Unter dem roten K

Schlierseer Kulturherbst startet mit großartiger Ausstellung und Skulpturengarten

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Die Ausstellung mit den Bronzefiguren von Stefan von Reiswitz und den Bildern von Emil Sogor begeisterten die Gäste der Eröffnungsfeier des Schlierseer Kulturherbstes. Nicht nur Johannes Wegmann, Franz Schnitzenbaumer, Emil und Gundel Sogor sowie Wolfgang Rzehak (v.l.) freuen sich nun wieder auf viele Veranstaltungen.

Schliersee – Die Eröffnung des Schlierseer Kulturherbstes am Tag der deutschen Einheit in der Vitalwelt erreichte genau das, was deren Macher wollten: Inspiriert und beeindruckt von den Werken Emil Sogors und des kürzlich verstorbenen Stefan von Reiswitz entwickelten sich viele anregende und interessante Gespräche zwischen Kunstschaffenden und Kunstinteressierten. Landrat und Schirmherr Wolfgang Rzehak wies an dem geschichtsträchtigen Tag auf die wichtige Wechselbeziehung zwischen Kunst und Demokratie hin und verurteilte diktatorische Systeme wie das Erdogan-Regime, in denen Kunst und Kultur systematisch unterdrückt werden.

„Nur wo Kunst ist, lässt sich der Schwachsinn ertragen.“ Diesen Satz des Abends lieferte allerdings nicht Landrat Rzehak, sondern Emil Sogor, als er von Kunstherbst-Manager Johannes Wegmann gebeten wurde, ein paar Sätze an die Gäste zu richten. Der Einladung zur Eröffnung des Kulturherbstes waren rund 150 Künstler, Kunstinteressierte, Mäzene und einiges an Politprominenz wie der CSU-Landratskandidat Olaf von Löwis gefolgt, die stilvollendet von Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer und Wegmann auf dem roten Teppich begrüßt wurden. Die musikalische Umrahmung übernahmen die Schlierachtaler Musikanten. „Das ist eine Premiere, für die wir uns zwölf Jahre lang hochdienen mussten“, stellte Wegmann dazu erfreut fest. Viel länger reicht hingegen die weit über die Landkreisgrenzen strahlende Stellung Schliersees als Kulturhochburg zurück. „Der unvergessene Xaver Terofal hat es mit seiner Theaterbühne Schliersee berühmt und für viele Künstler attraktiv gemacht“, blickte Kunstherbst-Manager Wegmann auf viele Jahrzehnte Kultur in der Marktgemeinde zurück.

Auf ein langes Künstlerleben blickt Emil Sogor zurück. Seine großformatigen Gemälde und Holzschnitte genießen weltweit höchste Anerkennung. Daneben hat er sich auch für einige der ausdrucksvollsten Wiesn-Plakate im wahrsten Sinne verantwortlich gezeichnet. Seine Kindheit verbrachte der 1938 in Ungarn geborene und heute nach vielen Stationen in Kapstadt lebende Ausnahmekünstler in Schliersee. Dort erkannte sein damaliger Lehrer Alois Wolf dessen Talent und förderte ihn früh. Umso größer war die Freude, als Sogor ein „Frühwerk“ aus seiner Schulzeit von Wegmann überreicht bekam, das die Familie Wolfs zur Verfügung stellte. Sichtlich gerührt bedankte sich Sogor im besten Bairisch und meinte: „Alois, du warst ein toller Mensch und i woaß, dass du jetzt zuaschaugst.“ Neben den Bildern Sogors ziehen in der Ausstellung die äußerst ausdrucksstarken Bronzefiguren von Stefan von Reiswitz (1931-2019) die Blicke auf sich. Die Familie des Münchner Künstlers hat seit mehreren Generationen ein Feriendomizil in Neuhaus und ist der Gemeinde eng verbunden. Daher stimmte auch Reiswitz‘ Witwe der Bitte sofort zu, die Plastiken im Rahmen des Kulturherbstes ausstellen zu dürfen. Neben der Ausstellung in der Vitalwelt lädt der Skulpturenpark im Kurpark zu einem Spaziergang ein. Einige Sponsoren haben ermöglicht, dass dort jetzt Kunstwerke in Stein von Tobel, in Metall von Otto

Wesendonck und in Holz von Georg Brinkies zu sehen sind. Einen Verzicht gab es heuer aber auch zu verzeichnen: Das obligatorische Feuerwerk fiel aus. Stattdessen meinte Schnitzenbaumer: „Vielleicht reicht es auch, wenn wir alle strahlend und leuchtend hinausgehen und so den Kulturherbst hinaustragen.“

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Geöffnet ist die Ausstellung im Foyer der Vitalwelt bei freiem Eintritt während der Kulturwochen wochentags von 9 bis 18 Uhr und am Wochenende von 9.30 bis 13 Uhr. hac

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