Mangfallgebirge europaweit einzigartig

Infotafel klärt am Spitzingsee über Naturschönheiten auf

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Die neue Infotafel an der Valepp-Schranke am Spitzingsee ist jüngst von Katharina Löw, Florian Bossert, Josef Faas und Jörg Meyer (von links) präsentiert worden.

Schliersee - Das Flora-Fauna-Habitat- und das Vogelschutzgebiet zwischen Bayrischzell und Kreuth sind europaweit einzigartig. Zwei charakteristische Arten des Gebietes sind Birkhuhn und Frauenschuh.

Dass der Landkreis Miesbach eine wahre Naturschönheit ist, ist bekannt. Dass das Flora-Fauna-Habitat- und das Vogelschutzgebiet zwischen Bayrischzell und Kreuth zu den europaweit naturschutzfachlich bedeutendsten Lebensräumen für Tiere und Pflanzen gehören, wissen allerdings die wenigsten. Eine Informationstafel am Spitzingsee an der Valepp-Schranke fasst deshalb nun die wichtigsten Informationen für Spaziergänger und Sportler zusammen. Weitere solcher Tafeln sollen folgen.

Seit 1992 wird in der Europäischen Union ein zusammenhängendes Netz von Gebieten zum länderübergreifenden Schutz gefährdeter, wildlebender, heimischer Pflanzen- und Tierarten in ihren natürlichen Lebensräumen errichtet. Dem Landkreis Miesbach kommt in diesem Natura-2000-Netz eine wichtige Bedeutung zu: Die acht Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH) des Landkreises sind eine wichtige Verbindungsachse vieler gefährdeter Pflanzen- und Tierarten.

Das FFH-Gebiet Mangfallgebirge ist mit seinen knapp 15.000 Hektar das größte FFH-Schutzgebiet im Landkreis und das elftgrößte in Bayern. Der überwiegende Anteil wird von den Bayerischen Staatsforsten und Almbauern naturnah bewirtschaftet. Gleichzeitig ist das Mangfallgebirge bei Wanderern und Skifahrern beliebt.

Um Besuchern dessen hohen Wert bewusst zu machen, wurde kürzlich an der Spitzingsee-Schranke ein Informationsschild zum Mangfallgebirge aufgestellt. Es klärt über den Schutzstatus sowie die Naturschätze des Gebiets auf. Das Schild wurde bewusst an der stark frequentierten Stelle auf dem Weg in Richtung Rotwandgebiet aufgestellt. Weitere Tafeln im Natura-2000-Gebiet sind geplant.

Die Tafel zeigt neben allgemeinen Informationen zu Natura 2000 kurze Angaben zu zwei charakteristischen Arten des Gebietes: dem Birkhuhn und der Orchideenart Frauenschuh. Das störungsempfindliche Birkhuhn findet in der Latschenzone und auf extensiven Weideflächen im Gebiet eines der letzten Rückzugsgebiete in Deutschland. Auch botanische Raritäten kommen vor, unter anderem zahlreiche Orchideenarten wie der gelbe Frauenschuh, der nach vier Jahren das erste Blatt und oft erst nach 16 Jahren die erste Blüte ausbildet.

Darüber hinaus gibt es viele seltene und gefährdete Lebewesen, die im Mangfallgebirge Schutz suchen. Daher ist es für ein erfolgreiches Nebeneinander von Erholungssuchenden sowie Tieren und Pflanzen notwendig, dass Wege nicht verlassen werden. Der Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge, Florian Bossert, bietet regelmäßig Führungen durch die faszinierende Landschaft an. Termine werden unter www.landkreis-miesbach.de bekannt gegeben.

Die Beschilderung wurde gefördert von der Europäischen Union, dem bayerischen Naturschutzfonds und dem bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. ksl

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