Förster mit Leib und Seele

Nach mehr als 40 Jahren: Revierleiter Alfons Rauch geht in den Ruhestand

Jörg Meyer (r.) verabschiedet Alfons Rauch in den Ruhestand. Das Revier Josefstal leitet künftig Martha-Luise Holzner.
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Jörg Meyer (r.) verabschiedet Alfons Rauch in den Ruhestand. Das Revier Josefstal leitet künftig Martha-Luise Holzner.

Schliersee – Mehr als 40 Jahre war Alfons Rauch Staatswaldförster am Schliersee und leitete das Forstrevier Josefstal. Nun ist der 65-Jährige in den Ruhestand gegangen und hat das Revier an Martha-Luise Holzner übergeben.

„Es gibt wohl kaum einen anderen Förster im Staatswald, der wie Herr Rauch sein Revier über einen so langen Zeitraum begleiten und gestalten konnte“, weiß Forstbetriebsleiter Jörg Meyer. Rauch stammt aus einer Försterfamilie und ist Forstmann in dritter Generation. Direkt nach seiner forstlichen Ausbildung übernahm er im Oktober 1979 stellvertretend die Forstdienststelle Josefstal, die damals noch zum Forstamt Fischbachau gehörte. Aus der zunächst nur vorübergehend gedachten Stellvertretung wurden 40 Jahre und drei Monate, seit 2005 beim Forstbetrieb Schliersee der bayerischen Staatsforsten.

Entsprechend viel hat der Förster erlebt. „Immer ein ganz besonderes Anliegen“ war es Rauch, „den wertvollen Schutzwald im Gebirge zu erhalten und an die nächsten Generationen zu übergeben“. So ist es mit sein Verdienst, dass oberhalb der Straße zum Spitzingsee viel junger Schutzwald nachgewachsen ist, der Lawinen, Erdrutsche und Steinschlag weitgehend verhindern kann. Auch beim Umbau des Bergwaldes von fichtenreichen Wäldern hin zu stabilen Mischwäldern hat der Förster viel erreicht. „Da hat sich viel getan in den vergangenen Jahrzehnten“, freut sich Rauch.

Rückschläge und Schadereignisse blieben aber auch nicht aus. Die Stürme Vivian und Wiebcke 1990 haben die Wälder im Revier Josefstal stark getroffen und viele Bäume geworfen. Seitdem folgten in unregelmäßigen Abständen immer wieder Stürme, Borkenkäfervermehrungen und Schneebruchschäden. Die Bewältigung der entstandenen Schäden und die Wiederbewaldung waren für den Forstmann Herausforderung und tägliche Arbeit zugleich. Seien Erfahrung gab er als Ausbilder weiter. Zudem bringt er sein Wissen auch ehrenamtlich etwa im Jagdbeirat des Landkreises und bei der Lawinenkommission ein.

„Herr Rauch ist ein Förster mit Leib und Seele. Sein Abschied in den Ruhestand fällt nicht nur ihm, sondern auch dem ganzen Team am Forstbetrieb Schliersee nicht leicht“, dankt Forstbetriebsleiter Meyer dem langjährigen Revierförster für seinen großen Einsatz. Rauchs Nachfolgerin ist Martha-Luise Holzner. Die 35-jährige Försterin leitete bislang das Forstrevier Otterfing und tritt ab 1. April in Rauchs Fußstapfen. Bis dahin leitet sie das Forstrevier Josefstal vertretungsweise und ist ab sofort auch Ansprechpartnerin für Anliegen, die das Revier betreffen.

Nicht nur den Bergwald hat Rauch der nächsten Generation übergeben. Auch sein Sohn hat sich für den Försterberuf entschieden, und so lebt die Förstertradition in der Familie nun in vierter Generation fort. ft

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