Haupt- und Werkausschuss

Zu viele Falschparker in Schliersee

Bei schönem Wetter gleicht der Fußweg an der B 307 in Schliersee einem Parkstreifen. Kurzfristig waren 55 Euro für Parksünder fällig. Das half. Jetzt liegt der neue Bußgeldkatalog auf Eis und die Falschparker sind wieder an der Tagesordnung.Foto: Weber
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Bei schönem Wetter gleicht der Fußweg an der B 307 in Schliersee einem Parkstreifen. Kurzfristig waren 55 Euro für Parksünder fällig. Das half. Jetzt liegt der neue Bußgeldkatalog auf Eis und die Falschparker sind wieder an der Tagesordnung.

Schliersee – Die Corona-Pandemie hat die Verkehrssituation und Parkplatz-Not in Schliersee nochmal verstärkt.

„Die Pfingstferien waren der Wahnsinn, und es wird noch mehr werden“, wagte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer in der jüngsten Haupt- und Werkausschusssitzung in der Vitalwelt einen Blick in die Zukunft. München wächst, und gleichzeitig werden die Erholungsflächen in der Stadt weniger. Die Tagesausflügler werden also mehr werden. Geparkt wird in Schliersee, wo ein freier Platz gefunden wird. Auch auf Geh- und Radwegen, in Feuerwehranfahrtszonen und Landwirte werden durch Falschparker behindert.

 Die im April in Kraft getretene Straßenverkehrsordnung mit verschärftem Bußgeldkatalog liegt derzeit wegen eines Formfehlers erst einmal bundesweit auf Eis. Dabei hatte Schliersee schon kurz nach Inkrafttreten und mit intensivierter Überwachung festgestellt, dass die Vergehen deutlich weniger geworden sind. „Die 55 Euro Bußgeld haben gewirkt“, sagte Schnitzenbaumer. Das Parken auf Geh- und Radwegen kostete kurzzeitig 55 statt bisher 20 Euro. Klar ist, dass sich an der Situation etwas ändern muss. 

„Die Diskussionen gehen in viele Richtungen, aber ein tragfähiges Konzept gibt es bisher nicht“, ergänzte der Bürgermeister. Für Christoph Stöger (Die Schlierseer) stellt sich aber auch die Frage: „Wo schicken wir die Leute hin? Es gibt ja keine Möglichkeit!“ Weitere Parkplätze sind für Schnitzenbaumer keine Lösung. Die Gemeinde verfüge nicht über geeignete Flächen. „Und ein neuer Parkplatz entspannt die Situation nicht“, sagte er. Karl Hiermeyer (PWG) schlug vor, mit den umliegenden Discountern zu reden, die sonntags ihre Flächen zur Verfügung stellen könnten. „Dann vielleicht einen Shuttle-Service einrichten?“, überlegte er weiter. 

Die Verwaltung schlug zusätzlich zu einem härteren Durchgreifen gegen die Parksünder eine Ausweitung der Parkscheinautomaten vor. Bisher werden laut Schnitzenbaumer mit den elf bestehenden Automaten rund 100.000 Euro im Jahr erwirtschaftet. Er könne sich weitere Automaten auf dem Waldfestplatz, dem Fischerparkplatz an der Schlierach, an der Unterleiten und in der Carl-Schwarz-Straße vorstellen. Außerdem sprach Schnitzenbaumer davon, auf die steigende Nachfrage an Wohnmobilstellplätzen zu reagieren. Für ihn wäre es denkbar, teilweise auf den von Schliersee bewirtschafteten Parkplätzen nachts Wohnmobile gegen eine Gebühr zuzulassen und Stromsäulen aufzustellen. Astrid Leitner (CSU) konnte sich mit dieser Idee überhaupt nicht anfreunden. „Wir ersticken in Schliersee, wenn wir da auch noch Werbung machen“, sagte sie. Für Leitner wären der Waldfestplatz und der Fischerparkplatz Campingplätze in Bestlage. 

Für Hiermeyer wäre eine Übernachtungsmöglichkeit für durchreisende Camper durchaus wünschenswert, aber mit einer zeitlichen Begrenzung. Entscheiden durfte der Ausschuss das aber nicht, da die Investitionssumme der Parkautomaten bei 20.000 Euro liegen würde – diese Summe ist zu hoch für eine Entscheidung ohne Gemeinderat. Mit der Gegenstimme von Babette Wehrmann (Grüne), die mit den Stellplätzen für Camper gar nichts anfangen konnte, entschieden sich alle Mitglieder des Haupt- und Werkausschusses für eine Empfehlung an den Marktgemeinderat, mehr Parkautomaten aufzustellen und die Ausweisung von Stellplätzen für Camper gegen Gebühr zu diskutieren. jw

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