Schlechte Zwischenprüfung

Jahres-Hauptversammlung der Zimmerer-Innung / Nachwuchssuche drängt

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Obermeister Jakob Bscheider leitete durch die Versammlung der Mitgliedsbetriebe der hiesigen Zimmerer-Innung.

Landkreis – Die Nachwuchssuche steht auf der Agenda der Zimmerer-Innung der Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen ganz weit oben. Das wurde jüngst in der Jahreshauptversammlung der Handwerksbetriebe deutlich. Während man einer Teilnahme an der Ausbildungsmesse, wie sie in diesem Jahr in Miesbach veranstaltet worden war, eine klare Absage erteilte – „viel zu hohe Standgebühren“ – soll die Teilnahme der Innung an den so genannten „Berufsfindungs-Tagen“ an den diversen Schulen intensiviert werden. „Bitte sagt mir gleich Bescheid, wenn ihr von so einer Veranstaltung erfahrt“, betonte Innungs-Obermeister Jakob Bscheider in diesem Zusammenhang.

Dabei sei es wichtig, den Schülern aufzuzeigen, dass sie nicht unbedingt nach der vierten Grundschulklasse auf Realschule oder Gymnasium wechseln müssten: „Auch über die Mittelschule ist ihnen der berufliche Weg nach oben bei weitem nicht versperrt. Wir müssen den Kids die Aufstiegschancen deutlich aufzeigen.“

Insgesamt hat das Zimmerer-Handwerk noch genügend Auszubildende, wie dem Bericht des Tölzer Lehrlingswarts Georg Melf zu entnehmen war. „Ganz ordentlich“ sei da das Resultat der jüngsten Gesellenprüfung gewesen: „Von den 48 Prüflingen musste heuer nicht ein einziger ins Mündliche“, freute sich Melf. So wurde in der schriftlichen Prüfung insgesamt ein Notendurchschnitt von 3,2 erreicht, von 2,3 im Praktischen. „Damit liegen wir beim Landesschnitt von 3,42 ziemlich genau in der Mitte.“ Zudem betonte er: „Das waren alles Daige, da gab’s auch keine Sprachprobleme.“ Das könnte sich ändern, wenn in den kommenden Jahren Migranten dazu kämen. „Ziemlich schlecht“, sei hingegen die Zwischenprüfung ausgefallen. So hätten da die 45 Prüflinge vor allem im Schriftlichen lediglich einen Schnitt von 3,8 erreicht. Besser ging’s da im Praktischen mit einem Notendurchschnitt von 2,5. „Ich hatte dabei den Eindruck gewonnen, dass da einige Faulpelze darunter waren. Die habe ich mir dann auch gleich zur Brust genommen“, betonte der Lehrlingswart.

Nach einiger Diskussion wurde dann auch die Erhöhung des Innungsbeitrags einstimmig angenommen. Der Grundbeitrag beläuft sich nun ab dem Jahr 2018 auf 550 Euro. „Damit wollen wir keinen Gewinn machen, aber der Landesverband erhöht auch ständig seine Beiträge. Das müssen wir irgendwie auffangen“, hatte Melf dazu erklärt.

Nicht ganz unumstritten ist das Qualitätssiegel „Meisterhaft“: „Da gehen die Meinungen weit auseinander, was diese Kampagne betrifft“, erklärte der Innungsobermeister. So gibt’s derzeit im Innungsbereich 27 „meisterhafte“ Betriebe. Davon dürfen sich 16 mit drei Sternen, sieben weitere mit vier und schließlich vier mit fünf Sternen und damit der höchsten Qualitätsstufe-Stufe schmücken.

Bscheider informierte schließlich noch über einige Neuerungen, wobei er den Mitgliedsbetrieben vor allem die Schulungen der Berufsgenossenschaft zur Vermeidung von Arbeitsunfällen ans Herz legte: „Wir liegen da noch viel zu hoch und liegen da etwa 30 Prozent über denen der Maurer. Dabei schlagen die Leiterunfälle bei den verursachten Kosten am höchsten zu Buche.“ 

ejs

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