Es soll etwas passieren dürfen

Schliersee lehnt Pläne für Umbau der Oberen Maxlrainer Alm erneut ab

Obere Maxlrainer Alm
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Erstmal wird es keine Veränderung an der Oberen Maxlrainer Alm geben. Der Bauantrag wurde vom Schlierseer Bauausschuss erneut abgelehnt.

Schliersee – Eigentümer Matthias Schmidlin möchte die Obere Maxlrainer Alm im Rotwandgebiet erweitern. Der Bauausschuss in Schliersee sieht die Pläne eher kritisch.

Zweimal bereits – 2019 und 2020 – wurden Bauanträge von Matthias Schmidlin für die Erweiterung der Oberen Maxlrainer Alm bereits vom Schlierseer Bauausschuss abgelehnt. Vor Kurzem legte Schmidlin überarbeitete Pläne vor. Begeistern und letztendlich überzeugen konnte er damit wieder nicht.

„Wer den Bestand gesehen hat, weiß, dass dringend etwas passieren muss“, sagte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer. Besonders ins Auge falle die rund 50 Jahre alte Betonpistenraupenhalle. „Es ist utopisch, die abzubrechen und alles runter zu fahren, zu entsorgen und zertifizieren zu lassen“, sagte der Bürgermeister, der mit einer Verkleidung und somit Aufhübschung der Halle leben könne.

Gesundheitsseminare auf Oberer Maxlrainer Alm

Schmidlin legte diesmal einen deutlich abgespeckten Bauantrag vor. Geplant ist die Anhebung des Dachs, je eine Schleppgaube mit 20 Metern, eine Verlängerung der Alm und ein unterirdischer Verbindungsgang. Der von Schmidlin eingelagerte Bauernhof, den er zusätzlich aufbauen wollte, ist nicht mehr im Plan. Die Erschließungssituation ist weiterhin ungeklärt. Es handelt sich um ein Inselgrundstück mit Geh- und Fahrtrechten. Ob das ausreicht, daran zweifelt auch Schnitzenbaumer. Aber er machte deutlich, dass das nicht Sache der Gemeinde sei. Er sehe seine Aufgabe darin, das Vorhaben ganzheitlich zu bewerten. Schmidlin selbst sieht keine Probleme bei der Erschließung.

Horst Teckhaus (PWG) möchte vor einer Beurteilung der Situation ein Konzept vorgelegt bekommen. Das gibt es bereits seit zwei Jahren und hat sich nicht geändert. „Es gibt ein Konzept“, sagte Schnitzenbaumer. Auf der Oberen Maxlrainer Alm im Rotwandgebiet sollen Gesundheitsseminare angeboten werden. Es soll um Entspannung gehen, nicht um Partys.

Aggressive Vermarktung als Event-Gastronomie?

Gerhard Waas (Grüne) überzeugte das nicht. Er sieht die Obere Maxlrainer Alm im Internet eher aggressiv als Event-Gastronomie vermarktet. „Das war irgendwann mal ein normales Almgebäude“, sagte er. Jeder sei froh, dass da oben mit dem Schandfleck etwas passiere, deshalb habe man damals der Bauvoranfrage zugestimmt. Aber mit den jetzigen Gegebenheiten könne er dem Vorhaben nicht zustimmen. „Das wäre ein Todesstoß für die Almwirtschaft“, sagte Waas. Eine Klärung der Erschließung sei für ihn wichtig.

Phillipp Krogoll (DS) rief seine Bauausschusskollegen dazu auf, dem Bauwerber ein positives Zeichen zu senden. Dieses sendete Krogoll zusammen mit Schnitzenbaumer. Aber die weiteren fünf Ausschussmitglieder entschieden sich gegen den Bauantrag. Der Bürgermeister wies nochmals darauf hin, dass das Ensemble in einem maroden Zustand sei. Durch einen Brand 2020 ist die Alm zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Schnitzenbaumer sieht dringenden Handlungsbedarf. „Da muss etwas passieren – dürfen“, appellierte der Bürgermeister. jw

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