Erstmals Sicherheitswacht im Landkreis

Uniformierte Bürger sollen Schliersee schützen

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Im Schlierseer Kurpark könnte die Sicherheitswacht zum Beispiel dabei helfen, die Regeln einzuhalten.

Schliersee - Als erste Gemeinde im Landkreis will Schliersee eine Sicherheitswacht einrichten. Dafür gibt es nicht nur Zustimmung.

Streife gehen ist eigentlich Sache der Polizei. In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung in Schliersee wurde abgestimmt, ob die Gemeinde eine von der Polizei organisierte, ehrenamtliche Sicherheitswacht ins Leben rufen will. Personalien feststellen, Platzverweise aussprechen, aber auch die Bürger informieren, das ist der Alltag einer Sicherheitswacht. Durch eine 40-stündige Ausbildung kennen die ehrenamtlichen Helfer ihre Rechte und wirken als Bindeglied zur Polizei.

Die Sicherheitswacht – das Konzept war schon einmal vorgestellt worden – soll als Ergänzung zur Polizei arbeiten. „Wir können nicht immer überall präsent sein“, erklärte Katharina Schreiber, Leiterin der Polizeiinspektion Miesbach, die in die Gemeinderatssitzung gekommen war, um das Konzept nochmals vorzustellen. Das Einsatzgebiet der Polizei in Miesbach von Irschenberg bis Bayrischzell ist ziemlich weitläufig. Die Sicherheitswacht wäre immer direkt vor Ort in Schliersee und würde als verlängerter Arm der Polizei arbeiten.

„Wir suchen keine Hob­by-Polizisten“, versicherte Andy Püka, der die Sicherheitswacht in Rosenheim betreut. „Vielmehr Ansprechpartner auf der Straße“, ergänzte er. So können etwa kleine Nachbarschaftsstreitigkeiten beigelegt, Falschparker aufgeklärt oder Fehlverhalten im Kurpark verhindert und die Polizei damit entlastet werden. „Kleider machen Leute“, sagte Püka und ist sich sicher, dass mit einer uniformierten Sicherheitswacht sogar ausländische Banden abgeschreckt werden könnten.

Für Gerhard Waas (Grüne) kommt eine Sicherheitswacht in Schliersee überhaupt nicht infrage. Er sieht sie als Placebo und außerdem als zusätzliche Belastung für die Polizei, die sich um die Laien kümmern muss. Florian Guggenbichler (DS) kann überhaupt nicht verstehen, wieso so ein wichtiges Thema wie Sicherheit vom Staat auf private Schultern gelegt werden soll. „Das ist nur eine gefühlte Sicherheit“, sagte er verständnislos.

Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer, selbst Polizist, kann sich das Einrichten einer Sicherheitswacht dagegen sehr gut vorstellen und würde sich über eine Unterstützung, organisiert unter der Obhut der Polizei, etwa im Kurpark, sehr freuen. „Das ist qualitativ bestimmt besser als die Securitys“, ergänzte er. Der von der Anzahl der erschienenen Mitglieder etwas dezimierte Marktgemeinderat (12 von 21 anwesend) entschied sich anders als noch vor zwei Jahren mit vier Gegenstimmen für eine Sicherheitswacht in Schliersee. Jetzt sucht die Polizei ehrenamtliche Helfer.

Bewerben können sich Interessierte bei der Polizeiinspektion Miesbach unter der Telefonnummer 08025/2990. jw

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