Akten des Standesamtes gerettet

Sauerlachs Bürgermeisterin zum Brand im Alten Rathaus: „Es schaut furchtbar aus“

Brand im Alten Rathaus in Sauerlach
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Nach dem Brand im Alten Rathaus in Sauerlach sind inzwischen die Aufräumarbeiten und die Sicherung des denkmalgeschützten Gebäudes angelaufen.

Sauerlach – Das Alte Rathaus in Sauerlach ist jüngst in Brand geraten. Im Gemeinderat hat Bürgermeisterin Barbara Bogner nun von dem Einsatz berichtet.

Nachdem das Alte Rathaus in Sauerlach vor Kurzem brannte, berichtete Bürgermeisterin Barbara Bogner nun dem Gemeinderat Einzelheiten des Einsatzes. Außerdem sprach sie über den Stand der laufenden Sanierungsmaßnahmen. Was den Brand auslöste, bei dem der im Dachgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes wohnende Künstler Max Seitz ums Leben kam, konnte nicht eruiert werden.

Gemeldet hatte den Brand am Freitag, 15. Januar, um 4.41 Uhr, ein Lieferant der nahen Bäckerei. Nachdem die ersten Feuerwehrkräfte eintrafen, wurde die Alarmierungsstufe erhöht, sodass an dem Einsatz letztlich über 130 Einsatzkräfte der Feuerwehren Sauerlach, Arget, Altkirchen, Hofolding, Brunnthal, Siegertsbrunn sowie des ABC-Zugs München Land, des THW, der Polizei und des Rettungsdienstes beteiligt waren.

„Als ich um 5 Uhr ankam, loderten die Flammen schon eineinhalb Meter aus dem Dachstuhl. Wer weiß, was passiert wäre, wenn der Brand nicht so zeitig gemeldet worden wäre und die Feuerwehren nicht so schnell zur Stelle gewesen wären“, erinnerte sich Bogner. „Einer meiner ersten Gedanken, als ich ankam, galt den Akten des Standes- und Sozialamtes“, sagte Norbert Hohenleitner, Geschäftsleiter der Gemeinde Sauerlach und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Arget.

Alle wichtigen Dokument in Sicherheit gebracht

Mithilfe einiger junger Kameraden aus Siegertsbrunn gelang es schließlich, alle wichtigen Dokumente – wenn auch zum Teil reichlich durchnässt – vom Alten in das Neue Rathaus zu retten. Größtenteils nicht gerettet werden konnten hingegen die Instrumente und das Inventar der Musikschule Sauerlach, die im Alten Rathaus zwei Unterrichtsräume hatte. „Meinen besonderen Dank an die Feuerwehrleute, die noch versucht haben, unsere Instrumente zu retten. Leider hat der Brand aber nahezu alles zerstört“, berichtete Gemeinderat Bernhard Lederer (UBV) als Vorsitzender der Musikschule.

Immerhin gelang es aber zu verhindern, dass der Brand auf nebenstehende Gebäude übersprang. Rund 100 Kubikmeter Wasser, so schätzt Bogner, waren dazu notwendig. Damit die Wasserlast die Statik des aus dem Jahr 1876 stammenden Baudenkmals mit seinen Fehlböden nicht in kritische Bereiche brachte und das Wasser abfließen konnte, mussten schließlich Decken durchstoßen werden.

Regulärer Betrieb im Sauerlacher Rathaus

Am frühen Vormittag hatten die Einsatzkräfte den Brand dann unter Kontrolle. Wegen zahlreicher Glutnester musste eine 24-stündige Brandwache eingeteilt werden. Um das durchtränkte Gebäude frostsicher zu machen, wurden schließlich noch Heizgeräte organisiert und vom THW eine Notbedachung angebracht.

„Auch wenn es immer noch furchtbar ausschaut, dank einer enorme Anstrengung des gesamten Rathauspersonals konnte der reguläre Betrieb bereits am Mittwoch nach dem Brand wieder aufgenommen werden“, stellte Bogner lobend fest. Hohenleitner ergänzte, dass dazu zahlreiche Computer neu beschafft werden mussten und im Keller des Neuen Rathauses übergangsweise Büros für das Standes- und Sozialamt eingerichtet wurden. Das, so die Rathauschefin, wird die Gemeinde dann auch noch vor Probleme stellen: „Wir waren von den Räumen her eigentlich ganz gut aufgestellt, jetzt sind uns viele Büros weggefallen.“ Unter einem Jahr werde das laut Bogner nicht zu kompensieren sein.

Unklar, was mit Altem Rathaus passiert

Positiv laufen hingegen die Gespräche mit der Versicherung: „Wir haben alle für die Schadensregulierung notwendigen Verträge und Unterlagen ordnungsgemäß vorgelegt und auch schon viele ausführliche und konstruktive Gespräche geführt.“ Wie Bogner sagte, sei noch unklar, was letztendlich mit dem Alten Rathaus passiere. Das soll zu einem späteren Zeitpunkt in einer Sondersitzung besprochen werden.

Damit bis dahin nötige Sofortmaßnahmen verzuglos erfolgen können, hat der Gemeinderat aber aktuell die Bürgermeisterin einstimmig ermächtigt, dazu notwendige Verträge zu unterzeichnen. Dies gilt für alle mit der Versicherungskammer Bayern abgestimmten Maßnahmen wie etwa Brandschuttentsorgung, Beauftragung von Gutachtern und die Installation eines Wetterschutzdaches. hac

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