Probleme, die andere gerne hätten

So stark profitiert Schliersee laut Bürgermeister vom Tourismus

+
Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (r.) widmete den Neujahrsempfang allen ehrenamtlich Tätigen in Schliersee.

Schliersee – Als "Probleme, die andere gerne hätten" bezeichnet Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer die touristische Situation in Schliersee beim Neujahrsempfang.

Zum alljährlichen Neujahrsempfang hatte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer in den neuen Saal am Heimatmuseum geladen. Viele ehrenamtlich engagierte Schlierseer Bürger waren der Einladung gefolgt.

„Wir leben in einer paradiesischen Landschaft, in wahrscheinlich mit einer der schönsten Gegenden der Welt“, beschrieb Schnitzenbaumer seine Marktgemeinde. Kein Wunder für ihn, dass man mit einer Millionenstadt vor der Tür an Schönwettertagen dieses Paradies mit anderen teilen muss. „Die kommen alle mit dem Auto“, ergänzte er. Das ist nicht angenehm für die Anwohner und es ist auch nicht schön, wenn man als Ausflügler im Stau steht. Schnitzenbaumer möchte die Verkehrsströme nicht kleinreden, erinnerte aber daran, dass so manche andere Region auf der Welt gerne dieses Problem hätte. „Wir profitieren ganz stark vom Tourismus, das dürfen wir nie vergessen“, betonte er.

Schliersee ist schon seit dem 19. Jahrhundert ein Fremdenverkehrsort. Die Gemeinde wurde davon in seiner Entwicklung stark geprägt. Ohne diese Ausflügler gäbe es wahrscheinlich kein Bauerntheater, keine Vitalwelt, keinen Kurpark und auch nicht das umfangreiche Netz an Wanderwegen, wie Schliersee es hat. Jeder Bürger der Marktgemeinde profitiert persönlich von der in Schliersee vorhandenen Infrastruktur und dem sehr reichhaltigen kulturellen Angebot. Viele Schlierseer leben sogar direkt oder indirekt vom Tourismus. Die Gemeinde arbeitet an Lösungen für die Brennpunkte, die die Verkehrsbelastung an Spitzentagen für den Bürger, aber auch für den Gast erträglicher machen.

Neujahrsempfang Schliersee: Dank an alle Ehrenamtlichen

Für das Jahr 2020 erhofft sich Schnitzenbaumer vor allem Zusammenhalt. „Einander helfen und gemeinsam Herausforderungen schaffen“ – das wünscht sich der Bürgermeister für seine Gemeinde, aber auch in der Nachbarschaft und in der Familie. Sorgen machen ihm die sozialen Netzwerke, wenn Posts Einzelner zu großen Diskussionen entgleisen. Er rief dazu auf, sehr vorsichtig und sensibel zu sein mit persönlichen Meinungen, die man veröffentlicht. „Die Menschen dürfen die Menschlichkeit nicht vergessen“, sagte er.

Außerdem macht er sich Sorgen, dass die Politik deutschlandweit an vielen Stellen offenbar die Menschen nicht mehr erreicht und sie sich deshalb von der Mitte abwenden. Aber genau diese Mitte und der Kompromiss sind das, was Schnitzenbaumer in seiner Gemeinde anstrebt. „Gemeinsam kleine Schritte in die richtige Richtung gehen“, wünscht sich der Bürgermeister. Dabei erwähnte er das geplante Hotelprojekt an der Stolzenbergstraße und den Supermarkt in Neuhaus. Beides sind Vorhaben, die noch ganz in den Anfängen stecken und bei denen es jetzt darum gehe, die Bürger mitzunehmen, wie der Rathauschef erklärte.

Großen Dank richtete Schnitzenbaumer an alle Anwesenden und pickte als Beispiel ein paar der ehrenamtlich Tätigen heraus, um sie besonders zu würdigen. „Jeder, der sich ehrenamtlich engagiert, erfüllt unsere Heimat mit Leben – dafür einen besonderen Dank“, sagte Schnitzenbaumer stolz. jw

Auch interessant

Meistgelesen

Freie Wähler Waakirchen nominieren Kandidaten für Bürgermeisteramt
Freie Wähler Waakirchen nominieren Kandidaten für Bürgermeisteramt
Wie Senioren in Miesbach von einem Computer fit gehalten werden
Wie Senioren in Miesbach von einem Computer fit gehalten werden
Dafür will die SPD in Bad Wiessee künftig stehen
Dafür will die SPD in Bad Wiessee künftig stehen
Rettungswache Aurach: Gemeinde und Ambulanz Rosenheim unterzeichnen Mietvertrag
Rettungswache Aurach: Gemeinde und Ambulanz Rosenheim unterzeichnen Mietvertrag

Kommentare