Rewe und 20 Wohnungen

Betreiber genannt: Konzept für Supermarkt in Neuhaus nimmt Form an

So könnte der Rewe-Markt in Neuhaus aussehen. Er soll auf einem Grundstück neben dem Kurpark entstehen. Geplante Eröffnung ist Ende 2021.
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So könnte der Rewe-Markt in Neuhaus aussehen. Er soll auf einem Grundstück neben dem Kurpark entstehen. Geplante Eröffnung ist Ende 2021.

Schliersee – Ein Rewe-Einkaufsmarkt soll in Schliersee-Neuhaus entstehen. Der Gemeinderat hat nun das Bebauungsplanverfahren gestartet – wenn auch mit Bedenken.

In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats in der Schlierseer Vitalwelt wurde das Geheimnis um den Marktbetreiber für den künftigen Nahversorger in Neuhaus gelüftet: Es ist der Vollsortimenter Rewe. Außerdem wurden erste Pläne gezeigt und wurde das Projekt vorgestellt.

Seit 2013 leben die Bürger in Neuhaus bereits ohne Supermarkt. „Discounter am Ortsrand hätten wir schon viele bauen können“, berichtete Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer. Das wollte man nicht. So waren die Vorhaben immer an einem passenden Grundstück im Ort gescheitert. Mit dem Gelände neben dem Kurpark wurde ein Grundstück gefunden, das auch die richtige Größe hat. Auf den 5.000 Quadratmetern findet ein Supermarkt gut Platz.

Einen Scoping-Termin mit Landkreis-Behörden gab es bereits. Dieser Termin diente dazu, zu sehen, ob man mit der Planung richtig liegt. Große Einwände von den Behörden gab es nicht. Geplant ist ein Vollsortimenter mit 1.120 Quadratmetern. Zum Vergleich: Der Edeka in Schliersee hat 984 Quadratmeter.

In den beiden Obergeschossen sollen 20 Wohnungen von 65 bis 150 Quadratmetern entstehen. Die Mieter der Wohnungen sollen 35 Stellplätze in der geplanten Tiefgarage bekommen und die Rewe-Kunden ihre Autos auf 55 Stellplätzen vor dem Gebäude abstellen.

Die Lage der beiden Ein- und Ausfahrten wurde von einigen Gemeinderäten kritisch gesehen. Aber Schnitzenbaumer beruhigte: „Da kommt noch ein Verkehrs­planer, wir sind noch nicht im Verfahren.“ Bedenken äußerten einige Gemeinderäte auch aufgrund der Höhe des Gebäudes.

„Eine Ortsverschönerung wird das nicht“, sagte Sibylle Strack-Zimmermann (Grüne) zu dem für sie zu massiven Block. Auch Horst Teckhaus (PWG) machte die Größe Angst. Grundstückseigentümer und Planer Dieter Aue, der gekommen war, um das Projekt vorzustellen, wies auf die umliegende Bebauung hin.

Das neue Gebäude werde beispielsweise etwa so hoch wie das denkmalgeschützte Altenheim St. Elisabeth direkt daneben. An die Vorteile der Nachbarschaft zu einem denkmalgeschützten Gebäude erinnerte der Bürgermeister. „So wird auch der Denkmalschutz bei der Gestaltung der Fassaden mitsprechen“, sagte Schnitzenbaumer.

Nach den verschiedenen Kritikpunkten der Gemeinderäte erinnerte Expansionsmanager Bernd Mohr von Rewe, der auch in die Sitzung gekommen war, daran, dass dieses Projekt eine historische Chance für Neuhaus sei, einen Vollsortimenter zu bekommen. „Der Standort wurde von der Zentrale in Köln bereits genehmigt“, berichtete Mohr. Schnitzenbaumer beruhigte, es höre sich vielleicht so an, dass man unterschiedlicher Meinung sei. „Aber wir sind nah beieinander“, bekräftigte er.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, einen sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans aufzustellen, und schickte den Supermarkt somit auf den weiteren Weg. jw

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