Gutachten zeigt Gefahrenquellen

Nicht mehr sicher: Beliebte Aussicht in Schliersee ab sofort gesperrt

Diesen Ausblick auf den Schliersee können Besucher nun vorerst nicht mehr von der Burgruine Hohenwaldeck aus genießen.
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Diesen Ausblick auf den Schliersee können Besucher nun vorerst nicht mehr von der Burgruine Hohenwaldeck aus genießen.

Schliersee – Die Burgruine Hohenwaldeck ist ein beliebtes Ausflugsziel in Schliersee. Ab sofort ist sie für Besucher jedoch gesperrt.

Die Burgruine Hohenwaldeck muss ab sofort für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Diese traurige Nachricht verkündeten Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer und Forstbetriebsleiter Jörg Meyer jüngst bei einem Termin im Schlierseer Rathaus. Nun muss ein Sanierungskonzept her.

„Die Burgruine Hohenwaldeck ist kunsthistorisch etwas ganz Besonderes“, sagte Bürgermeister Schnitzenbaumer und betonte, wie wichtig der Erhalt der historischen Stätte für Schliersee sei. Ende des 13. Jahrhunderts von den Herren von Waldeck errichtet, ist das Areal heute im Besitz der bayerischen Staatsforsten. „Leider kann die Sicherheit der Besucher dort nicht mehr gewährleistet werden“, sagte Jörg Meyer, seit 2017 Leiter des Forstbetriebs.

Da die Verkehrssicherungspflicht beim Forst liegt, bleibt Meyer keine andere Möglichkeit, als die Ruine und den dazugehörigen Aussichtspunkt für die Öffentlichkeit zu sperren. „Es handelt sich um einen tollen Aussichtsplatz und einen Ort mit sehr bedeutender Burggeschichte“, betonte er. Aber aktuell sehe er keine andere Möglichkeit.

Flatterbänder allein genügten nicht. Die Burgruine Hohenwaldeck oberhalb des Schliersees wird nun mit einem Bauzaun abgesperrt.

Seit Jahren finden Gespräche mit Burgenkennern und der Denkmalschutzbehörde statt. Ein Fachbüro erstellte kürzlich ein Vorgutachten, das auch Gefahrenquellen bestätigte. Wenn jetzt etwas passiert, könne man nicht mal mehr sagen, man habe es nicht gewusst, erklärte der Bürgermeister.

Der Forstbetrieb sei in den vergangenen Jahren aber auch nie untätig gewesen. 2018 wurden beispielsweise Bäume aus dem Ruinengelände herausgenommen, um die alten Mauern zu entlasten. Eine kostspielige und schwierige Aktion mit einem Hubschrauber.

Auch eine Verkehrssicherung oder Sanierung der Ruine wird finanziell schwierig werden an dieser exponierten Stelle. Zeitnah soll eine Bestandsaufnahme mit Laserscan- und Drohnenvermessung gemacht werden. „Wir werden sicher neue historische Kenntnisse gewinnen“, sagte Jörg Meyer. Eventuell die ursprüngliche Größe der Burg herauszufinden, ist tatsächlich einer der positiven Aspekte.

Wichtig ist Franz Schnitzenbaumer und Jörg Meyer auch, dass der Charakter der Ruine erhalten bleibt und kein Freizeitpark entsteht. Wie lange es dauern wird, bis die Ruine wieder geöffnet werden kann, ist derzeit unklar. jw

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