die Stadtwerke München führen derzeit seismische Messungen für Geothermie in Sauerlach durch. Wie stehen Sie dazu?

Ich finde es gut, da so ein 3-D-Bild des Untergrunds erzeugt werden kann. Dies gibt uns Aufschluss über die Möglichkeiten des weiteren Ausbaus der Geothermie. Den Ausbau der ZES GmbH in Sauerlach würde ich sehr begrüßen. Denn dies ist ein wichtiger Aspekt hinsichtlich einer Energiewende.

FDP: Ursula Gresser

Was zeichnet Sie aus, um Bürgermeisterin zu werden?

Ursula Gresser (62) ist Fachärztin für Innere Medizin und Hochschullehrerin. Die Mutter eines Sohnes ist seit 2015 Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes.Fotos: GB

Ich lebe seit 1999 in Sauerlach. In den vergangenen Jahren wurden von der Gemeinde wichtige Projekte aufgeschoben oder aufgegeben mit der bequemen Argumentation, dafür sei kein Geld da, es gehe halt nicht. Die Gemeinde muss aber ihre Aufgaben erledigen. Ich werde den Bürgern nicht erklären, warum es nicht geht, sondern ich werde dafür sorgen, dass es geht.

Wie sehen Ihre Hauptziele aus, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Unterstützung von Kultur und Sport; Bau eines Kunstrasenplatzes; Reduktion der Mieten für ortsansässige Vereine in der Mehrzweckhalle; Schaffung von Kita-Plätzen; Bau des Gymnasiums; Erschließung zentrumsnaher Grundstücke für Wohnungsbau; leistungsfähiges Internet und Beseitigung der Funklöcher im Gemeindegebiet.

Sauerlach liegt im Speckgürtel von München. Wie kann die Gemeinde das nutzen?

Sauerlach hat einen Sanierungsstau bei Infrastrukturmaßnahmen und braucht dringend verbesserte Einnahmen. Der Ort hat eine einzigartige strategische Lage und nutzt diese bislang kaum. Ich werde mich persönlich darum kümmern, dass unsere Gewerbetreibenden unterstützt werden und wir neue finanzstarke Unternehmen an den Ort holen.

Die Stadtwerke München führen derzeit seismischen Messungen für Geothermie in Sauerlach durch. Wie stehen Sie dazu?

Ich sehe es positiv. Die Erdwärme ist eine unerschöpfliche Energiequelle, unabhängig von Tageszeit, Sonneneinstrahlung und Wind, deren Nutzung die Umwelt kaum belastet. Unser Geothermiekraftwerk liefert Strom, Wärme und Thermalwasser.

Gespräche: ksl

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