Am Limit

Sauerlacher Initiative wehrt sich gegen Schienenlärm

Bahnunterführung an der Hofoldinger Straße in Sauerlach
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Zahlreiche Züge – wie hier an der Bahnunterführung an der Hofoldinger Straße – rauschen täglich durch Sauerlach. Das belastet Anwohner an den Schienen enorm.

Sauerlach – Auf Antrag der Initiative gegen Schienenlärm Sauerlach (IGSL) wird die Gemeinde der Bundesvereinigung gegen Schienenlärm beitreten.

Die Bundesvereinigung gegen Schienenlärm (BVS) ist ein anerkannter Umweltverband, in dem sich bundesweit Bahnanlieger, Bürger­initiativen und Gemeinden zusammengeschlossen haben, um ihr gemeinsames Interesse an gesunden Wohnverhältnissen in der Nachbarschaft von Eisenbahntrassen zu verfolgen. Nun ist auch Sauerlach Mitglied.

Auf Antrag der Initiative gegen Schienenlärm Sauerlach (IGSL) wird die Gemeinde Mitglied in der BVS. Dies zeige, dass die Gemeinde die Gesundheitsgefahren aus Schienenlärm und Erschütterungen sehr ernst nehme, teilt Hans Grund von der Initiative mit. „Wir danken Bürgermeisterin Barbara Bogner für dieses starke Signal der Unterstützung der betroffenen Anwohner.“

Die IGSL begründet ihren Antrag zum einen damit, dass Anwohner der Eisenbahnstrecke in Sauerlach durch Schienenverkehrslärm und Erschütterungen von durchfahrenden Zügen stark belastet werden. „Die nächtlichen Spitzenlärmpegel betragen regelmäßig über 80 dB und teilweise bis zu 90 dB“, heißt es in einer Mitteilung. Eine seit 2016 bestehende Dauermessstation dokumentiert diese Daten.

Hinzu kommen Erschütterungen, insbesondere seit 2020, die auch in Verbindung mit sehr tiefen, als Körperschall übertragenen Schallfrequenzen auftreten. Diese sind körperlich sowie an Gebäuden spürbar. Zum anderen belasten vor allem nächtliche Zugdurchfahrten mit hoher Geschwindigkeit, weil diese den Nachtschlaf beeinträchtigen, den der Mensch zur Erholung braucht.

Dass Lärm krank macht, ist mittlerweile vielfach belegt. „Nachts besteht zum Lärmschutz über dem Haus ein Nachtflugverbot und auf der Straße vor dem Haus ein Tempolimit von 30 km/h, aber hinter dem Haus darf die Bahn mit 140 km/h vorbei donnern?“, fragt Hans Grund. „Auch der Schienenverkehr muss Rücksicht auf Anwohner nehmen.“

Hinzu komme, dass sich die Situation in den vergangenen 20 Jahren zugespitzt und die Zahl der täglich fahrplanmäßig durchfahrenden Regionalzüge verdoppelt habe. Besonders stark sei die Zunahme in den Abend- und Nachtstunden. Daran wird sich auch nichts ändern, da im Zukunftsbündnis Schiene des Bundesverkehrsministeriums laut Masterplan Schienenverkehr die Fahrgastzahlen bis 2030 bundesweit verdoppelt werden sollen.

Ein Problem in Sauerlach besteht darin, dass die Wohnbebauung oft sehr nah an den Bahndamm heranreicht. „Die Gemeinde ist für die kommunale Daseinsvorsorge zuständig“, erklärt Hans Grund. „Sie darf nicht zulassen, dass die Gesundheit vieler Bürger dauerhaft schwerwiegend beeinträchtigt wird.“ Viele Sauerlacher Bahnanrainer sind vom Schienenlärm stark betroffen. Die Mitgliedschaft der Kommune in der BVS würde diesen bei ihrem Anliegen auf besseren Lärmschutz bei Bahnbetreibern und Behörden deutlich mehr Gewicht verleihen.

Die Gemeinde Sauerlach ist bereits Mitglied in der Interkommunalen Lärminitiative Deisenhofen (ILI), obwohl deren Thema – der Lärm aus abgestellten Zügen – Sauerlacher Bürger nicht unmittelbar betrifft. Mit einer Mitgliedschaft in der BVS könne die Gemeinde die Sauerlacher Bahnanlieger in ihrem Anliegen der Lärmbekämpfung direkt unterstützen. ksl

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