Als Wertschätzung in Schliersee

Neugeborenenempfang und Willkommensmappe gefordert

Braucht Schliersee einen Neugeborenenempfang und eine Willkommensmappe für Neubürger?
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Braucht Schliersee einen Neugeborenenempfang und eine Willkommensmappe für Neubürger?

Schliersee – Aus Wertschätzung wurde jüngst in Schliersee der Antrag auf einen Neugeborenenempfang und eine Willkommensmappe für Neubürger gestellt – und kontrovers diskutiert.

Bevor Beatrix Seidenfus (Ausschussgemeinschaft) nach der Kommunalwahl kein Mitspracherecht mehr im Schlierseer Gemeinderat haben wird, da sie für den Kreistag kandidiert, möchte sie noch einiges in Schliersee anschieben. Sie stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Antrag auf Ausrichtung eines Neugeborenenempfangs und auf das Erstellen einer Willkommensmappe für Neubürger, damit sie sich mehr angenommen fühlen.

Die Idee, die allerkleinsten Schlierseer gebührend zu empfangen, ist nicht neu. „Das hatten wir schon mal“, sagte die Zweite Bürgermeisterin Johanna Wunderle. Damals waren immer weniger Schlierseer der Einladung gefolgt, deswegen habe man es wieder abgeschafft. Seidenfus würde sich trotzdem eine Begrüßungsveranstaltung mit einer Rede des Bürgermeisters wünschen. „Es wäre eine Wertschätzung“, sagte sie. Andere Gemeinden hätten das schon längst. Schließlich beleben Kinder das Dorfbild und sichern den Fortbestand der Gemeinde.

Für Gerhard Waas (Grüne) eine gute Idee. Die jungen Eltern begeben sich mit der Geburt eines Kindes in eine neue Lebensphase und würden bei einem Neugeborenenempfang in vielen Fällen das erste Mal mit dem Bürgermeister und der Gemeinde in Kontakt kommen. Auch für Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer steht fest: „Jedes Neugeborene ist eine Freude für die Gemeinde!“ Mit fünf Gegenstimmen entschied sich der Gemeinderat für die Wiederbelebung eines Neugeborenenempfangs.

Anders sah die Stimmung bei den Ratskollegen für eine Willkommensmappe für Neubürger aus. Seidenfus würde sich eine Sammlung aus Busfahrplänen, Telefonnummern und Adressen von Ansprechpartnern, nicht nur fürs Rathaus, sondern auch etwa für Vereine wünschen. So hofft sie, Neubürger dazu zu motivieren, sich in Vereinen zu engagieren und ein Ehrenamt auszuüben.

Für Schnitzenbaumer ein viel zu hoher Verwaltungsaufwand. Schließlich müsse eine solche Mappe auch aktuell sein. Seiner Meinung nach sollte diese Funktion die Webseite übernehmen, wenn sie dann überholt ist. Astrid Leitner (CSU) stimmte zu. Im Zeitalter der Digitalisierung hält sie von einer Mappe aus Papier nichts. Florian Guggenbichler (Die Schlierseer) hat einen anderen Ansatz gegen eine solche Mappe. „Es ist mir zu viel Handreichung“, sagte er. Man wolle gar nicht alle haben, die nach Schliersee kommen. Damit traf er auf Sprachlosigkeit im Gremium.

Schnitzenbaumer sagte, er habe schon länger die Idee im Kopf, eine Willkommensveranstaltung für Neubürger ins Leben zu rufen, aber er wolle nicht, dass es wie eine Wahlkampfveranstaltung wirke. „Deshalb habe ich es nach hinten gestellt“, sagte er. Eine Willkommensmappe aus Papier lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab. jw

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