Tourismus der Zukunft

Neues Hotelprojekt in Neuhaus: Gemeinderäte zweifeln an Parkplätzen

An der Stolzenbergstraße in Schliersee-Neuhaus soll das Biohotel-Projekt entstehen. Die Planung läuft. Der bayerische Dorfcharakter mit Naturteich steht im Vordergrund.
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An der Stolzenbergstraße in Schliersee-Neuhaus soll das Biohotel-Projekt entstehen. Die Planung läuft. Der bayerische Dorfcharakter mit Naturteich steht im Vordergrund.

Schliersee – Im Dezember wurde das Biohotel-Projekt dem Schlierseer Bauausschuss präsentiert. Nun stellten die Planer den aktuellen Entwurf im Gemeinderat vor.

Wolf-Dieter Roetzer, Geschäftsführer der Projektentwicklungsfirma Planquadrat Stuttgart, hat in über 30 Jahren Schliersee lieben gelernt. Das ist auch der Grund, warum er dieses Biohotel-Projekt jetzt in Schliersee umsetzen möchte. Vor zwei Jahren kam der Anstoß von seiner Frau, auf dem ehemaligen Arag-Grundstück an der Stolzenbergstraße in Neuhaus ein Gesundhaus zu entwickeln und durch ein Hotel zu ergänzen. Das soll keinesfalls nur für Urlauber sein. Auch Einheimische seien im Gesundhaus mit Arzt- und Heilpraktikerpraxen willkommen.

Wichtig ist Roetzer die Nachhaltigkeit. Er strebt sogar eine Zertifizierung für nachhaltiges Bauen an und wird ein Mobilitätskonzept erarbeiten. „Wir möchten den Gast an der Haustüre abholen“, sagte Wolf-Dieter Roetzer. Der Gast solle mit dem Zug anreisen und vom Bahnhof zum Hotel gebracht werden. „Vor Ort müssen wir natürlich die Mobilität garantieren“, ergänzte er. Das möchte Roetzer mit E-Autos und E-Bikes umsetzen. Geplant sind ein Gästehaus, ein Biohotel, vier kleine Holzhäuser, ein Mitarbeiterwohnhaus und das Gesundhaus. Der dorfähnliche Charakter werde durch einen Naturteich abgerundet.

Das Projekt solle kein Nobelbunker werden, denn auch für Architekt David Cook steht fest: „Luxus ist für mich der Kontakt zur Natur.“ Umweltfreundliche Materialien sollen verwendet werden, am liebsten aus der Region. Geplant ist, mit Holzmodulen zu bauen, um die Bauzeit zu verkürzen. Die Planer sind sich der Tatsache bewusst, dass das Projekt mitten in einem Wohngebiet liegt. Es wird ein vorhabenbezogener Bebauungsplan mit Durchführungsvertrag aufgestellt, um das Mitspracherecht der Gemeinde zu erhöhen. „Alle Kommentare sind willkommen“, rief David Cook zur Zusammenarbeit auf.

Nach den Hinweisen des Bauausschusses im Dezember wurden die ersten Vorentwürfe bereits abgeändert. Der Querbau soll wegfallen, die Baukörper schlanker werden, der Raum zwischen den Gebäuden sich für mehr Aufenthaltsqualität vergrößern, und das Mitarbeiterhaus wurde verlegt. „Wir sind noch mitten im Prozess“, sagte Cook.

Eine Tiefgarage mit 60 Stellplätzen, ein Carport für zwölf Autos und acht Kurzparkplätze erschienen den Gemeinderäten jedoch ein wenig knapp bemessen. „Es ist ein tolles Ziel, dass die Gäste nicht mit dem Auto anreisen“, betonte Florian Zeindl (CSU). Aber 84 Stellplätze für rund 120 Zimmer waren ihm zu wenig. Auch wenn Wolf-Dieter Roetzer sich sicher ist, dass sich die Mobilität in den zwei bis drei Jahren – bis das Projekt umgesetzt wird – verändern werde, solle die Situation mit den Parkplätzen nochmal überdacht werden, wenn man genauere Kennzahlen hat. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer plant in Kürze eine öffentliche Vorstellung des Projekts für seine Bürger. „Wir müssen die Anwohner mitnehmen“, sagte er. jw

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